Die KI will gefüttert werden Omdia-Analyst: Der Energiebedarf in Rechenzentren explodiert

Von Dr. Jakob Jung 2 min Lesedauer

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Vladimir Gabalov, Research Director bei Omdia, sieht in Projekten zur generativen Künstlichen Intelligenz (GenAI) den derzeit größten Stromfresser in Rechenzentren. Der Bedarf werde sich verzehnfachen.

Künstliche Intelligenz, insbesondere generative Künstliche Intelligenz ist energiehungrig. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Künstliche Intelligenz, insbesondere generative Künstliche Intelligenz ist energiehungrig.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Vladimir Galabov ist Research Director für Cloud und Rechenzentren beim renommierten Analystenhaus Omdia. Er konzentriert sich auf disruptive Trends wie den Übergang zum Edge Computing und die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungen und Nachhaltigkeit in der Rechenzentrumsbranche. Er ist seit 2016 bei Omdia, ehemals IHS Markit Technology. Zuvor hatte er Führungspositionen bei Intel und Ciena inne, wo seine datenbasierten Einblicke einen wichtigen Beitrag zu den Unternehmensstrategien leisteten.

„In den kommenden fünf Jahren werden Rechenzentren stark ausgebaut“, prognostiziert Vladimir Gabalov, Research Director Omdia. (Bild:  Vertiv)
„In den kommenden fünf Jahren werden Rechenzentren stark ausgebaut“, prognostiziert Vladimir Gabalov, Research Director Omdia.
(Bild: Vertiv)

Aktuell sieht er großen Handlungsbedarf für Rechenzentrumsbetreiber, da Projekte der generativen künstlichen Intelligenz (GenAI) hohe Anforderungen an Geschwindigkeit und Energiebedarf stellen. „Die Infrastrukturen müssen schnell skalieren. Für das Training von Large Language Models (LLMs) brauchen wir zehnmal mehr Strom“, prognostiziert Galabov.

tatsächlich steigt derzeit die Nachfrage nach GenAI-Projekten stark an. Cloud Service Provider und Unternehmen starten GenAI-Projekte, weil sie Angst haben, den Trend zu verpassen. Vor allem in den USA gibt es bereits erste GenAI-Trainingscluster.

„25 Milliarden Dollar für CAPEX geben die drei Hyperscaler durchschnittlich jährlich aus“, so Vladimir Gabalov, Research Director Omdia. (Bild:  Vertiv)
„25 Milliarden Dollar für CAPEX geben die drei Hyperscaler durchschnittlich jährlich aus“, so Vladimir Gabalov, Research Director Omdia.
(Bild: Vertiv)

Die Hyperscaler AWS, Microsoft und Google geben derzeit durchschnittlich 25 Milliarden Dollar für Rechenzentren aus. Allein für GenAI fallen CAPEX-Ausgaben von 30 Milliarden Dollar an.

Im Jahr 2023 wird sich die Stromkapazität für Künstliche Intelligenz bereits verdoppelt haben. 2023 ist dabei das Jahr der Proof of Concepts (POC). Das Jahr 2024 wird das Jahr des tatsächlichen Rollouts und der Investitionen, die über Jahre hinweg notwendig sein werden.

Er sieht aber Chancen, wie trotz dieser hohen Anforderungen die Nachhaltigkeit im Rechenzentrumsbetrieb gewährleistet werden kann. „Wir brauchen einen stärkeren Fokus auf Energie-Effizienz“, betont Gabalov.

Herkömmliche Modelle reichen nicht mehr aus

Herkömmliche Baumodelle für Rechenzentren reichen nicht mehr aus. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. „Wir brauchen fokussierte Rechenzentren. Die Co-Location-Anbieter kämpfen mit der Umstellung auf Flüssigkühlung.“ Und: „Wir müssen so weit wie möglich auf Luftkühlung verzichten“, sagt Gabalov.

Vorgefertigte Rechenzentrumsmodule (Prefab) sieht er als Teil der Lösung. Die geringe physische Größe der modularen Rechenzentren werde eine bessere Energie-Effizienz ermöglichen. Deshalb würden Prefab-Module immer beliebter (siehe dazu auch „Die Trends, die die Datacenter-Branche 2024 bewegen; Vertiv stellt ein Container-Rechenzentrum aus Massivholz vor “.

Das Marktvolumen für vorgefertigte Datacenter und Rechenzentrumsmodule werde 2023 vier Milliarden Dollar betragen und bis 2027 auf sieben Milliarden Dollar anwachsen, so Gabalov. Power-Module sind derzeit die beliebteste Komponente für Prefab und ermöglichen Rightsizing. Ein Vorteil ist, dass Power-Module einfach an bestehende Rechenzentrumsstrukturen angebaut werden können.

Die Zeitersparnis bei der Installation modularer Rechenzentren liegt laut Gabalov zwischen 40 und 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Gebäudekonzepten. Weiterhin ermöglichen modulare Rechenzentren eine Kapazitätserweiterung ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs. Die kontrollierte Umgebung reduziert Risiken.

Die Top10 Datacenter Betreiber nutzen bereits modulare Rechenzentren. Equinix setzt stark auf dieses Konzept und AWS hat im Januar 2023 Services für modulare Rechenzentren für Edge vorgestellt. Microsoft standardisiert seine Rechenzentren mit Modulen und erweitert damit die Cloud in Richtung Edge.

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