Die Nachfrage nach Bandbreite steigt mit der zunehmenden Vernetzung unserer Welt und der zunehmenden Reife datenintensiver Anwendungen wie Künstlicher Intelligenz sprunghaft an. Das erfordert Anpassungen und gleichzeitig Wachstum der Rechenzentrumsbranche. Datacenter müssen in der Lage sein, riesige Datenmengen zu verwalten und zu speichern und so schnell wie möglich betriebsbereit zu sein – während sie Kundenanforderungen zuverlässig und flexibel rund um die Uhr erfüllen.
Rechenzentrumsbetreiber befürchten, dass mit vorab konfektionierten Verbindungen die Link-Leistung beeinträchtigt sein könnte. Humbug, weist Autorin Cindy Ryborz von Corning aus, sofern vorweg gut geplant wird.
(Bild: Corning)
Dabei reicht die Bandbreite an Rechenzentren von kleinen Edge- und privaten Enterprise-Rechenzentren bis hin zu Multitenant- und Hyperscale-Rechenzentren oder -Campus. Interconnect-Anwendungen und -lösungen für Rechenzentren haben sich zu einem wichtigen und schnell wachsenden Segment entwickelt, um groß angelegte Implementierungen zu unterstützen, wie die Vernetzung von riesigen Datenhallen mit mehr als 10.000 Glasfasern.
Traditionell werden diese Fasern in Außenumgebungen gespleißt. Bei einer Anzahl von 1728, 3456 – oder mehr – kann es aber Wochen dauern, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, diese Mengen an Glasfasern zu spleißen und sie in das Gebäude zu bringen. Auch innerhalb des Rechenzentrums lässt sich eine Verlagerung hin zu Netzwerkinfrastrukturen mit höherer Geschwindigkeit und Dichte erkennen, und zwar von einer dreistufigen Architektur hin zu flacheren Leaf-Spine-Netzwerken, die den zunehmenden Datenverkehr in Ost-West-Richtung unterstützen.
Erschwerend kommt hinzu, dass qualifizierte Fachkräfte oft nicht oder nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Doch selbst mit diesen Arbeitskräften stellen Spleißarbeiten bei hochfaserigen Kabeln eine Herausforderung dar. Die Gefahr, dass Spleiße falsch ausgerichtet oder ein falsches Faserbändchen gespleißt wird, steigt mit zunehmender Anzahl der Fasern.
Cindy Ryborz: „Vorab konferktionierte Verbindungen benötigen einegenaue Messung der notwendigen Kabellängen; denn Trunks und Harnesse werden in der Regel auf Bestellung gefertigt. Auch die Systempolarität muss berücksichtigt werden.“
(Bild: Corning Optical Communications)
Zeit ist Geld. Vor allem bei großen Rechenzentrumsprojekten. Betreiber wissen, dass sie es sich nicht leisten können, Verzögerungen bei der Netzwerkinstallation zuzulassen. Wie kann dieses Problem also gelöst werden?
Das Argument für Plug-and-Play
Einer der effektivsten Ansätze sind vorkonfektionierte Lösungen, die das Spleißen vor Ort vollständig überflüssig machen. Sorgfältige Tests der Verkabelung können außerhalb des Standorts in einer kontrollierten Umgebung durchgeführt werden und das komplette Paket dann zur Installation in unzähligen Rohren und Kabeltrassen einsatzfertig auf die Baustelle geliefert werden. Sowohl das vertikale als auch das horizontale Kabelmanagement kann durch den Einsatz von vorkonfektionierten Verkabelungslösungen mit Trunks (Stammkabel), Patchkabeln und Modulen, oft „Plug-and-Play“-Systeme genannt, verbessert und vereinfacht werden.
Da die LWL-Kabel nicht vor Ort gespleißt werden müssen, verringert sich der Zeitaufwand und entsprechend die Kosten für die Installation. Darüber hinaus reduziert die einfachere und leichtere Implementierung Fehlerquellen und erfordert keine speziell geschulten Fachkräfte.
Wenn sich der Zeitplan für den Bau eines neuen Gebäudes verzögert und andere unvorhersehbare Faktoren wie ungünstige Witterungsbedingungen oder Lieferengpässe die Zeitplanung gefährden, bietet die schnelle Installation mit vorkonfektionierten Verkabelungslösungen einen großen Mehrwert. Es könnte der entscheidende Beitrag sein, der sicherstellt, dass das gesamte Projekt rechtzeitig abgeschlossen werden kann. Bei korrekter Implementierung kann die Installationszeit in Datacenter-Interconnect-Anwendungen für Rechenzentren um bis zu 70 Prozent reduziert werden und ein Sechs-Wochen-Projekt lässt sich in nur zwei Wochen abschließen.
Die Skalierbarkeit vorab konfektionierter Systeme ist ebenso entscheidend, wenn wir über Rechenzentrumserweiterungen sprechen. So kann mit dieser Lösung ein Projekt auf der Grundlage eines einzigen Entwurfs mehrfach repliziert werden, um eine kosteneffiziente Lösung für steigende Anforderungen zu finden.
Wo ist also der Haken?
Rechenzentrumsbetreiber befürchten, dass mit konfektionierten Verbindungen die Link-Leistung beeinträchtigt wird. Doch die heutigen vorab konfektionierten Lösungen bieten eine Qualität, die den Verkabelungsstandards in Bezug auf die Einfügedämpfung der Netzwerkverbindung entspricht oder diese übertrifft, verglichen mit gespleißten Lösungen.
Dafür erfordern Plug-and-Play-Lösungen jedoch eine detaillierte Planung im Vorfeld, bei der die Umgebung und der Grundriss des Rechenzentrums genau berücksichtigt werden. Denn Anpassungen im laufenden Betrieb sind schwierig, wenn das Spleißen bereits im Werk erfolgt ist.
Stand: 08.12.2025
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Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Polarität der Glasfasern innerhalb des gesamten Netzwerks. Ein Thema, das bereits bei vielen Installationsprojekten Kopfzerbrechen bereitet hat. Zur Datenübertragung werden ein Sender und ein Empfänger an je einem Ende der Verbindung benötigt. Dabei spielt die richtige Zuordnung der Fasern in einem glasfaserbasierten System eine entscheidende Rolle.
Die Polarität
Diese Zuordnung bezeichnet man als Polarität. Dies wurde mit der Einführung des Multifaser-Steckverbinders (MPO) in den 1990er Jahren noch kritischer, da die Systeme verschiedener Anbieter unterschiedliche Polaritätsmethoden (Typ A, B oder C) verwenden, die alle in der Norm ANSI/TIA-568-B.1 definiert sind.
Die Herausforderung bei bestehenden Infrastrukturen liegt also darin, dafür zu sorgen, dass bereits installierte Produkte und neue Produkte korrekt funktionieren und mit der gleichen Polarität ausgestattet sind. Plug-and-Play-Lösungen, die eine universelle Polarität verwenden, bringen hier Erleichterung für den Kunden, da sie immer die richtige Polarität im Netzwerklink haben.
Worauf sollte man bei der Auswahl einer vorkonfektionierten Lösung achten?
Wichtig ist die genaue Messung der benötigten Kabellängen, da die vorkonfektionierten Trunks und Harnesse (Aufteilkabel) in der Regel auf Bestellung gefertigt werden. Auch die Systempolarität muss berücksichtigt werden. Das kann jedoch, wie bereits erwähnt, durch Komponenten mit universeller Polarität leicht gelöst werden. Die Zusammenarbeit mit Herstellern von Systemlösungen, die zusätzliche Unterstützung anbieten, um Genauigkeit und absolute Sicherheit zu gewährleisten, ist deshalb von Vorteil.
Plug-and-Play-Lösungen spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle bei der Platzeinsparung im Rechenzentrum, zum Beispiel durch die Entwicklung von hochfasrigen Kabelkonfektionen, sowohl mit kleinformatigen Duplex- als auch mit Mehrfasersteckern. Strukturierte Verkabelungslösungen können werkseitig gebündelt und vorkonfektioniert werden, was die Installation von dichter gepackten Fasern in Trunks ermöglicht und hilft, künftiges Wachstum mit einem besseren Faserzugang zu bewältigen, während gleichzeitig qualitativ hochwertige, werkseitig 'vorpolierte' und einbaufertige Produkte bereitgestellt werden.
Hersteller können sogar vorab konfektionierte Lösungen anbieten, die die Aufteilung von parallel-optischen Hochgeschwindigkeits-Ports (40G bis 800G) in Ports mit niedrigeren Geschwindigkeiten ermöglichen, die dann Endgeräte versorgen. Das erfolgt über Aufteilkabel oder Port-Breakout-Module. Daraus ergeben sich erhebliche Dichtevorteile sowohl in Bezug auf die angeschlossene Elektronik (und damit die Kosten) als auch auf die Anzahl der Gehäuse in den Verkabelungsbereichen sowie Einsparungen bei Strom und Kühlung.
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Das physische Datacenter-Datennetz
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eBook: Strippen ziehen
(Bild: DataCenter-Insider)
Gleicher Platz, mehr Daten, der Druck steigt. Die Hochverfügbarkeit verteilter Arbeitslasten verschlingt Bandbreite; der Strombedarf zieht an. Nur die Leitungswege wollen nicht mitwachsen; die Kabeldichte muss also herauf. Doch sind hochverdichtete Glasfaser mit hoher Leistung und geringen Installationskosten seit jeher der heilige Gral von Datacenter-Interconnects. Was also ist neu? Hier das Inhaltsverzeichnis des eBook:
Alle Fäden bereits in der Hand
Verkabelungsstandards: Was gehört ins Rechenzentrum?
Kabeltypen und Topologien: Wohin mit dem Kabelsalat?
Kabel-Management: die hohe Dichte im Serverschrank
Eine letzte Überlegung ist, dass die vorkonfektionierte Verkabelung je nach Standort und bei großen Aufträgen für die Kunden zunächst längere Lieferzeiten bedeuten kann. Ein guter Überblick über die Verfügbarkeit diversifizierter und lokaler Hersteller in den Zielregionen für möglichst effektive Transportwege und verkürzt Transportzeiten, kann Lieferzeiten von Wochen auf Tage reduzieren.
Die Entwicklungen bei vorab konfektionierten Lösungen machen es für Rechenzentrumsbetreiber und ihre Installateure schneller und einfacher, entscheidende Verkabelungsaufgaben zuverlässig zu erledigen. In Anbetracht der wachsenden Zahl und Größe von Rechenzentren und der zusätzlichen Vorteile – einschließlich Kosteneinsparungen und geringerem Materialverbrauch – werden vorkonfektionierte Systeme für Installateure zunehmend attraktiver.
* Cindy Ryborz ist Marketing Manager Datacenter EMEA bei Corning Optical Communications.