Laut BaFin wächst Markt für betriebliche Cyber-Versicherungen rasant, die Prämienhöhe auch Kontinuierliche Pentests senken Kosten für Cyber-Versicherungen

Quelle: Pressemitteilung Horizon3.AI Europe GmbH 3 min Lesedauer

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Unternehmen können ihre Kosten für Cyber-Versicherungen deutlich senken, indem sie regelmäßige Penetrationstests (Pentests) ausführen, um die Resilienz ihrer IT-Infrastrukturen nachzuweisen. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus dem „Cyber Security Report DACH 2025" des Sicherheitsunternehmens Horizon3.ai.

Bestellte Einbruchsversuche in die IT- und Datacenter-Inftastruktur eines Unternehmens können Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie haben. (Bild: ©  Christian Schwier - stock.adobe.com)
Bestellte Einbruchsversuche in die IT- und Datacenter-Inftastruktur eines Unternehmens können Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie haben.
(Bild: © Christian Schwier - stock.adobe.com)

Gut zwei Drittel (69 Prozent) der 300 befragten, im Wesentlichen mittelständischen Unternehmen verfügen über einen umfassenden Versicherungsschutz im Fall von Hacker-Angriffen. Weitere 14 Prozent sind eigenen Angaben zufolge zumindest teilweise versichert: Hier beschränkt sich der Schutz sich auf ausgewählte Cyber-Risiken.

Dennis Weyel von Horizon3.AI zeigt sich überzeugt: „Angesichts der sich verschärfenden Bedrohungslage werden kontinuierliche Pentest-Nachweise bald Voraussetzung sein, um Cyber-Risiken überhaupt noch versichern zu können. “ Bis jetzt sind aber nur 69 Prozent der Firmen überzeugt, dass kontinuierliches Pentesting Einfluss auf Versicherungsprämien hat.

Allerdings beantworten beinahe die Hälfte (48 Prozent) die Fragenach der Bedeutung mit „hoch“ (20 Prozent), „sehr hoch“ (17 Prozent) oder „extrem hoch“ (11 Prozent). Weitere 21 Prozent räumen Pentests „einen gewissen Einfluss“ auf die Prämienhöhe ein, halten aber andere Aspekte für wichtiger.

Schätzung: 71 Milliarden Euro Kostenersparnis pro Jahr durch Pentesting

Laut Umfrage ist es 28 Prozent der Firmen eigenen Angaben zufolge tatsächlich schon gelungen, eine Prämienreduzierung bei ihrer Assekuranz durchzusetzen. Branchenberichte gehen von einer Absenkung in der Größenordnung von 10 bis 20 Prozent aus, abhängig vom Versicherer und Risikoprofil.

International Technical Director Weyel ordnet ein: „Angesichts einer sich ständig verschärfenden Sicherheitslage geht es in vielen Fällen weniger um Prämienreduzierung als vielmehr darum, einen übermäßigen Anstieg zu verhindern. Und es ist wohl absehbar, dass Assekuranzen künftig immer weniger bereit sein werden, für Unternehmen ohne regelmäßige IT-Sicherheitsnachweise durch Penetrationstests überhaupt noch Cyber-Versicherungen anzubieten."

Er verweist auf Schätzungen, wonach sich die Schäden durch Hackerangriffe um bis zu 40 Prozent reduzieren lassen, wenn regelmäßig Pentests ausgeführt und die dabei gefundenen Sicherheitslücken zügig behoben werden. Bei einer vom IT-Branchenverband Bitkom geschätzten Schadenshöhe von 178 Milliarden Euro im Jahr 2024 durch Cyber-Kriminalität käme das einer Kostenersparnis von über 71 Milliarden Euro jährlich gleich.

Viele, viele Euros für Schäden

Eine Schätzung welchen Aufwand das Pentesting bei denselben Unternehmen verursachen würde, liefert Horizon3.AI hingegen nicht. Allerdings korrelieren die Bitkom-Zahlen größtenteils mit den Einschätzungen der von Horizon3.ai befragten Unternehmen. So stufen 39 Prozent der Firmen laut 2025 den wirtschaftlichen Schaden durch Cyber-Kriminalität in Deutschland völlig richtig auf 100 bis 200 Milliarden Euro ein.

Aber 29 Prozent liegen darunter (unter 100 Milliarden Euro), 12 Prozent sogar deutlich (unter 50 Milliarden Euro). Ein knappes Drittel (31 Prozent) geht hingegen von einer höheren jährlich Schadenssumme aus (200 bis 300 Milliarden Euro)."„70 Prozent der Unternehmen sind sich der immensen finanziellen Schäden und Folgekosten bewusst, die durch Cyberangriffe entstehen können", zitiert Weyel aus dem Bericht von Horizon3.ai, „die Versicherungswirtschaft bereitet sich auf zunehmende Cyberschäden vor."

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bereits eine offizielle Empfehlung für "eine umsichtige Tarifierung und eine angemessene Rückversicherung" an die Versicherungsbranche ausgesprochen. Der Grund: Der Markt für Cyber-Policen wächst zwar rasant, aber das Geschäft ist für die Assekuranzen nicht immer auskömmlich, weil die Angriffe und die dadurch verursachten Schäden ebenso rasant zunehmen.

Background von Seiten der BaFin

Zwischen 2020 und 2022 hat sich das Geschäft mit reinen Cyber-Policen (Stand Alone) im selbst abgeschlossenen Geschäft von Erstversicherern über alle Kundengruppen und Regionen hinweg nach Auskunft der BaFin mehr als verdoppelt. Auf Basis der gebuchten Bruttobeiträge belief sich das Volumen 2022 auf rund 700 Millionen Euro; das entspricht einem Zuwachs von 144 Prozent im Vergleich zu 2020.

Bemerkenswert ist laut BaFin, dass die Beitragseinnahmen der Versicherer stärker angestiegen sind als die Zahl der Verträge. Dies deutet auf signifikante Prämienerhöhungen hin, vor allem im Zeitraum 2021 bis 2022.

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht rechnet mit weiterem Wachstum im Markt für Cyber-Versicherungen. Prognostiziert wird, dass im selbst abgeschlossenen Geschäft bald die Marke von einer Milliarde Euro überschritten wird, während das übernommene Geschäft in Richtung zwei Milliarden Euro steuern dürfte.

Im deutschen Cyber-Versicherungsgeschäft stellen Industrieunternehmen die wichtigste Kundengruppe dar: Sie stehen in allen Auswertungen für etwas mehr als 80 Prozent der Beitragseinnahmen. Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen liegt zwischen 15 und 20 Prozent, während Privatkunden mit rund einem Prozent nur eine sehr geringe Rolle spielen.

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