KI hält verstärkt Einzug in die verschiedensten Bereiche der modernen Arbeitswelt. Auch in den Rechenzentren selbst spielt KI-Kontext eine wichtige Rolle, wie das AIOps-Konzept zeigt. Damit können unter anderem Netzwerkvorgänge vereinfacht, Fehler minimiert und Routine-Aufgaben beschleunigt werden.
Künstliche Intelligenz und Operations miteinander zu kombinieren, hält Erwin Breneis von Juniper Networks insbesondere für die Netzwerke in Rechenzentren für eine gute Idee.
(Bild: Eliane - stock.adobe.com)
In Rechenzentren muss eine 24x7-Verfügbarkeit gegeben sein; Ausfälle sind nicht tolerierbar. In der Regel setzen Unternehmen deshalb auf eine redundante Auslegung der Hardware, um Ausfallsicherheit zu realisieren beziehungsweise eine schnelle Umsetzung von Disaster-Recovery-Konzepten zu ermöglichen.
Dieser Betriebsmodell-Ansatz ist eher auf die Reaktion ausgelegt, etwa auch im Kontext des klassischen Monitorings, das Events oder Alarme registriert und damit die Basis für die Fehlerbehebung und Störungsbeseitigung schafft. Ein solcher Ansatz erfordert die Nutzung zahlreicher Tools und auch einen hohen Personalaufwand.
Generell stehen Unternehmen heute zudem vor der Herausforderung, Effizienzverbesserungen zu erreichen. Und dies betrifft auch Rechenzentren und hier nicht nur Platz, Energie und Ressourcen, sondern auch die Prozesse. Dabei geht der Trend weg von einem reaktiven hin zu einem proaktiven Ansatz.
Das AIOps-Konzept
An diesem Punkt kommt das Konzept AIOps ins Spiel. Prinzipiell beschreibt der Begriff AIOps Technologieplattformen und Prozesse, die IT-Teams helfen, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen und zeitnah auf Netzwerk- und Systemvorfälle zu reagieren. Die zentralen Komponenten einer AIOps-Plattform sind eine KI-Engine, die in der Lage ist, Ereignisse zu korrelieren, und KI-Algorithmen, die Wissen oder Muster aus einem Satz von Beobachtungen extrahieren.
Bei der KI-Nutzung im AIOps-Kontext dominieren dabei momentan klassische ML-Modelle mit 'Supervised' und 'Unsupervised Learning'. Aber auch die generative KI wird als Hilfsmittel und User Interface verstärkt an Bedeutung gewinnen. Dadurch können dann nicht mehr nur ausgewiesene Netzwerkexperten Fragen stellen, um spezifische Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
AIOps bietet vor allem Vorhersehbarkeit, indem Muster und Anomalien, also auch potenzielle Störfälle frühzeitig identifiziert werden. Dafür schafft AIOps zunächst eine domänenübergreifende Visibilität, indem mehrere Datenquellen zusammengeführt und KI-basiert analysiert werden. Dies betrifft nicht nur die reine Infrastruktur, sondern auch Services und Applikationen, die auf Bare-Metal-, Container- oder VM-Umgebungen laufen.
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Energiemanagement, Geräteverwaltung, Workload-Management und Sicherheit – vier Bereiche, in denen sich der Einsatz von KI bereits bewährt hat. Bis zum Jahre 2035 soll KI die Unternehmensgewinne um durchschnittliche 38 Prozent anheben. Die Wirtschaft steht unter Druck, Reserven der Produktivität freizusetzen und neue Wege der Entscheidungsfindung zu betreten. Gerade im Mittelstand herrscht noch viel Unkenntnis und Unsicherheit, was den Einsatz von KI bis jetzt ausbremst. Jedoch hält gerade Künstliche Intelligenz mittlerweile in allen Bereichen der IT und OT unerbittlich Einzug. (PDF | ET 29.02.2024) Hier das Inhaltsverzeichnis:
Gerade die Services spielen im Kontext von Rechenzentren eine wichtige Rolle, Stichwort: Service Level Expectation (SLE). SLEs enthalten eine Reihe von Performance-Indikatoren, die anzeigen, ob die Qualität eines Dienstes den definierten Erwartungen entspricht, etwa im Hinblick auf Netzwerkauslastung, Bandbreiten-Kapazität, Antwortzeiten, Qualität der Fiber-Optiken oder dem Switch-Zustand.
Konkret erhalten Unternehmen mit AIOps Kontextinformationen zu Telemetrie- und Protokolldaten sowie zum Datenverkehr im Netzwerk in der gesamten IT-Infrastruktur in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit. Diese Daten werden dann mit relevanten historischen Daten kombiniert, um verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen.
Auf dieser aggregierten Datenbasis können dann Root-Cause- und auch Impact-Analysen erfolgen. Dabei werden Ursachen identifiziert und die Auswirkungen erkannt. Im Detail zeigt die Impact-Analyse dabei, wer alles von einem Problem betroffen ist oder sein könnte, also werden auch Systeme der Infrastruktur, Clients oder Services ermittelt, bei denen momentan noch keine Störung aufgetreten ist.
AIOps und die Cloud
Nach der Herstellung der Visibilität und den Impact-Analysen ist dann der nächste Schritt die KI-gestützte Bereitstellung von adäquaten Lösungen für die Bewältigung von Problemen und Störungen. Die letzte Phase der Einbindung von AIOps in den Workflow eines Unternehmens ist die Automatisierung. Sobald die AIOps-Plattform genug gelernt hat, kann sie beginnen, einfache Probleme automatisch zu beheben, noch bevor sie von IT-Mitarbeitern oder Endanwendern bemerkt werden.
Die Bereitstellungsphasen und die Integration von AIOps in IT-Workflows.
(Bild: Juniper Networks)
Eines muss aber klar sein: AIOps kann nicht als gekapselte Software funktionieren. Ein Cloud-Ansatz ist erforderlich, denn nur damit können die Ressourcen und Kapazitäten genutzt werden, die für die großen Datenmengen und unterschiedlichen Arten von Applikationen benötigt werden – sowohl hinsichtlich der Auswertungen als auch im Hinblick auf das kontinuierliche Lernen des AIOps-Systems.
Stand: 08.12.2025
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Die Nutzung eines Cloud-Services muss also erlaubt werden. Vereinzelt gibt es dabei noch Vorbehalte, aber hier ist inzwischen vielfach ein Umdenken erkennbar. Gerade große Unternehmen erkennen zunehmend den Mehrwert eines AIOps-Konzepts, das in einem Rechenzentrum erhebliche Vorteile hinsichtlich Geschwindigkeit und Effizienz bietet.
AIOps kann nicht als gekapselte Software funktionieren.
Verschiedene Berechnungen und TCO-Betrachtungen von Juniper Networks verdeutlichen den großen Nutzen eines AIOps-Einsatzes. Er bringt typischerweise bis zu 90 Prozent geringere OPEX und eine 10-mal bessere Verfügbarkeit mit sich. Zudem fallen bis zu 90 Prozent weniger Tickets für das Troubleshooting an.
Die AIOps-Vorteile
Durch sein umfassendes Leistungsspektrum bietet AIOps zahlreiche Vorteile bei der Verwaltung komplexer Netzwerke. Ganz abgesehen von der zeitnahen Erkennung und Behebung von Störungen erhalten Unternehmen durch die datenbasierte Analyse mittels ML-Algorithmen auch Empfehlungen oder Abhilfemaßnahmen bei Netzwerkfehlern oder Anomalien. Dieser datenzentrierte Ansatz ermöglicht den IT-Mitarbeitern eine effizientere Fehlersuche und -beseitigung.
Zudem prognostiziert AIOps das Netzwerkverhalten, so dass die IT auf etwaige Leistungseinbußen im Netzwerk frühzeitig reagieren kann. So können Betriebsteams den Netzwerkbetrieb proaktiv verwalten, anstatt nur auf Probleme zu antworten, die sich bereits auf die Benutzer und das Unternehmen negativ ausgewirkt haben.
Nicht zuletzt kann mit der AIOps-Nutzung auch die Herausforderung Fachkräftemangel adressiert werden. Schließlich werden die Mitarbeiter entscheidend von Routineaufgaben entlastet, sodass sie die Möglichkeit haben, höherwertige Tätigkeiten zu übernehmen. So müssen zum Beispiel auch keine hochqualifizierten IT-Techniker mehr für das klassische Monitoring eingesetzt werden.
*Der Autor Erwin Breneis ist Global Business Development Manager für DC Sales bei Juniper Networks. Er schließt: Um einem möglichen Missverständnis im AIOps-Kontext zu begegnen, sollte auch ein Aspekt beachtet werden: Bei AIOps geht es nicht nur darum, bereits vorhandene Abläufe zu verbessern. Der wahre Wert besteht vielmehr darin, komplexe IT-Infrastrukturen zu verwalten, wie es für IT-Teams selbst mit den besten herkömmlichen Management-Tools nicht möglich ist.