Seit vergangener Woche ist die integrierte Hybrid-Funktion in „Azure Quantum“ verfügbar. Das hat die Microsoft Corporation in einem Blogpost von Krysta Svore, Distinguished Engineer und Vice President of Advanced Quantum Development Quantum bei Microsoft, bekannt gegeben.
„Azure Quantum“ ist der Cloud-Platz von Microsoft, der Quantum Computing in großem Maßstab ermöglichen soll - nun in Verbindung mit klassischer IT.
(Bild: Microsoft)
Die neue Funktion soll eine nahtlose Integration von Quanten- und klassischen Berechnungen in der Cloud erlauben, nach Angaben von Microsoft „ein Novum in der Branche und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu skalierbarem Quantencomputing“. Mit der Integration von klassischem und Quanten-Code können Wissenschaftler*innen hybride Quantenanwendungen entwickeln, die auf einem der bereits heute verfügbaren Quantencomputer in Azure Quantum laufen, dem „Quantinuum“.
Damit Forscher*innen zur Lösung komplexer Probleme beitragen können, etwa zur Bewältigung des Klimawandels oder der weltweiten Ernährungsprobleme, sind Quanten in großem Maßstab erforderlich. Nach heutigem Kenntnisstand brauchen Maschinen, die das können, mindestens eine Million stabiler und kontrollierbarer Qubits.
Zum Vergleich: Heute verfügbare Quantenrechner bieten gerade einmal 100 bis 200 Qubits. Microsoft macht große Fortschritte bei der Entwicklung von Maschinen mit einer exponentiellen Zahl von Qubits. Bis diese Rechner verfügbar sein werden, setzt das Unternehmen aber auf die Integration von Quantenmaschinen und klassischen Supercomputern in der Cloud.
Fehlertolerantes Quantencomputing ist nur über die Cloud möglich
Die Leistungsfähigkeit der Cloud ist nach Microsoft-Angaben für den Betrieb einer fehlertoleranten und dennoch stabilen Quantenmaschine notwendig, weil es dafür eine enorme Rechenleistung braucht. Daher integriert Microsoft den Quantencomputer mit klassischen Rechnern im Peta-Maßstab in Azure. Damit sind Rechensysteme gemeint, die mindestens 1015 Gleitkommaoperationen pro Sekunde (1 PetaFlops) berechnen und zudem in der Kommunikation zwischen Quanten- und klassischen Systemen über eine Bandbreite von bis zu 100 Terabit pro Sekunde kommunizieren können.
Wie wichtig diese Fehlertoleranz ist, zeigt eine weitere Zahl: Eine Maschine muss in der Lage sein, eine Quintillion (1030) Operationen durchzuführen und darf dabei höchstens einen Fehler machen. Oder noch mal anschaulicher: Wenn jede Operation einem Sandkorn auf der Erde entspräche, dürfte höchstens eins dieser Sandkörner fehlerhaft sein.
Die Hochverfügbarkeit und die Möglichkeiten zur Skalierung von Rechenleistungen in den Peta-Bereich über die Cloud schafft nicht nur neue Möglichkeiten für das Lösen quantenmechanischer Probleme. Es ist auch wichtig, dass diese Rechenleistungen effizient und kostengünstig verfügbar sind.
Cloud-Rechenkapazität hilft bei Lösung quantenmechanischer Probleme
So haben vor kurzem Wissenschaftler*innen der ETH Zürich und des Pacific Northwest National Laboratory zusammen mit Forschenden von Microsoft einen automatisierten Arbeitsablauf vorgestellt, mit dem Prozesse für Forschung und Entwicklung in Quantenchemie und Materialwissenschaften verbessert werden können. Durch das Optimieren des klassischen Simulationscodes und seine Umwandlung in Cloud-nativen Code konnte das interdisziplinäre Team die Kosten für Simulationen von katalytischen chemischen Reaktionen um den Faktor 10 senken.
Die Berechnung ist iterativ und adaptiv, während die Qubits kohärent sind.
(Bild: Microsoft)
Solche Möglichkeiten werden sich noch häufiger ergeben, weil die Rechenleistung in der Cloud kontinuierlich wächst, zeigt sich Svore überzeugt. High-Performance-Computing in Azure biete in der Kombination mit Künstlicher Intelligenz ein riesiges Potenzial für Fortschritte in der Chemie und Materialwissenschaft – kurzfristig durch Skalierung und Hochgeschwindigkeit im klassischen Computing sowie langfristig über eine skalierbare Quantenmaschine in Azure.
Diese Maschine soll eine exponentiell höhere Genauigkeit bei der Modellierung neuer Pharmazeutika, Chemikalien und Materialien ermöglichen. Die Möglichkeiten, damit Fortschritt und Wachstum freizusetzen, sind enorm, wenn man bedenkt, dass Chemie und Materialwissenschaft ganze 96 Prozent aller hergestellten Waren beeinflussen.
Fortschritte durch Hyperscale-Cloud mit KI, HPC und Quantencomputing
Solche Fortschritte lassen sich aber nur erzielen, wenn so eine Quantenmaschine mit den KI-Supercomputern und der Skalierbarkeit von Azure integriert ist. Wissenschaftler*innen und Menschen aus der Praxis werden damit in der Lage sein, eine neue Klasse von Cloud-Anwendungen zu entwerfen, die KI, High Performance Computing (HPC) und Quantencomputer in großem Maßstab zusammenbringen.
Svore fordert auf: „Stellen Sie sich zum Beispiel vor, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn Forschende mithilfe von KI riesige Datensätze sortieren, die Erkenntnisse mit HPC analysieren und anschließend über Quantencomputer in großem Maßstab die Genauigkeit von modellhaften Rechnungen verbessern.“ Solche Szenarien würden durch die nahtlose Integration von HPC, KI und Quantencomputing in einer einzigen Anwendung auf Azure möglich sein, so der Distinguished Engineer.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Krysta Marie Svore (geboren 1979) leitet das „Azure Quantum“-Software-Team bei Microsoft in Redmond, Washington, wo sie Distinguished Scientist und Vice President of Quantum Software ist. Neben der Quanteninformatik hat sie auch an der Forschung im Bereich des Maschinellen Lernens gearbeitet.
Ab sofort würden Forschende und Anwender*innen in der Lage sein, hybride Quantenanwendungen aus einer Mischung von klassischem und Quantencode zu entwickeln, sagt sie. Das werde zum Beispiel Algorithmen mit der Fähigkeit zur Adaptive Quantum Phase Estimation hervorbringen, welche die Vorteile klassischer Berechnungen nutzen, sich dabei aber schrittweise (iterativ) entwickeln und anpassen, während die physikalischen Qubits kohärent und damit in der Lage sind, mehrere mögliche Ergebnisse gleichzeitig und fehlertolerant zu berücksichtigen. Darüber hinaus seien auf Quantencomputern Berechnungen möglich, für die klassische Computer gar nicht in Frage kommen. So werde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum skalierbaren Quantencomputing erreicht.