Am Dienstag der vergangenen Woche haben die Mainova AG, und NTT Globa Data Centers zusammen mit den Projektentwicklern Kleespies und Saentis Family Office und dem Hattersheimer Bürgermeister Klaus Schindling ein Energiekonzept für mehr als 600 Haushalte der Gemeinde vorgestellt. Demnach wird ein Rechenzentrum Hitze aus den Serverräumen für ein Nahwärmenetz zur Verfügung stellen.
(v. li.)Frank Kleespies (Geschäftsführer von Kleespies), Alexander Steinhoff (Geschäftsführer des Saentis Family Office) Diana Rauhut (Vorständin der Mainova AG), Anne de Condé (Geschäftsführerin der NTT Global Data Centers EMEA GmbH) sowie der Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling bei der Vorstellung des Abwärmeprojekts in der Mainova-Energiezentrale im Rechenzentrum „FRA4“.
(Bild: Mainova)
In Hattersheim am Main heizt die Frankfurter Mainova AG künftig über 600 Haushalte in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Abwärme aus einem Rechenzentrum von NTT Global Data Centers. Der Frankfurter Energieversorger betreibt bereits seit 2014 ein Nahwärmenetz, über das er das Wohngebiet am Hugo-Hoffmann-Ring mit Biomethan aus einem Blockheizkraftwerk versorgt.
Die unmittelbare Nachbarschaft eines vor Ort entstehenden Neubaugebiets und des Rechenzentrums schafft die Voraussetzungen für ein gemeinsames Versorgungskonzept: Neubau- und Bestandswohngebiet werden künftig über ein gemeinsames Wärmenetz verbunden, das fast vollständig mit der klimafreundlichen Server-Abwärme aus dem Rechenzentrum versorgt werden kann.
Das gasbetriebene Blockheizkraftwerk des bestehenden Nahwärmenetzes bleibt für Spitzenlasten und aus Redundanzgründen erhalten.
Die Wärmepumpen
Um die rund fünf Gigawattstunden Wärmebedarf im Jahr zur ermöglichen, errichtet und betreibt Mainova eine neue Energiezentrale, die in Kooperation mit dem Rechenzentrumsbetreiber in die Kältezentrale des Rechenzentrums integriert wird. Zwei Großwärmepumpen, die voraussichtlich Ende 2024 in Betrieb gehen, bringen dort die Abwärme von rund 30 Grad auf die für das Wärmenetz erforderlichen 70 bis 75 Grad.
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Rechenzentrums mit rund 250 PV-Modulen und einer Leistung von knapp 100 Kilowattpeak (kWp) sorgt für Strom, mit dem sich rund ein Zehntel des Stromverbrauchs der Wärmepumpen abdecken lässt.
Das Energiekonzept der Mainova AG zur Versorgung von über 600 Haushalten mit der Abwärme aus einem Rechenzentrum von NTT Global Datacenters in Hattersheim.
(Bild: Mainova)
Für Anne de Condé, Geschäftsführerin von der NTT Global Data Centers EMEA GmbH, ist das Projekt schon jetzt ein Erfolg: „Seit Beginn unseres Geschäftsbetriebs in Deutschland suchen wir nach geeigneten Partnern zur Nutzung unserer CO2-freien Abwärme aus unseren Rechenzentren. Wir sind froh, dass wir mit diesem Projekt zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Hattersheim beitragen können. Das Projekt zeigt ein weiteres Mal, dass es wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten gibt, Abwärme aus unseren modernen Co-Location-Rechenzentren erfolgreich zu nutzen.“
Auch Mainova-Vorständin Diana Rauhut zeigt sich begeistert und erläutert: „Mit diesem Vorzeigeprojekt heizen wir in Zukunft erstmals außerhalb Frankfurts ein Neubaugebiet und ein Bestandsquartier mit klimafreundlicher Abwärme aus einem Rechenzentrum. Das freut mich sehr. Auch deshalb, weil wir dadurch ein bisher mit Gas versorgtes Nahwärmenetz frühzeitig dekarbonisieren. Großwärmepumpen erhöhen die Abwärme aus dem Rechenzentrum auf die nötigen 70 bis 75 Grad.“
Die Eckdaten
1. Das Rechenzentrum
Teil vom NTT Global Data Centers Rechenzentrumscampus „FRA4“
Inbetriebnahme: Januar 2024
Anschlussleistung: 18 Megawatt (MW)
Maximale IT-Leistung: 12 MW
Erwartete Mindestauslastung: 60 Prozent
Erwartete Mindestwärmeleistung: 6,5 MWth
Verfügbarkeit der Wärme: 8.760 Stunden per anno ab September 2024
Abwärmenutzung für Eigenbedarf: rund 500 kWth
Installierte Wärmeübergabeleistung an Mainova: 1 MWth
Versorgungskonzept Wärme
Mainova-Contracting, 15 Jahre Vertragslaufzeit
Mainova plant, errichtet und betreibt die technischen Anlagen und baut das Verbund-Wärmenetz aus
Gesamter Wärmebedarf: 5.200 MWh/a
Gesamte Heizleistung: rund 2,5 MW
Nutzung von Abwärme mittels Wärmepumpen
570 Tonnen (t) CO2-Ersparnis gegegenüber BHKW und Gasspitzenkessel
Primärenergiefaktor 0,32
Erhöhung der Versorgungssicherheit durch Redundanz
Reduzierung der Wärmeabgabe an die Umgebung
Technische Anlagen (Heizzentralen)
Bestand: Heizzentrale Hugo-Hoffmann-Ring
... Künftig nur noch für Spitzenlasten und als Redundanz genutzt ... BHKW, Erdgas (Betrieb mit Biomethan nach EEG), 115 kWth, 70 Kilowattelektrisch (kWel) ... 2 Erdgaskessel (jeweils 575 kWth) ... Zusätzlich sind 3 x 2.000 l Pufferspeicher installiert ... Spitzen- und Redundanzlast
Neu: Heizzentrale im Rechenzentrum
... Künftige Hauptversorgung ... Nutzung der Serverabwärme aus dem Kühlkreislauf des Rechenzentrums ... 2 Hochtemperatur-Großwärmepumpen (WP) ... Pufferspeicher für Spitzenlast (12 m³) ... Heizleistung ~ 1,2 MW thermisch 5 ... Anlieferung WP voraus. Okt. 2024 und Inbetriebnahme zum Jahreswechsel 2024/25
PV-Anlage ... zur Grünstromeigennutzung für die Wärmepumpen ... deckt circa 10 Prozent des Jahresstromverbrauchs ab ... 250 Module, knapp 100 kWp
Wärmenetz ... Aufbau eines erdverlegten Nahwärmenetzes (~ 1.100 Trassenmeter) ... Anbindung an das Bestandsnetz im Hugo-Hoffmann-Ring
Stand: 08.12.2025
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