Der Relaunch eines Onlineshops oder einer Webseite kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein. Dabei ist die Datenmigration ein kritischer Erfolgsfaktor, den es zu bewältigen gilt. Dieser Artikel zeigt, was dabei zu beachten ist.
Wer an einer Webseite oder einem Webshop herumschraubt, kommt um eine Datenmigration mitunter nicht herum.
Im Zuge eines Relaunchs erhoffen sich Unternehmen durch die Verbesserung des Webdesigns, der Seitenstruktur oder der Technik eine bessere Performance. Alle drei Bereiche sollen dazu führen, dass sich der Erfolg – also mehr Anfragen bei einer Webseite und mehr Verkäufe bei einem Onlineshop – steigert.
Die grundlegenden Daten des Shops oder der Webseite sollen dabei erhalten bleiben und nach dem Relaunch zur Verfügung stehen, was eine Datenmigration erfordert. Dieser Begriff bezeichnet die Übertragung von Daten aus einem vorhandenen in ein neues System. Zur Herausforderung wird die Migration durch die Vielzahl an unterschiedlichen Daten mit verschiedenen Eigenschaften.
Stammdaten wie das Geburtsjahr eines Kunden unterliegen auch während einer längeren Zeitspanne keinen Veränderungen. Im Gegensatz dazu ändern sich Bewegungsdaten wie Bestelleingänge oder Lagerbestände permanent. All diese Informationen haben eine hohe Relevanz für den Unternehmenserfolg. Umso wichtiger ist es, dass die Migration weder die Qualität noch die Sicherheit dieser Datenbestände beeinträchtigt.
Kunden- und Artikeldaten erfolgreich migrieren
Je nach Umfang und Größe des Onlineshops gehört die Migration von Artikeldaten zu den umfangreichsten Arbeiten einer Datenmigration. Denn zu den Artikeldaten zählen nicht nur die Bezeichnung im Shop und ansprechendes Bildmaterial – viele weitere Informationen wie Beschreibungstexte, Artikelnummern, Herstellerinfos oder SEO-Daten sind bei den Artikeln hinterlegt. Zudem nutzen viele Unternehmen einen Relaunch, um weitere Informationen wie Inhaltsstoffe oder Gebrauchsanweisungen aufzunehmen und Kunden einen noch größeren Mehrwert zu bieten.
Bei der Migration von Kundendaten gehört die Übertragung von Passwörtern zu den größten Herausforderungen. Sichere Passwörter sind verschlüsselt und können nicht im Klartext übertragen werden. Um hier eine sichere Migration zu gewährleisten, die den Datenschutzrichtlinien entspricht, ist die Erfahrung eines Experten vonnöten.
So gelingt die Migration von SEO-Texten und SEO-Daten
Damit die neue Webseite von Beginn an gut rankt, sollten hochwertige SEO-Texte ebenfalls in das neue System übertragen werden. Hierbei beeinflusst nicht nur die Qualität des Textes das Google-Ranking, sondern auch die Position im Quelltext. Es ist empfehlenswert, die Position guter Texte nicht zu verändern und den Text im Zielsystem am gleichen Ort zu hinterlegen.
Aufgrund des veränderten URL-Konzepts im Zuge des Relaunches kann es gerade bei Inhalts- und Blogseiten zu fehlerhaften Links kommen. Da diese sich auf das Google-Ranking auswirken, sollten alle Weiterleitungen auf ihre Funktionalität überprüft werden.
Eine besondere Herausforderung: Die Migration von Bildern
Bei der Webseitengestaltung sorgt Bildmaterial dafür, dass Emotionen zur Marke übermittelt und natürlich die Markenbotschaft als Ganzes kommuniziert werden. Um die USP eines Unternehmens optimal zur Geltung zu bringen, engagieren viele Betriebe Fotografen oder kaufen teures Bildmaterial ein. Dieses Bildmaterial soll möglichst auch nach dem Relaunch zum Einsatz kommen.
Zu Konflikten kann es hierbei zwischen den bisherigen Bildformaten und dem Layout des neuen Webdesigns kommen. Gerade Webseiten, die in die Jahre gekommen sind, wurden überwiegend für Bildschirme im 3:4 Format optimiert. Inzwischen hat sich ein moderneres, breiteres 16:9 Format für Webseiten durchgesetzt mit Auswirkungen auf das gesamte Layout. Sollen bereits verwendete Bilder weiterhin genutzt werden, ist eine genaue Absprache zwischen Dienstleister und Unternehmen maßgeblich.
Vier Phasen der Datenmigration
Damit die Datenmigration gelingt, sind eine gute Planung und eine fokussierte Umsetzung entscheidend. Bewährt haben sich folgende vier Phasen:
1. Konzeption
2. Export
3. Transformation
4. Import
Phase 1: Die Konzeption
Die Datenmigration beginnt mit einer umfassenden Konzeption des gesamten Projekts. Die Konzeption umfasst nicht nur die angestrebten Ziele, sie definiert auch, mit welchen Methoden diese Ziele erreicht werden. Aspekte des Webdesigns fließen ebenso in die Konzeption ein wie notwendige Funktionen und erforderliche Daten. Mit dem Konzept können Fehler vermieden sowie Kosten- und Zeitaufwand reduziert werden.
Phase 2: Export aus dem Altsystem
Um einen reibungslosen Import zu erzielen, sind umfassende Kenntnisse des Datenbestands im Quellsystems hilfreich. Denn nicht jedes Altsystem erlaubt den unmittelbaren Zugriff auf die Datenbank. Gerade bei integrierten Tools zur Datenmigration ist Vorsicht geboten, da hier mitunter keine vollständige Migration garantiert werden kann.
Stand: 08.12.2025
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Phase 3: Transformation
In dieser Phase der Migration wird die Qualität der vorhandenen Daten sichergestellt. Je höher die Qualität der Daten ist, desto reibungsloser erfolgt die Übertragung. Ein Relaunch ist zudem eine gute Gelegenheit, um zu überprüfen, ob nicht mehr benötigte Informationen gelöscht werden können oder ob es Lücken im Datenbestand gibt, die gefüllt werden müssen. Eine regelmäßige Datenhygiene sollte auch nach der Migration selbstverständlich sein.
Phase 4: Import
Wurden alle Voraussetzungen in den Phasen 1 bis 3 erfüllt, gelingt der eigentliche Datenimport meist reibungslos. In einem letzten Schritt sollte geprüft werden, ob die Bewegungsdaten, wie Preisinformationen oder Bestelleingänge, tagesaktuell im Zielsystem abgebildet werden. Hier kommt es zwischen dem Beginn des Projekts und dem Go-live zu einer Datenlücke, die am Projektende zwingend geschlossen werden muss.
Jan-Hendrik Rauh
(Bild: Löwenstark Digital Solutions GmbH)
Um die Vorteile eines neuen Systems nach der Datenmigration optimal zu nutzen, empfiehlt sich die Kooperation mit einem Dienstleister. Denn eine Migration kann nicht nebenbei erfolgen und erfordert maximalen Fokus auf alle erforderlichen Prozesse.
* Jan-Hendrik Rauh ist Geschäftsführer der Löwenstark Digital Solutions GmbH und Experte für E-Commerce und Webentwicklung. Er kann auf langjährige Erfahrung in der Etablierung von digitalen Strategien zurückgreifen und hat über die strategische Beratung, maßgeschneiderte Shop- und CMS-Systeme bis hin zum professionellen Web-Hosting bereits Lösungen für die verschiedensten Branchen konzipiert.