Sicherheit durch Eigenständigkeit Keine Cloud, bitte. Wir wollen handlungsfähig bleiben.

Ein Gastbeitrag von Catrin Jansen-Steffe 4 min Lesedauer

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Ein Technologiekonzern, der in diesem Zusammenhang namentlich lieber unbekannt bleiben möchte, bewertet die Realisierung eigener Hochsicherheitsrechenzentren als wichtigen Schritt zur Datensicherheit. „Wir wollen jederzeit handlungsfähig bleiben“, heißt es zu der Abkehr von Cloud-Diensten.

Das hört und liest man selten: Die Entscheidung für eigene Rechenzentren ist eine strategische, wichtige und zwar zugunsten einer uneingeschränkten Handlungsfähigkeit. (Bild:  Kamil - stock.adobe.com)
Das hört und liest man selten: Die Entscheidung für eigene Rechenzentren ist eine strategische, wichtige und zwar zugunsten einer uneingeschränkten Handlungsfähigkeit.
(Bild: Kamil - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung hat die IT-Infrastrukturen von Unternehmen jeder Größe revolutioniert. In einer Ära, in der Cyber-Bedrohungen allgegenwärtig sind, ist der Schutz sensibler Daten von größter Bedeutung, insbesondere für Hightech-Unternehmen. Ein führender deutscher Technologiekonzern, spezialisiert auf Sicherheits- und Verteidigungstechnologien, hat diesen Umstand frühzeitig erkannt und kommt mit der grundlegenden Modernisierung seiner IT-Infrastrukturen auch den Vorgaben des BSI-Gesetzes nach.

Nach diesem müssen Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse (UBI) spezielle Vorgaben und Regularien erfüllen und ihre IT-Infrastruktur grundlegend modernisieren. Mit der Entscheidung für eigene Rechenzentren und die Abkehr von Cloud-Diensten hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt unternommen, um auch zukünftig die Sicherheit und Kontrolle über seine sensiblen Daten zu gewährleisten.

Die IT-Leitung des Technologiekonzerns macht deutlich, dass in einer Zeit, in der Cyber-Bedrohungen zunehmen, die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur und die Datensouveränität entscheidende Vorteile mit sich bringe:

Die Entscheidung zugunsten eigener Rechenzentren war für uns aus strategischen Gründen unumgänglich, um unsere hohen Sicherheitsziele zu erreichen und gleichzeitig maximale IT-Souveränität zu gewährleisten. Die nun umgesetzten IT-Infrastruktur-Maßnahmen stellen in geopolitisch zunehmend schwieriger Lage sicher, dass wir jederzeit handlungsfähig bleiben.

In einem umfangreichen Ausschreibungsverfahren konnte sich das Team der Derz Deutsche Rechenzentren GmbH als Generalunternehmer durchsetzen. Der Anbieter aus Siegen, NRW, übernahm die Planung und den Bau der beiden neuen Hauptrechenzentren.

Die Anforderungen an die Neubauten waren hoch: maximale Sicherheit, Energie-Effizienz und eine schnelle Fertigstellung. Trotz hoher Komplexität und eines ehrgeizigen Zeitplans gelang es dem Dienstleister, die Hochsicherheitsrechenzentren in weniger als zwölf Monaten fertigzustellen.

Dabei stand das Projektteam durchaus vor diversen Herausforderungen. Neben dem vorgenannten straffen Zeitplan und Lieferkettenproblemen waren auch die zunehmenden Cyber-Bedrohungen und sich ändernde Marktbedingungen zu bewältigen. Doch die Zusammenarbeit zwischen den Teams beider Unternehmen war von Anfang an konstruktiv und von hoher Professionalität geprägt, bestätigen die Projektpartner heute.

Derz-Geschäftsführer Thomas Sting führt die Vorgaben des Energie-Effizienzgestzes, die für Rechenzentren gelten, vor Augen. (Bild:  Derz)
Derz-Geschäftsführer Thomas Sting führt die Vorgaben des Energie-Effizienzgestzes, die für Rechenzentren gelten, vor Augen.
(Bild: Derz)

Das Derz-Planungskonzept, das neben den hohen Sicherheitszielen auch die energetischen gemäß des neuen Energie-Effiziengesetzes (EnEfG) zu erfüllen hatte, war ausschlaggebend für den Erfolg des Projekts. Derz-Geschäftsführer Thomas Sting erinnert: „Das EnEfG wurde verabschiedet, um den Energieverbrauch in Deutschland nachhaltig zu senken und die Klimaziele zu erreichen. Rechenzentren, als Energie-intensive Anwendungen, stehen deshalb vor neuen Herausforderungen, da der Gesetzgeber in Abschnitt 4 (§§11-15) die Betreiber in die Pflicht nimmt.“

Sicherheit und Energie-Effizienz

Konkret betreffen die neuen Regularien alle Rechenzentren mit einer Nennanschlussleistung über 300 Kilowatt (kW). Die Anforderungen an die Energie-Effizienz werden schrittweise verschärft, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Dem anspruchsvollen Zeitplan folgend, müssen bestehende Rechenzentren ab Juli 2027 einen Power Usage Effectiveness (PUE) von höchstens 1,5 erreichen, während ab Juli 2030 ein PUE von maximal 1,3 gefordert wird. Für neu in Betrieb genommene Rechenzentren wie die des Technologiekonzerns, gilt ab Juli 2026 bereits ein PUE von höchstens 1,2. Diese Anforderungen berücksichtigten die Spezialisten bereits bei der Planung und Realisierung der neuen IT- Standorte für den Kunden.

Die beiden Hochsicherheitsrechenzentren des Kunden wurden an unterschiedlichen Standorten in Modulbauweise realisiert. Der Zutritt zu den Rechenzentren erfolgt über ein Konzept mit Sicherheitszonen und mehreren Zutrittskontrollinstanzen- und Systemen, um die Sicherheit der sensiblen Daten zu gewährleisten. Die Rechenzentren bilden eine gegenseitige Redundanz, und maximieren so die Ausfallsicherheit.

Die Datacenter verfügen über zwei USV-Anlagen pro Standort mit einer Leistung von 400 bis 800 Kilovoltampere (kVA). Die Stromeinspeisung wird durch Zusatzversorgung über PV-Anlagen auf den Dächern gewährleistet, um die Energie-Effizienz zu erhöhen.

Die Kühlung und der Brandschutz

Eine Besonderheit stellt die Kühlung dar, die mittels einer Technologie erfolgt, bei der Wasser im Vakuumverfahren als natürliches Kältemittel und mit einem konkurrenzlosen Wirkungsgrad eingesetzt wird. Weiterhin implementierten die Derz-Spezialisten eine Löschanlage, die mit dem umwelt- und humanverträglichen Löschmittel „Novec 1230“ arbeitet.

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Das Projekt umfasste die gesamte Bandbreite an Dienstleistungen, die für ein Rechenzentrumsprojekt erforderlich sind – von der Erstellung des Bauantrages bis hin zur Zertifizierung. So übernahmen die DeRZ nicht nur die Planung und den Bau, sondern auch das komplette Wartungskonzept für die technischen Gewerke.

Wie Derz mitteilt, garantiere das einen reibungslosen Betrieb und die Erfüllung der hohen Sicherheitsanforderungen des Technologiekonzerns. Die erfolgreiche Realisierung des Projekts, das gemäß der EN 50600 Verfügbarkeitsstufe 2 und auf Basis der vorgenannten BSI-Richtlinien erfolgte, mündete schließlich in der Zertifizierung des TÜV Saarland. Der erfolgreiche Abschluss hat die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit geschaffen, so dass die Derz auch in den kommenden Jahren die Instandhaltungsprozesse der Rechenzentren übernehmen wird.

Lob vom Kunden

Die Projektumsetzung wurde von beiden Seiten rückblickend positiv bewertet. Das Team der Derz habe einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Effizienz der IT-Infrastruktur des Technologiekonzerns geleistet. Die Reaktion von Derz-Geschäftsführer Sting fällt entsprechend aus: „Wir freuen uns, dass es uns auch unter schwierigen Bedingungen gelungen ist, dieses komplexe IT-Projekt termingerecht umzusetzen und die vom Kunden geforderten Sicherheitsstandards zu gewährleisten.“ Durch die enge Zusammenarbeit und das Engagement beider Teams hätten die hohen technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen an beiden Rechenzentrumsstandorten in Gänze erfüllt werden können.

Das Projekt zeigt, dass mit der richtigen Planung und einem erfahrenen Partner auch komplexe IT-Vorhaben erfolgreich realisiert werden können. Der Technologiekonzern ist nun bestens gerüstet, um seine sensiblen Daten zu schützen und den Herausforderungen der Digitalisierung souverän zu begegnen.

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