Datacenter Expert Summit: Lohn und Brot hängen bei 5,9 Mio von der Datacenter-Existenz ab Ohne starke Infrastrukturen für Resilienz und Wett­bewerbs­fähigkeit geht nichts

Ein Gastbeitrag von Béla Waldhauser* 4 min Lesedauer

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Die digitale Transformation ist das Innovations- und Wettbewerbsthema unserer Zeit. Smart Cities, Industrial IoT, Telemedizin, autonome Mobilität und E-Commerce 4.0 – die Anwendungen sind da, die Visionen ebenso. Doch ohne belastbares Fundament bleibt echter Fortschritt ein Lippenbekenntnis: Leistungsfähige, sichere und flexible digitale Infrastrukturen sind die Grundvoraussetzung für Wertschöpfung und Resilienz.

„Bereits 5,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland arbeiten in Geschäftsmodellen, die ohne Cloud- und Rechenzentrumsdienste gar nicht existieren könnten“, sagt Béla Waldhauser, Sprecher der unter dem Dach vom Eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.(Bild:  ifoto - stock.adobe.com / KI-generiert)
„Bereits 5,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland arbeiten in Geschäftsmodellen, die ohne Cloud- und Rechenzentrumsdienste gar nicht existieren könnten“, sagt Béla Waldhauser, Sprecher der unter dem Dach vom Eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.
(Bild: ifoto - stock.adobe.com / KI-generiert)

Rechenzentren sind längst mehr als reine Datenverarbeiter. Sie sind das Rückgrat für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, für datengetriebene Geschäftsmodelle und für wirtschaftliches Wachstum. Das zeigt auch eine aktuelle Studie deutlich: Unternehmen, die auf Rechenzentren setzen, steigern ihre Produktivität durch generative KI im Schnitt um 15 Prozent – doppelt so viel wie Firmen ohne diese Infrastruktur.

Der Innovationserfolg ist ebenfalls deutlich höher: Rechenzentrumsnutzer erwirtschaften 35 Prozent ihres Umsatzes mit neuen Produkten und Dienstleistungen, Nicht-Nutzer lediglich 21 Prozent.

Die volkswirtschaftliche Dimension ist dabei enorm: Bereits 5,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland arbeiten in Geschäftsmodellen, die ohne Cloud- und Rechenzentrumsdienste gar nicht existieren könnten. Diese Zahlen belegen: Digitale Infrastrukturen sind kein technisches Randthema – sie sind Standortpolitik.

Treffen mit dem und den Experten, Expertinnen

Am  5. und 6. Mai 2025 findet in Mainz der diesjährige „Data Center Expert Summit“ statt. (Bild:  Eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.)
Am 5. und 6. Mai 2025 findet in Mainz der diesjährige „Data Center Expert Summit“ statt.
(Bild: Eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.)

Es ist bereits das fünfte Mal, dass die Veranstaltung „Data Center Expert Summit“ stattfindet, in diesem Jahr am 5. und 6. Mai - in Mainz, im alten Auktionshaus. Es treffen sich Experten:innen der Rechenzentrumsbranche und solche, die es werden wollen und besprechen in Vorträgen und in Diskussionsrunden der derzeit zentrale Zukunftsthemen:

  • Wie ist die steigende Leistungsdichte in Rechenzentren zu bewältigen und wie lassen sich jüngste Innovationen in der Kühltechnik bei der Abwärmenutzung für eine höhere Effizienz nutzen?
  • Welche Weichen stellt die (EU-)Politik für Nachhaltigkeit, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit?
  • Was tut sich im nachhaltigen Rechenzentrumsbau, beim Ausbau digitaler Infrastrukturen?

Wer ist neben Dr. Béla Waldhauser, CEO bei Telehouse Deutschland GmbH und Sprecher der unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, noch anzutreffen? Thomas Harrer von IBM, Valentina Kerst vom KI Bundesverband, Nils Kleemann von Nokia, Truc Pham von der Yorizon GmbH & Co. KG, Jens Leuchters von Global Switch, Kartsten Paeth von der ABB AG, Juloane Schulz von der AirI TSystems GmbH und sehr wahrscheinlich - Überraschung! - die Data Center Person of the Year der oder die Ausgezeichnete des Lifetime Achievement Award.

Denn am Vorabend des Summit werden diese Preise das erste Mal verliehen, im Rahmen der Veranstaltung zu den „eco Data Center Awards“. Bei diesen geht es zum einen um das „Innovativstes Data Center Projekt unter 3,5 MW“. Hier sind nominiert:

  • „Wärmerückgewinnungskreislauf zur effizienten Nutzung von Niedertemperatur-Abwärme“ der Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG
  • „Rechenzentrum als Teil der zukunftsfähigen Wärmeversorgung“ der JH-Computers GmbH
  • „Pionierleistung in Nachhaltigkeit: Yexio – Die Zukunft der Edge-Rechenzentren“ von der Hochtief Data Center Partner GmbH.

Zum anderen werden Projekte prämiert die der Kategorie „Innovativstes Data Center Projekt über 3,5 MW“ entsprechen:

  • „Digital Park Fechenheim: Rechenzentrum im Denkmal – Nachhaltig und AI-ready.“ von der Digital Realty GmbH
  • „Nextgen Co-Location Rechenzentrum – DataR“ von der Datar GmbH und
  • „Ganzheitliche Nachhaltigkeit – Das integrative Rechenzentrum“ von der Akquinet Outsourcing gGmbH.

Ob es noch Tickets für die Awards-Verleihungs gibt? Finden Sie es heraus.

Aber Zutritt zu dem „Data Center Expert Summit“ gibt es doch noch bestimmt?

DataCenter-Insider ist Medienpartner des eco Data Center Expert Summit & Award 2025. (Bild:  Eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.)
DataCenter-Insider ist Medienpartner des eco Data Center Expert Summit & Award 2025.
(Bild: Eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.)

Hyperscale, KI und Edge: Neue Topologien für neue Anforderungen

Die Rechenzentrumslandschaft selbst verändert sich grundlegend. Hyperscale-Rechenzentren setzen Maßstäbe in Automatisierung, Skalierbarkeit und Effizienz. Gleichzeitig gewinnt Edge Computing massiv an Bedeutung: Für latenzkritische Anwendungen, wie sie in der Industrie 4.0, beim autonomen Fahren oder in Smart Cities gefragt sind, braucht es dezentrale Datenverarbeitung direkt vor Ort, nahe an der Quelle der Daten.

Micro Data Center (MDCs) spielen hierbei eine strategische Rolle. Sie entlasten zentrale Netze und sichern die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit für latenzkritische, datenintensive Anwendungen – sei es im Fahrzeug, in der Produktion oder im urbanen Raum.

Gleichzeitig bleibt für hochskalierbare Aufgaben wie das Training großer KI-Modelle der Bedarf an zentralisierten, leistungsstarken Rechenzentren ungebrochen. Die Zukunft liegt in einer intelligenten Verzahnung beider Welten – zentral und dezentral – entlang des konkreten Bedarfs.

KI ist dabei nicht nur Nutzer digitaler Infrastrukturen – sie verändert auch deren Betrieb grundlegend. Intelligente Steuerungssysteme, automatisierte Fehlererkennung und vorausschauende Wartung erhöhen Effizienz und Ausfallsicherheit. Skalierbarkeit und Verfügbarkeit werden so zum Standard einer modernen Rechenzentrumsstrategie.

Und auch die nächste Stufe der Entwicklung ist bereits absehbar: Mit dem Aufkommen des Quantencomputing entsteht das Potenzial, KI-Modelle noch schneller zu trainieren und komplexe Optimierungsaufgaben zu lösen. Das stellt auch neue Anforderungen an Architektur und Betrieb von Rechenzentren – und eröffnet zugleich enorme Chancen für Wettbewerbsfähigkeit und technologische Selbstbestimmung.

Infrastruktur ist die Basis, Innovationskraft das Ziel

Die digitale Transformation entscheidet sich nicht an Pilotprojekten oder Innovationsprogrammen. Sie entscheidet sich an der Verfügbarkeit und Qualität der zugrunde liegenden Infrastrukturen.

Rechenzentren, Glasfasernetze, 5G und Edge Computing sind keine Randthemen – sie sind das Fundament für Wertschöpfung, Innovationskraft und technologische Selbstbestimmung. Deutschland hat die industrielle Stärke und das Know-how, um hier eine führende Rolle zu spielen. Aber dafür braucht es die Bereitschaft zu investieren: in Kapazitäten, Technologien und die richtigen Rahmenbedingungen.

*Der Autor
Dr. Béla Waldhauser ist der Sprecher der unter dem Dach vom Eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.
Sein Fazit lautet: Wer die Infrastruktur vernachlässigt, riskiert, dass Innovation und Wachstum künftig anderswo stattfinden.

Bildquelle: Eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.

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