Mit MACH vom Dampfer zum Speedboat Modulare Digital-Experience-Plattformen beschleunigen Prozesse

Ein Gastkommentar von Thomas Iordanidis* 3 min Lesedauer

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Unternehmen sind oft an starre IT-Strukturen gebunden. Wie schnell sie Produkte einführen oder auf Marktveränderungen reagieren können, diktiert dann der Softwarehersteller. Dabei müsste genau das Gegenteil der Fall sein: Das technische Rüstzeug sollte sich den Bedürfnissen der Firmen anpassen. Die Lösung ist ein Composability-Ansatz.

Nach Darstellung von Thomas Iordanidis,Macaw, beschleunigen modulare Digital-Experience-Plattformen Prozesse. (Bild:  Macaw)
Nach Darstellung von Thomas Iordanidis,Macaw, beschleunigen modulare Digital-Experience-Plattformen Prozesse.
(Bild: Macaw)

Composability beendet die Alleinherrschaft des Techniklieferanten. Organisationen können sich damit ihre Anwendungen nach dem Baukasten-Prinzip zusammenstellen.

Traditionell haben sich Unternehmen monolithische Software-Architekturen angeschafft. Das Problem: Die großen Systeme mit voneinander abhängigen Komponenten reagieren zu schwerfällig, wenn sich Geschäftsanforderungen ändern. IT-Abteilungen müssen dann umständlich neue Funktionalitäten in eine Software integrieren, die aber gar nicht für Erweiterungen ausgelegt ist.

Das Resultat ist eine komplexe und teure Struktur, die die Flexibilität einschränkt. Weder können Unternehmen auf neue Kundenwünsche zeitnah reagieren, noch personalisierte Customer Journeys aufbauen. Nur ein modularer Software-Ansatz, auch composable genannt, kann das Bedürfnis nach Skalierbarkeit und Schnelligkeit erfüllen.

1. Was ist Composability?

Composability beschränkt sich nicht auf die technischen Anpassungen einer Ist-Situation, sondern steht für ein komplett neues Mindset mit Flexibilität und Skalierbarkeit als wichtigste Komponenten. Statt sich an eine starre Softwarestruktur zu binden, verfolgt der modulare Ansatz die Idee, dass sich jedes Unternehmen unabhängig von einem Lieferanten seine Technik-Tools so zusammenstellt, dass sie punktgenau seine Bedürfnisse erfüllen: etwa schnelle Produkteinführungen und nahtlose, kanalübergreifende Customer Journeys.

2. Welche Vorteile bietet Composability für IT und Marketing?

Composability löst rigide IT-Strukturen auf und führt dazu, dass sich die Verantwortung für Anwendungen besser im Unternehmen verteilt. Möchte etwa das Marketing-Team auf die wachsenden Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden reagieren, kann es mit einer Composable-Plattform schnell und eigenständig seinen digitalen Footprint ausweiten. Es kann selbst entscheiden, welche Tools es seinem Werkzeugkasten hinzufügen möchte: von Erstellung und Versand von Newslettern bis zur Personalisierung der Customer Journey auf jedem Kanal.

Diese neue Kompetenz und Entscheidungsfreiheit führt zu Innovationen und einem Wachstum, das monolithische Strukturen bisher ausbremsten, weil sie nicht dafür ausgelegt sind, mit anderen Systemen oder Plattformen zu interagieren. IT-Abteilungen müssen sich bei dem modularen Ansatz also nicht mehr der Roadmap eines übermächtigen Softwareherstellers beugen, sondern können ein eigenes technologisches Umfeld schaffen, um die Erwartungen der digitalen Welt zu erfüllen.

3. Welche Schritte führen zur Composability?

Der wichtigste Schritt zu einem composable Business ist das Einreißen von Silos. Ein Composability-Team muss aus Vertretern verschiedener Abteilungen bestehen, die zusammen an der Orchestrierung arbeiten und die Anwendungen auswählen. Neben Verantwortlichen aus der IT-Abteilung dürfen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Marketing, Sales und Kundenservice auf keinen Fall fehlen; schließlich wissen sie am besten, was Kunden sich wünschen und welche Daten zu besseren und personalisierten Customer Journeys führen.

Die technische Basis ist ein MACH-Ansatz, bestehend aus Microservices, API-first, Cloud-native und Headless. Im ersten Schritt müssen Unternehmen das Backend vom Frontend entkoppeln – also headless werden. Wenn beides unabhängig voneinander funktioniert, kann das Team mit der individuellen Zusammenstellung von ergänzenden Technologien wie APIs und SaaS-Lösungen beginnen.

Dennoch ist beim Einkaufsbummel Vorsicht geboten, damit sich die Tools letztlich optimal ergänzen. Abschließender Schritt ist das Zusammenfügen der Anwendungen in eine 'composable Digital Experience Plattform' (cDXP) mit einheitlicher Benutzeroberfläche, die eine nahtlose Employee aber auch Customer Experience ermöglicht.

*Der Autor
Thomas Iordanidis ist Service Line Manager Digital Experience bei Macaw Germany, ein Unternehmen, das Macaw Software und Services im Bereich digitales Marketing (Campaigning, Social Media, Influencer- und Content-Marketing), Experience Platforms & E-Commerce, Data & Intelligence, Business & Cloud Applications sowie Digital Workplace anbietet. „Es gibt keinen Königsweg zur perfekten modularen Digital-Experience-Plattform“, sagt er. „Die Zusammenstellung wird von den individuellen Wünschen und Ansprüchen jedes Unternehmens abhängen. Um die Ist-Situation zu analysieren und die beste Methode für den Weg zur Composability zu bestimmen, sollten Organisationen sich externe Unterstützung holen. Sind die Geschäftsprozesse erst einmal in einer cDXP integriert, wird dies dazu führen, dass Unternehmen sich von einem trägen Dampfer zu einem wendigen Speedboot entwickeln und flexibel und schnell auf neue Herausforderungen reagieren können.“

Bildquelle: Mcgraw

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