Lean Construction bei Rechenzentren Integrierte Projekte = effiziente Planung von Bauvorhaben

Ein Gastbeitrag von Herbert Radlinger* 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Rechenzentren mit den notwendigen Kapazitäten, beispielsweise für moderne Cloud-Technologien, sind gefragter denn je. Die Bauprojekte für eine solche Infrastruktur verzögern sich allerdings oftmals durch unvorhergesehene Ereignisse oder Störungen in der Lieferkette. Und aufgrund der festgelegten Verträge für Bauvorhaben stehen die Beteiligten unter enormem Zeitdruck. Doch es gibt Möglichkeiten, diesen Problemen entgegenzuwirken.

So stellt sich eine generative Künstiche Intelligenz ein neues Rechenzentrum vor; doch steht hinter Lean Construction ein ganzheitliches Konzept, von der Planung bis zur Ausführung - und mehr denn je der Aspekt, der Verschwendung entgegenzuwirken. (Bild:  Eugenio Marongiu - stock.adobe.com)
So stellt sich eine generative Künstiche Intelligenz ein neues Rechenzentrum vor; doch steht hinter Lean Construction ein ganzheitliches Konzept, von der Planung bis zur Ausführung - und mehr denn je der Aspekt, der Verschwendung entgegenzuwirken.
(Bild: Eugenio Marongiu - stock.adobe.com)

Mit einer integrierten Projekten (Integrated Project Delivery, IPD) nach dem Lean-Construction-Prinzip (LC) lassen sich die einzelnen Schritte eines Bauvorhabens besser und agiler abstimmen. Ursprünglich kommt das LC-Verfahren aus der Automobilindustrie, es wird aber immer häufiger auch in der Baubranche verwendet.

Lean Construction bedeutet, dass das Bauprojekt ganzheitlich betrachtet und vorausschauend gesteuert wird – von der Planung über die Gestaltung bis hin zur Ausführung. Dabei konzentriert sich LC darauf, Verschwendung zu reduzieren und den Wert des Projekts zu maximieren. Und das führt zu einer deutlichen Steigerung der Qualität bei gleichzeitig hohen Zeitersparnissen.

Effektive Projektplanung

Derzeit werden in der Baubranche vor allem zwei Methoden von Lean Construction verwendet: Die erste Methode verfolgt das Last Planner System (LPS). Dabei handelt es sich um einen gemeinschaftlichen Ansatz, bei dem sämtliche Beteiligte regelmäßig enge Rücksprache halten und sich untereinander informieren. Der „letzte Planer“ des jeweils aktuellen Schritts informiert seine Kollegen über die ausgeführte Arbeit – üblicherweise auf einer visuellen Plantafel ähnlich einem Kanban-Board. Hier lassen sich auch Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Gewerken kennzeichnen.

Bei der zweiten Methode handelt es sich um die Taktplanung. Hier ist das gesamte Bauvorhaben in kleine Einheiten eingeteilt. Zusätzlich werden die Arbeitsschritte zu so genannten Gewerkezügen nach dem Pull-Prinzip zusammengefügt. Dadurch entsteht ein Arbeitsfluss, der in Taktbereiche gegliedert ist.

Auf dieser Basis lässt sich das Projekt mit einer festen Manngröße von Anfang bis Ende durchplanen und ausführen. Der Verantwortliche des jeweils folgenden Abschnitts erkennt sofort, ob und wann die Arbeit der vorherigen Arbeitsgruppe erledigt wurde, und kann anschließend mit seiner Aufgabe beginnen. Dank einer Visualisierung der Abhängigkeiten lassen sich Verzögerungen rechtzeitig erkennen und einplanen.

Green Building und hohe Transparenz

Mittlerweile ist Nachhaltigkeit zwar auch für Rechenzentren ein wichtiges Thema, allerdings meist nur im täglichen Betrieb. Viele Unternehmen vergessen, welchen Einfluss auch die Bauphase auf die Ressourcen- und Zeitplanung haben kann. Zum Beispiel lassen sich Bauvorhaben mithilfe von Lean Construction und einer integrierten Projektabwicklung bis zu 50 Prozent schneller durchführen als mit herkömmlichen Methoden.

Aus diesem Grund hat sich Lean Construction zu einem einflussreichen Trend in der Baubranche entwickelt. Öffentliche Ausschreibungen halten häufig nicht mehr nur nach dem günstigsten Anbieter Ausschau. Sobald ein Baukonzept steht, sucht sich manches Bauamt seine Schlüsselpartner nach den notwendigen fachlichen Qualifikationen und bespricht mit ihnen alle Schritte – immer mit Lean Construction als Grundprinzip im Hinterkopf.

Zusätzlich zu den typischen Vorteilen von Green Building zeichnen sich solche Projekte auch durch ihr hohes Maß an Transparenz aus. Zu jedem Zeitpunkt lässt sich der Status Quo einsehen:

  • Was wurde in dieser Woche erreicht?
  • Gab es Verzögerungen?
  • Und wie wirken sich diese auf das weitere Zeit-Management aus?

Auf diese Weise können Unternehmen selbst bei Störungen im Projektablauf besser arbeiten, und der Kunde hat mehr Sicherheit, dass der angestrebte Zeitplan eingehalten wird. Drohende Verzögerungen sind frühzeitig erkennbar und lassen sich einkalkulieren, das reduziert die Folgekosten.

* Der Autor
Herbert Radlinger ist Managing Director bei NDC-Garbe Data Centers Europe. Sein Fazit lautet:
Zeitverzögerungen und die Verschwendung von Ressourcen bei öffentlichen Bauprojekten sind bekannte Probleme. Mit der richtigen Methode lassen sie sich jedoch zuverlässig minimieren. Eine effiziente und transparente Bauplanung nach dem Lean-Construction-Prinzip ist für alle Beteiligten von Vorteil – eine Win-win-Situation: Bauleiter und Arbeiter erkennen bereits anhand der Visualisierungen die Fortschritte ihrer Arbeit – das erhöht ihre Motivation und Zufriedenheit. Auch der Kunde profitiert, denn er erhält sein Gebäude zum gewünschten Zeitpunkt und in hoher Qualität.
Wer Bauvorhaben noch nachhaltiger und effizienter gestalten will, sollte den Fokus stärker auf die Vorfertigung bestimmter Bauteile oder -module legen. Denn diese Elemente lassen sich in der eigenen Werkhalle schneller und mit weniger Fehlern produzieren. Sie abseits der Baustelle herzustellen und erst vor Ort zu montieren, optimiert die damit verbundenen Prozesse und die Ressourcenplanung zusätzlich. Dieses Vorgehen wird bereits in einigen Betrieben erfolgreich praktiziert und kann die Bauzeit von Projekten weiter verkürzen.

Bildquelle: NDC-Garbe

(ID:49434460)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung