IPV6: Neue IT-Governance-Richtlinien sind zu beachten

IP-Adressen-Management: Automatische Verwaltung wird notwendig

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IPv6 bedingt neue Komplexität

Fast 85 Prozent aller verfügbaren Adressen werden bereits genutzt, und Experten glauben, dass unser Adressenvorrat bis zum Jahr 2011 erschöpft sein wird, wenn die aktuelle Entwicklung sich fortsetzt. Deshalb schreiben Regierungen weltweit für öffentliche und private Unternehmen den Einsatz des IPv6-Protokolls vor, um die Erschöpfung des Vorrats an IP-Adressen zu verhindern. Das United States Office of Management Budget (OMB) hat 2005 das Memorandum M-05-22 veröffentlicht, das besagt: “Bis Ende Juni 2008 wird der Netzwerkkern aller staatlichen Behörden IPv6-konform sein.“ Die Europäische Kommission hat ebenfalls eine Erklärung herausgegeben, die besagt, dass alle Unternehmen und öffentlich-rechtlichen Institutionen in der Europäischen Union (EU) bis 2010 IPv6-konform sein sollten.

Es wird erwartet, dass 25 Prozent der gesamten Internetaktivität in der EU bis zu dem Zeitpunkt auf IPv6 umgestellt sein wird. In den nächsten Jahren müssen Unternehmen sich auf eine Implementierung von IPv6 konzentrieren, um die Vorteile der neuesten Anwendungen und Dienste nutzen zu können und im Internetbereich wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Übergang von IPv4 zu IPv6 ist ein weiterer Faktor, der den Bedarf an leistungsfähigeren IPAM-Lösungen erhöht.

Allein aufgrund der Länge der IPv6-Adressen (acht Felder mit bis zu vier hexadezimalen Ziffern) werden Kalkulationstabellen und Eigenlösungen zukünftig keine verwertbaren IPAM- Lösungen mehr sein – sie bieten einfach zuviel Spielraum für menschliche Fehler bei der Dateneingabe.

Der erste Übergang von IPv4 zu IPv6 wird erwartungsgemäß im externen IP-Bereich stattfinden und sich dann allmählich nach innen in den privaten Netzwerkbereich ausweiten. Erwartungsgemäß werden auch viele Netzwerke eine Hybridversion von IPv4 und IPv6 bleiben – einige mit sehr unterschiedlichen Architekturen. Obwohl man davon ausgehen kann, dass die meisten Unternehmen ähnliche Strukturen für IPv4 und IPv6 haben werden, wird es doch wesentliche Unterschiede geben. Zum Beispiel verwendet IPv6 die individuelle Sendung (Global Unicast) für das Adressensystem, das eindeutige Geräteadressen definiert, die im Internet geroutet werden können. Das Global Unicast Adressensystem unterscheidet sich wesentlich von Netzwerkenadressen-Übersetzungen - Network Address Translation (NAT) - Konzepten, die in den meisten IPv4-Netzwerken enthalten sind, die private, nicht routbare Adressbereiche innerhalb des Unternehmens mit externen Endpunkten verwenden, die wiederum den öffentlichen Adressbereich nutzen. Diese Themen stellen eindeutig neue Anforderungen an die IPAM-Systeme.

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