Deutscher Rechenzentrumspreis 2011 - Kategorie RZ-Design Juror Gerhard Bosch. „Mein Thema sind die Defizite im Rechenzentrum.“

Autor / Redakteur: Ulrich Roderer / Ulrike Ostler

Am 7. April dieses Jahres soll der deutsche Rechenzentrumspreis verliehen werden. Wer in bekommt dürften die Besucher der „Future-Thinking“-Kongressmesse, die an demselben Tag in Sinsheim stattfindet, bestimmen. Die Kandidaten hat eine zehnköpfigen Expertenjury vorgeschlagen. Dazu gehört der Chartered Architect und Managing Consultant bei IBM Global Services Gerhard Bosch. DataCenter-Insider stellt ihn vor.

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Gerhard Bosch beendet sein Architekturstudium an der TU Berlin und seit 1985 eingetragener Architekt. Seit über 20 Jahren ist er in verschiedenen Funktionen für die IBM im Rechenzentrumsbereich tätig.

Als Berater für Rechenzentren ist er Mitglied der ITS Consulting, Business Continuity and Recovery Consulting sowie Mitglied des IT Management Consulting, Operational Risk and Business Continuity. 2004 wird Gerhard Bosch zum Core Team Member in der IBM Business Resilience Community of Practitioners (CoP) für den Bereich Facilities ernannt. Ein Jahr später erfolgt die Ernennung zum Global Site Enablement Services Executive als Mitglied im IBM Global Services Global Infrastructure Team.

Gerhard Bosch ist Sprecher bei verschiedenen internen (SecureWorld, SES Roadshows) und externen (Datacenterdynamics, Business Continuity Expo, CISCO, Fraunhofer Institut, Forum Effizienter Staat etc.) Veranstaltungen.

Welchen Schwerpunkt werden sie denn in der Jury setzen?

Gerhard Bosch: Mein Thema sind die Defizite im Rechenzentrum. Denn generell wird seine Rolle heute missverstanden als ein notwendiges Übel und man begegnet einem geringen Verständnis des Business.

Ich bin ein Advokat von Resiliency und Business Continuity. Und in diesem Sinne hat die IT meiner Ansicht nach die Verantwortung für die Gesellschaft nicht übernommen. Nur wenige Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Bank, die Allianz oder EADS sind wirklich sicherheitsbewußt und setzen dieses Bewußtsein auch in ihren Rechenzentren konsequent um.

Meist werden nur die Kosten gesehen und man verlässt sich darauf, dass einem im Ernstfall schon geholfen wird. Als Präzendenzfall dienen die Erfahrungen aus der Finanzkrise von 2008, als dieses Modell ja ganz gut funktioniert hat.

Erläutern Sie bitte, was Sie unter der Verantwortung der IT verstehen.

Gerhard Bosch: Sehen Sie, heute macht sich oft eine grauenhafte Laiendiskussion breit und es fehlt an technischem Know-how. Die IT ist heute eine kritische Infrastruktur. Meist wird nur über die – vermeintlich – hohen Kosten für den Bau und Betrieb von Rechenzentren lamentiert.

Aber die meisten IT-Dienstleister sind nicht richtig auf länger anhaltende Ausfälle vorbereitet. Die Sicherheitsexposition von Rechenzentren ist derzeit hoch, beispielsweise durch Terrorismus, aber die Sicherheitskonzepte sind oft nur für kurzfristige Ausfallszenarien ausgelegt. Hier hat der vom Uptime-Institut verbreitete Tier-Gedanke zu einer Fehlentwicklung geführt.

Denn hohe Sicherheit ist nicht identisch mit hoher Verfügbarkeit, die auch bei geringem Sicherheitsstandard möglich ist; Sicherheit ist vor allem ein Thema der Gebäudeplanung. Im Zentrum stehen dabei die Zuordnung von IT und Technikbereichen und deren interne Gliederung. Ergänzend dazu können Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Baukonstruktionen, zum Beispiel gegen terroristische Anschläge, erwogen werden.

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