News-Kioske kanalisieren die Informationsflut

Moderne Zeitungsmacher filtern die Cloud

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Was man benötigt, ist ein Account in einem sozialen Netzwerk. Hierbei wird Twitter ebenso unterstützt, wie Facebook. Der Einfachheit halber sei für die nachfolgenden Ausführungen, ein Twitter-Konto als gegeben vorausgesetzt. Über den Twitter-Account meldet man sich bei Paper.li an und beginnt damit, seine eigene Zeitung zu entwerfen. Dazu bedarf es eines frei wählbaren Zeitungsnamen und einer Definition der zu verwendenden Quellen.

Quellen sind dabei für Paper.li Informationen, die bereits veröffentlicht sind. Dies kann eine Information in einem RSS-Feed sein, ein in Twitter veröffentlichter Tweet oder ein Schlüsselwort bei Google+. Bis zu zehn Quellen können so als Input für die eigene Zeitung genutzt werden. Dabei erleichtert ein Filtermechanismus die Spezifikation. Dieser ermöglicht es, nur die Informationen auszuwählen, die man benötigt. Sucht man beispielsweise zum Thema Security Informationen, wählt man den Twitter-Account aus, der diese bietet. In der Feinabstimmung negiert man dann die Begriffe, zu denen man keine Informationen wünscht oder nennt die Begriffe, die zwingend enthalten sein müssen. Relevante Informationen werden dann in das Artikelset übernommen.

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So sind beispielsweise in der Paper.li-Zeitung „Deutschsprachige Sicherheitsinformationen“ Security-News aggregiert, die in deutscher Sprache verfasst sind und den Schwerpunkt Malware (Viren, Trojaner, etc.) abdecken. Dieses Newspaper vermittelt einen Szene-Eindruck von den aktuellen Tagesthemen. Die gewünschten Zielinformationen veröffentlichen Sicherheitsfirmen, Antivirenhersteller, Computerzeitschriften, Beratungsunternehmen und Privatpersonen.

Erfreulicherweise unterstützt Paper.li auch eine Sprachauswahl bei der Informationssuche. Man sollte aber bedenken, dass dies zu einer Reduzierung der generellen Informationsmenge führt, da englischsprachige Inhalte dominieren. Die Konfiguration geht dabei umso flotter von der Hand, je genauer die Informationsquellen ausgewählt werden können. Existieren beispielsweise bereits Twitter-Listen von Accounts, die Infos zu den gewünschten Themen veröffentlichen, so lässt sich die Quellendefinition zügig erledigen. Als letzte Aktion wählt man noch einen Veröffentlichungszyklus, der einmal täglich sein kann, zweimal täglich erfolgt oder auch nur einmal pro Woche.

Ausprobieren statt Studieren

Das sofortige Erstellen einer Zeitung mit den aktuellen Parametern ist leider nicht möglich, so dass man für eine Erfolgskontrolle immer auf die nächste Ausgabe der Zeitung warten muss. Paper.li plant Erweiterungen und sammelt dazu auch Anregungen aus der Community. Nach eigenen Angaben sind dies derzeit zwei Millionen User, die 150.000 Online-Zeitungen publizieren. Bisher veröffentlichte Paper.li aber noch keine Roadmap, wie es weitergehen soll. Aktuell wurde aber ein PRO-Modus eingeführt, der es gegen Zahlung von monatlich 9 US-Dollar erlaubt, zusätzliche Layout- und Inhalts-Parameter der Zeitung zu beeinflussen. Ein klassisches Handbuch gibt es für Paper.li übrigens nicht – wohl aber einen Blog und ein gepflegtes Hilfesystem mit How-To-Anweisungen, das bei den typischen Startproblemen weiterhilft. Auch der Direkt-Support via Formular gibt zügig eine kompetente Antwort.

Für eine Zeitung, die einen Mehrwert bieten soll, ist es zwingend erforderlich, zu wissen, welches Resultat bzw. welche Zielinformation herauskommen soll. Im Prinzip kennt das jeder von der Suche im WWW. Je präziser man die gesuchte Information beschreibt, umso besser das Suchergebnis. Wenn man die Twitter-Accounts, Facebook-Pages, Presse-Seiten und RSS-Feeds kennt, die Zielinformationen veröffentlichen, lässt sich das gewünschte Ergebnis gut eingrenzen. Weitere Detaillierungen können dann über Filter vorgenommen werden.

Quellen lassen sich bei Twitter finden, indem man via http://search.twitter.com nach typischen Schlagworten sucht und so Accounts aufspürt, die zum Thema posten. Fachzeitschriften und Blogs bieten oft RSS-Feeds an. Auch diese kann man problemlos einbinden und so interessante Texte aufführen. Praktische Tipps zu weiteren Quellen findet man im Paper.li-Hilfesystem. Ansonsten gilt, einfach etwas zu experimentieren. Damit ist Paper.li ein anwendungsfreundlicher Service, der eine selektive Auswahl von Informationen in einem ansprechenden Layout generiert. Wer die Informationsflut besser in den Griff bekommen will, der sollte etwas Zeit in Paper.li investieren und selbst einmal sein Glück als Zeitungsmacher versuchen.

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