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Freude und Leid der RZ-Betreiber-Branche
Wie stark die Nachfrage nach Rechenzentrumsinfrastruktur ist, zeigt das Rechenzentrum „FRA6“, das der Anbieter im August 2010 in Betrieb nahm und in diesem Monat nahezu voll belegt ist. Trotz der Freude darüber, dass sein Geschäft boomt, ist Knapp mit den Rahmenbedingungen nicht gänzlich zufrieden.
Ein Problem sind die Überseeleitungen, die etwa in London und Amsterdam ankommen. Daran lässt sich nichts ändern. Die Interxion-Rechenzentren sitzen dort, wo sich die Hauptleitungen kreuzen. Derzeit bestehen Anbindungsmöglichkeiten mit 10 und 40 Gigabit pro Sekunde.
Eine andere Schwierigkeit sind die vergleichsweise hohen Strompreise, insbesondere durch die anfallenden Steuern und Abgaben. Laut Knapp gibt es deswegen einen „Zug“, Rechenzentren in Amsterdam oder in Frankreich anzusiedeln.
Der Strom ist zu teuer
Das neue Rechenzentrum Fra7 wird ausschließlich mit Energien aus erneuerbaren Quellen gespeist, abgesichert über die so genannten GoO-Zertifikate. Stromlieferant ist der lokale Anbieter Mainova.
„Wir würden gerne unter das EEG fallen“, erläutert Knapp. „Aber wir gelten nicht als Erzeuger“ (siehe: Kasten). Er rechnet seine Kalkulation vor: Im Geschäftsjahr 2012/13 dürfte der durchschnittliche Einkaufspreis bei 5,3 Cent pro Megawattstunde kosten.
Dazu kommen Abgaben von 3,5 Cent für den Ausbau erneuerbarer Energien und 2,0 Cent für die Stromsteuer. „Wie liegen also bei einem Zusatzbetrag, der den Einkaufspreis verdoppelt“, so der Geschäftsführer, „ohne jedwede Konzessionsabgaben.“ Insgesamt machen die Stromkosten rund 30 bis 40 Prozent der Bruttowertschöpfung seines Unternehmens aus.

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