New-Space-Branche im Fokus IT-Dienstleister Adesso schließt Kooperation mit DLR

Quelle: Pressemitteilung Adesso SE 3 min Lesedauer

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Der IT-Dienstleister Adesso steigt nach eigenen Angaben stärker in die Raumfahrt ein; denn das Unternehmen hat eine Kooperation mit dem DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin vereinbart. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Adesso den kommenden DLR-„Mapheus“-Raketenstart mit Forschungsprojekten begleiten.

Start einer DLR-„Mapheus“-Forschungsrakete: Hard- und Software von Adesso sind auch bei zukünftigen Weltraummissionen mit an Bord.(Bild:  DLR)
Start einer DLR-„Mapheus“-Forschungsrakete: Hard- und Software von Adesso sind auch bei zukünftigen Weltraummissionen mit an Bord.
(Bild: DLR)

Ein weiteres Ziel der Partner ist die Förderung des noch jungen Zukunftsmarkts 'New Space'. Dabei sollen Start-ups im 'Aeromedical Fablab' des DLR an die moderne Raumfahrt herangeführt werden.

Im Februar 2024 soll die DLR-Mapheus-14-Forschungsrakete im nordschwedischen Kiruna zu einem Weltraumflug in 260 Kilometer Höhe abheben. Wie schon bei den vorherigen DLR-Mapheus-Missionen mit materialphysikalischen und biomedizinischen Experimenten unter Schwerelosigkeit wird Adesso zum nunmehr dritten Mal mit Hard- und Software an Bord sein und Experimente gemeinsam mit DLR-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern ausführen. Die Experimente im All sollen wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse in Sachen sichere Sensornetzwerke, Beweiswerterhaltung von Sensordaten im All, IT-Security und Datenverschlüsselung unter anderem für Lebenserhaltungssysteme liefern.

Sichere Datenströme - Erfolge der Vergangenheit

In der Mapheus-12-Mission konnte das mit Adesso-Software ausgestattete Experiment „007/Blofeld“ den Nachweis erbringen, dass Realtime-Computing, Sensorsysteme und Datenströme während des gesamten Fluges der Rakete inklusive sechsminütiger Schwerelosigkeit geschützt waren: eine wertvolle Erkenntnis, da nur eine wirksame Kryptografie einen sicheren langfristigen Betrieb von Lebenserhaltungssystemen und Raumfahrzeugen im Weltall gewährleisten kann.

Während Mapheus-13 konnte das Experiment um sichere Telemetrie und den erfolgreichen Einsatz von Post-Quanten-Kryptografie erweitert werden. Der Kooperationsvertrag sieht vor, dass solche Tests bei den kommenden DLR-Mapheus-Missionen fortgeführt werden.

DLR und Adesso erleichtern New-Space-Akteuren den Marktzugang

Darüber hinaus widmen sich das DLR und Adesso in ihrer Zusammenarbeit einem ganz neuen Bereich: Gemeinsam wollen sie Jungunternehmen den komplexen Zugang zur Raumfahrt erleichtern.

Neben etablierten Vertreterinnen und Vertretern der Raumfahrtbranche drängen zahlreiche neue Akteure auf den Markt. In Deutschland gibt es eine stark wachsende Anzahl von Start-ups im New-Space-Sektor. Mit unterschiedlichen Hintergründen wie den Materialwissenschaften, Informatik, Biomedizin und Biotechnologie wollen diese Unternehmen Experimente im All durchführen, da sich beispielsweise Werkstoffe dort ganz anders verhalten.

Aeromedical Fablab des DLR liefert Anschubhilfe

Als Anlaufstelle dient zukünftig die Expertise des Aeromedical Fablab des DLR in Köln, eine Mischung aus einem Labor und einer Fertigungsstrecke. Dortlassen sich Experimente ausführen und Weltraummissionen vorbereiten, die nicht ausschließlich der Grundlagenforschung dienen. Damit die knappen Fluggelegenheiten optimal genutzt werden können, unterstützen das DLR und Adesso Start-ups bei diesen Vorhaben.

Dr. Jens Hauslage ist Wissenschaftler am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin. (Bild:  DLR)
Dr. Jens Hauslage ist Wissenschaftler am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin.
(Bild: DLR)

Jens Hauslage, Wissenschaftler am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, zur geplanten Zusammenarbeit: „Wir wollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Unternehmen aus dem New-Space-Sektor mit flexiblen Entwicklungsverfahren eine niederschwellige Möglichkeit bieten, Experimente im Weltraum durchzuführen. Allerdings sind Raumfahrtprojekte sehr komplex und insbesondere Newcomer benötigen eine erfahrene Begleitung, die im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin gegeben ist.“

Die meisten New-Space-Vertreter hätten nur wenig bis gar keine Erfahrung, wenn es um Weltraummissionen, Telemetrie, sichere Datenspeicherung oder Raketenantriebe gehe. Dies stellt somit neben der Akquise von Venture Capital die größte Herausforderung dar, um Zugang zu Forschungsprojekten im All zu erhalten.

Christian Kahlo ist Chief Security Architect bei Adesso.(Bild:  Adesso)
Christian Kahlo ist Chief Security Architect bei Adesso.
(Bild: Adesso)

Christian Kahlo, Chief Security Architect bei Adesso, sagt zur den Beweggründen des IT-Dienstleisters: „Wir wollen das Bindeglied zwischen dem DLR und der interessierten New-Space-Bewegung sein. Unsere Aufgabe wird es sein, diese Start-ups mit einem Angebot aus Coaching, Consulting und Vorqualifizierung zu begleiten.“

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