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Pilotprojekt: Vogelsbergkreis setzt im Rechenzentrum auf geothermische Kühlung

Klimatisierung mit Geothermie senkt Stromkosten

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Ein Luft-Wasser-Wärmetauscher, der in die InRow-Kühlanlage integriert ist, nimmt die Abwärme der EDV-Komponenten auf. Dies erfolgt ohne Umlenkverluste, da die Luft – ebenso wie in den IT-Geräten – in einem horizontalen Strom fließt. Das Kühlwasser erwärmt sich dadurch auf ca. 20 Grad. Anschließend wird das Wasser mit Hilfe der Zirkulationspumpen durch die Rohrleitungen in das Erdreich geführt, wo die Wärme wiederum entzogen wird.

„Ganz wichtig für den reibungslosen Betrieb dieses Systems ist die konstante Vorlauftemperatur des Kaltwassers, das in den InRow-Kühler eingespeist wird“, erklärt Michael Wöhle, Projektleiter der DANES Datennetzwerktechnik GmbH. „Das Wasser darf keinesfalls zu kalt sein, da sich sonst Kondenswasser in der Kühlanlage bilden kann, welches ansonsten mit energetischem Aufwand beseitigt werden müsste.“ Eine Vorlauftemperaturregelung kontrolliert daher, dass die Wassertemperatur stets außerhalb des Taupunkts liegt.

Bei dem Projekt im Vogelsbergkreis wird zusätzlich ein großzügig dimensionierter FreeCooler im Außenbereich installiert. Dieser übernimmt in den drei kältesten Monaten des Jahres die Kaltwassererzeugung durch indirekte freie Kühlung. Die Ruhephase der Geothermie-Anlage verhindert, dass dem Erdreich dauerhaft zu viel Wärme zugeführt wird. Die dreimonatige Winterpause gibt dem Erdreich also Zeit, sich wieder zu entspannen.

Zielsetzung: 80 Prozent weniger Energieverbrauch

IT-Leiter Kai Greinke verbindet mit dem Projekt hohe Erwartungen: „Wir wollen die Stromkosten für die Klimatisierung langfristig um rund 80 Prozent reduzieren. Ganz wichtig ist für uns zudem die Zukunftsfähigkeit der Lösung: Wir gehen davon aus, dass wir mit der Anlage ausreichend Kühlleistung für die nächsten 15 Jahre erzeugen können und damit für ein weiteres Wachstum der IT-Infrastruktur gerüstet sind.“

Aktuell betreut die IT-Abteilung des Vogelsbergkreises insgesamt 550 Benutzer, die sich auf elf Standorte im Landkreis verteilen. Im Rechenzentrum laufen derzeit 50 physische Server, die für den Betrieb von mehr als 50 Standard- und Fachverfahren benötigt werden. Kai Greinke ist sich sicher, dass die Serverkapazitäten in Zukunft weiter ausgebaut werden müssen, um zusätzliche Verwaltungsaufgaben abzudecken.

Neben der Leistungsfähigkeit der neuen Technologie spielen auch die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz für den Vogelsbergkreis eine entscheidende Rolle: Die Organisation hatte bereits in den letzten Jahren die PCs an den meisten Arbeitsplätzen durch Thin Clients ersetzt, da diese 70 bis 80 Prozent weniger Strom verbrauchen als herkömmliche Desktop-Rechner.

Im Rechenzentrum wurde die Anzahl der physischen Server durch Virtualisierung reduziert und eine strategische Entscheidung für den Einsatz energieeffizienter Blade-Systeme getroffen. „Das Geothermie-Projekt ist nun ein weiterer großer Schritt hin zu einer möglichst „grünen“ IT“, sagt Kai Greinke. „Wir freuen uns dabei ganz besonders, dass wir bei diesem Thema eine echte Vorreiterrolle einnehmen können.“

Projekt-Blog zum Thema

Das Geothermieprojekt im Vogelsbergkreis wird in einem Projekt-Blog dokumentiert. Dort können Sie den Fortschritt der Implementierung live verfolgen und weitere Hintergrundinformationen zum Projekt abrufen.

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Projekt-Blog

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