Europäischer KI-Wettlauf Niederlande bewerben sich um Gigafactory mit 100.000 KI-Chips

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Mit direktem Zugang zu Windenergie und breitem Partnernetzwerk steigt die Niederlande offiziell ins Rennen um eine von vier EU-finanzierten KI-Gigafactories ein.

Symbolbild: Die Niederlande haben offiziell eine Bewerbung für das EU-Projekt eingereicht. Welche Standorte den Zuschlag für eine KI-Gigafactory erhalten, ist noch offen.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Die Niederlande haben offiziell eine Bewerbung für das EU-Projekt eingereicht. Welche Standorte den Zuschlag für eine KI-Gigafactory erhalten, ist noch offen.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Die Niederlande wollen eine Schlüsselrolle in der europäischen KI-Infrastruktur übernehmen: Das De Groot Family Office (DGFO) hat gemeinsam mit dem Energieversorger Eneco ein offizielles Standortkonzept bei der Europäischen Kommission eingereicht. Ziel ist es, eine von insgesamt vier geplanten KI-Gigafactories (Künstliche Intelligenz) im Rahmen des EU-InvestAI-Programms im eigenen Land zu realisieren.

Das Investitionsprogramm soll bis zu 20 Milliarden Euro an privaten und öffentlichen Mitteln für souveräne europäische KI-Infrastruktur mobilisieren. Die geplanten Gigafactories sollen künftig hochkomplexe Modelle trainieren – mit bis zu 100.000 spezialisierten KI-Chips der neuesten Generation.

Direkte Einspeisung von Offshore-Windenergie geplant

Das niederländische Konzept setzt auf direkte Einspeisung von Windstrom aus der Nordsee. Durch die strategische Lage an einem „Landungspunkt“ für Offshore-Wind und die Nähe zu flexiblen Backup-Kraftwerken will das Konsortium eine stabile Energieversorgung realisieren – ohne zusätzliche Belastung des niederländischen Stromnetzes. Angaben zur benötigten Leistung wurden nicht veröffentlicht, laut Kommissionsplänen werden die Standorte jedoch auf mehrere Hundert Megawatt (MW) ausgelegt sein.

Initiator Han de Groot sagte: „So wie Züge Gleise brauchen, braucht KI ihre eigene Infrastruktur“. Für ihn ist klar: Die Niederlande bieten beste Voraussetzungen – mit der AMS-IX als einem der weltweit größten Internetknoten, einer dynamischen Tech-Szene rund um Unternehmen wie ASML oder Adyen sowie einem starken akademischen Netzwerk.

Breites Konsortium aus Forschung, Wirtschaft und Infrastruktur

Der niederländische Vorschlag wird von mehr als 25 Partnern getragen: darunter die Technische Universität Eindhoven, die Erasmus Universität, Amsterdam UMC, ING, ABN Amro, Picnic, Achmea sowie Infrastrukturakteure wie AMS-IX, SIDN und der Energieversorger Eneco. Auch institutionelle Kapitalgeber wie CVC Dutch Infrastructure Fund, EQT Life Sciences oder Invest-NL sind Teil der Initiative.

Die Architektur der künftigen Anlage ist noch nicht final, eine erste Konzeptgrafik wurde jedoch veröffentlicht. De Groot betont, dass politische Unterstützung entscheidend sei: „Wenn die Niederlande ernsthaft mitspielen wollen, müssen wir das auch zeigen: geschlossen und sichtbar.“

Vier Gigafactories für Europas KI-Souveränität

Die Bewerbung ist Teil einer EU-weiten Ausschreibung. Neben den Niederlanden haben auch Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich, Tschechien, Italien und Schweden Interesse bekundet. Die vier geplanten Anlagen gelten als zentrale Bausteine für Europas technologische Unabhängigkeit im KI-Sektor.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits im Februar erklärt, dass die EU das Erfolgsmodell des CERN – des europäischen Teilchenforschungszentrums – auf den Bereich Künstliche Intelligenz übertragen will. Die KI-Gigafactories sollen grenzüberschreitende Forschung und Entwicklung ermöglichen und in Bereichen wie Medizin und Naturwissenschaften neue Durchbrüche fördern.

Ob sich die Niederlande mit ihrer Kombination aus Standortqualität, Energieverfügbarkeit und Partnerstruktur durchsetzen können, wird in den kommenden Monaten entschieden. Die finale Auswahl trifft die Europäische Kommission.

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