Die europäische KI-Fabrik am HLRS HPE darf Hardware für KI-Supercomputer Hammerhai liefern

Quelle: Pressemitteilung Helett-Packard Enterprise 4 min Lesedauer

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Einer Ausschreibung der European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) folgend wird HPE einen KI-optimierten Supercomputer „Hammerhai“am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) bereitstellen. Damit ist das System das erste neue, eigenständige, das von EuroHPC JU als 'AI Factory' beschafft wird.

Das Bild zeigt einen Hammerhai, aber selbstredend ist das nicht der, den EuroHPC JU beschafft und das HLRS hostet, nämlich die Hybrid and Advanced Machine Learning Platform for Manufacturing, Engineering, and Research. Die Hardware für den Supercomputer stammt von HPE. (Bild: ©  hakbak - stock.adobe.com)
Das Bild zeigt einen Hammerhai, aber selbstredend ist das nicht der, den EuroHPC JU beschafft und das HLRS hostet, nämlich die Hybrid and Advanced Machine Learning Platform for Manufacturing, Engineering, and Research. Die Hardware für den Supercomputer stammt von HPE.
(Bild: © hakbak - stock.adobe.com)

Der Großrechner Hammerhai soll Funktionen für Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen und sonstige HPC- Features bieten und damit die europäische Wissenschaft, Industrie aber auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups stärken. Die Bezeichnung des Superrrechners steht übrigens für Hybrid and Advanced Machine Learning Platform for Manufacturing, Engineering, and Research. Dazu wird Hammerhai von HPE auf Basis der flüssigkeitsgekühlten „Nvidia GB200 NVL4“-Architektur hergestellt und installiert.

Dieses wird „Nvidia Grace“-CPUs mit „Blackwell“-GPUs kombinieren und mit „Nvidia Quantum-X800 Infiniband“ Networking skalieren, was zu einer KI-Inferenzleistung von mehr als 15 ExaFlops führen soll. Für die Speicherarchitektur des Supercomputers wird auf eine „Vast Database“ zurückgegriffen. Die Datenbank soll eine einheitliche Datenplattform für KI- und HPC-Workloads bieten.

Das Supercomputing-System wird eine Partition auf Basis von KI-optimierten Inferenz-Engines und Hardware-Beschleunigern des niederländischen Unternehmens Axelera AI enthalten. Die „HPE Morpheus Enterprise“-Software wird als einheitliche KI-Steuerungsebene eingesetzt und soll so eine automatisierte Bereitstellung, Governance und ein Workload-Lebenszyklus-Management ermöglichen.

Die Konfiguration verwandelt den Hammerhai am HLRS zu einem leistungsstarken Werkzeug für die Verarbeitung mittlerer bis großer KI-Workloads für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz. Dazu kommt ein Cloud-nativer Software-Stack, der der KI-Community vertraut ist, so dass Anwendungen von lokalen Systemen oder kommerziellen Cloud-Umgebungen einfach migriert oder skaliert werden können. Insbesondere soll das System die Forschung und Technologie-Entwicklung mit Schwerpunkt auf dem Ingenieurwesen, der Fertigung, Automobilindustrie und Mobilität unterstützen.

Die Lieferung des Supercomputers ist für das zweite Quartal 2026 geplant. In der zweiten Hälfte des Jahres 2026 soll er in Betrieb genommen werden.

KI-Infrastruktur für die digitale Souveränität Europas

Der Hammerhai gehört zu den ersten KI-optimierten Systemen, die für die so genannten AI Factories beschafft werden. Die Vertragsunterzeichnung ist Teil der KI-Strategie der EuroHPC JU.

HPE wurde nach einer im April 2025 veröffentlichten Ausschreibung für die Herstellung und Lieferung des HammerHAI-Supercomputers ausgewählt. Für die Beschaffung, Lieferung, Installation und Wartung des neuen Supercomputers wurden insgesamt 55 Millionen Euro veranschlagt.

Der Supercomputer wird zu 50 Prozent der Gesamtkosten aus Mitteln des Programms „Digitales Europa” (DEP) vom European High Performance Computing Joint Undertaking im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101234027 gefördert sowie von der Europäischen Kommission. Die andere Hälfte trägt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, das Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. In der Folge soll der Zugang zu dieser öffentlich finanzierten Ressource für berechtigte Systemnutzer:innen kostenlos sein.

Anders Dam Jensen, Exekutivdirektor der EuroHPC JU, sagt anlässlich der Vertragsunterzeichnung mit HPE: „Die heutige Unterzeichnung markiert einen neuen Schritt in Richtung eines dynamischen europäischen KI-Ökosystems. Mithilfe des HammerHAI-Supercomputers können europäische Start-ups und die Industrie künftig Innovationen in großem Maßstab vorantreiben und gleichzeitig die digitale Souveränität und technologische Führungsrolle Europas stärken.“

Die EuroHPC JU wählte Hammerhai im Dezember 2024 als erste AI Factory Deutschlands aus. Eine zweite deutsche AI Factory, als „JAIF“ bezeichnet, wird vom Jülich Supercomputing Centre betrieben und basiert auf „Jupiter“, Europas ersten Exascale-Supercomputer und einer experimentellen Plattform als Erweiterung.

Insgesamt ist das Netzwerk auf 19 'AI Factories' und 13 'AI Factory Antennas' in ganz Europa angewachsen, die Recheninfrastruktur, technischen Support und Schulungsmöglichkeiten für Europa bereitstellen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents zu fördern.

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Auch Hammerhai ist außerdem eine Partnerschaft mit der UK AI Factory Antenna (UKAIFA) eingegangen, die ihren Sitz am EPCC in Edinburgh hat. Diese Partnerschaft baut auf einer langen Geschichte der Zusammenarbeit zwischen HLRS und EPCC auf, einschließlich ergänzender Fachkenntnisse bei der Bereitstellung von HPC-Diensten für Wissenschaft und Industrie.

Das Hammerhai-Serviceportfolio

Das HLRS koordiniert Hammerhai und arbeitet im Konsortium mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, dem Leibniz-Rechenzentrum, dem Karlsruher Institut für Technologie und Sicos BW zusammen. Zum Angebot der AI Factory Hammerhai gehören:

  • Testzugang zu KI-optimierten Computersystemen, die derzeit von Hammerhai-Konsortialpartnern gehostet werden
  • Umfassende Unterstützung vonseiten Hammerhai-KI-Expert:innen, unter anderem Beratung zu relevanten Tools, Services und Fachwissen
  • Zugang zu Inferenzdiensten für große Sprachmodelle
  • Professionelle Schulungen zur Entwicklung von KI-Kompetenzen
  • Beratung und Unterstützung bei der Einführung von KI, einschließlich Bewertung der KI-Fähigkeiten und Beratung zu KI-Ethik und Risiko-Management

Dr. Bastian Koller, Geschäftsführer des HLRS und Koordinator von Hammerhai, geht davon aus, dass sich mit dieser Ankündigung die Aktivitäten schnell erweitern und verstärken lassen: „Die Vertragsunterzeichnung für dieses KI-optimierte System markiert einen neuen Abschnitt in der Entwicklung von Hammerhai. Wir laden zukünftige Nutzer:innen des Systems ein, bereits jetzt mit der Vorbereitung ihrer Datensätze, Algorithmen und Workflows zu beginnen. So können sie die leistungsstarken Funktionen des Systems nutzen, sobald es verfügbar ist.“

Unternehmen, Start-ups und Forscher:innen können sich bereits an Hammerhai wenden, um frühzeitig Rechenzeit zu beantragen.

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