Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Insofern stehen Unternehmen auch im kommenden Jahr vor großen Herausforderungen, um Technologien und Innovationen geschickt zu adaptieren und strategisch zu nutzen. Und es werden keine leichten Aufgaben sein, die zu bewältigen sind:
Die kontinuierliche Weiterbildung, sichere Datennutzung sowie deren Verwaltung bleiben Herausforderungen für Unternehmen, neue kommen dazu.
Der Fachkräftemangel könnte manche Ambitionen schon im Keim ersticken. Und auch weitere Regulierungen im Datenverkehr und bei der Nutzung neuer Techniken machen es nicht einfacher. Folgende Trends sehen wir bei Cloudera in diesem Jahr:
Trend #1: Ohne internes Upskilling scheitert die Digitalisierung
Der Fachkräftemangel in der Technologiebranche ist seit langem bekannt. Für Arbeitgeber ist es heute schwerer als je zuvor, die richtigen Talente zu finden, die sie bei der digitalen Transformation unterstützen. Während Unternehmen danach streben, datenzentriert zu werden, ist der Bewerberpool an ausgebildeten, technischen Experten, die dies ermöglichen, erstaunlich klein geworden.
Clouderas jüngster „EDC Maturity Index Report“ zeigt, dass über die Hälfte (55 Prozent) der IT-Entscheidungsträger in Deutschland plant, in den nächsten 12 Monaten Daten- und Analyse-Tools zur Bewältigung der Herausforderungen in Bezug auf personelle Vielfalt zu nutzen.
Obwohl die Pandemie den Umstieg auf die Hybrid- und Fernarbeit im letzten Jahr beschleunigt hat und es Unternehmen dadurch ermöglichte, den internationalen Markt für die Rekrutierung von Talenten zu erschließen, scheint sich der Fachkräftemangel weiter zu verschärfen. Im Jahr 2022 wird ein großer Teil der Verantwortung vor allem bei Unternehmen liegen, den Schritt zu wagen, sich zur Weiterbildung ihrer eigenen Mitarbeiter zu verpflichten.
Nur so können sie den dringenden Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal decken. Um hierbei langfristig erfolgreich zu sein, bedarf es jedoch gemeinsamer Anstrengungen von Bildungseinrichtungen, staatlichen Institutionen und den Unternehmen.
Trend #2: Künstliche Intelligenz unter ethischen Gesichtspunkten
Künstliche-Intelligenz (KI)-Technologien sind heute ausgereift und werden zunehmend in unserer Gesellschaft eingesetzt. Allerdings kann bewusste sowie unbewusste Voreingenommenheit aus verschiedenen Datenquellen in die KI-Systeme einfließen und zur Diskriminierung von Minderheiten führen. Ein Grund dafür ist, dass die Systeme auf der Grundlage von Datenmassen basieren. Ohne eine durchdachte Data Governance und algorithmische Transparenz wird es weiter zu algorithmischen Fehlern kommen, die Schaden verursachen können.
2021 hat die Europäische Kommission einen bedeutenden Präzedenzfall geschaffen, indem sie zum ersten Mal einen Rechtsrahmen eingeführt hat, der strenge Anforderungen an KI-Systeme auf der Grundlage eines vorher definierten Risikoniveaus festlegt. Er sieht auch ein sofortiges Verbot von KI-Systemen vor, die als „Bedrohung für die Sicherheit, den Lebensunterhalt und die Rechte von Menschen“ eingestuft werden.
Auch wenn Vorschriften wie diese zu begrüßen sind, können sie nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Stattdessen müssen Technologieanbieter, Unternehmen und Regierungen gemeinsam sicherstellen, dass alle KI-Systeme ethisch und integrativ sind. Aus diesem Grund sollten 2022 mehr Technologieunternehmen Lösungen entwickeln, die auf Erklärbarkeit beruhen und etische Grundsätze einhalten. Der Weg in die Zukunft besteht darin, sicherzustellen, dass alle KI-Systeme transparent, rechenschaftspflichtig und überprüfbar sind.
Daniel Metzger von Cloudera sieht weitere große Herausforderungen auf Unternehmen zukommen.
(Bild: SEIDENABEL)
Trend #3: Die Hybrid Data Cloud wird für Unternehmen entscheidend
Die unternehmensweite Einführung der Cloud war im Jahr 2021 in aller Munde. Es ist zu erwarten, dass die 'Hybrid Data Cloud' in den Führungsetagen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auch wenn Unternehmen sich zunehmend auf die Cloud konzentrieren, ist die Datenzentrierung für alle Unternehmen, die wachsen und sich anpassen wollen, nach wie vor grundlegend.
Die Möglichkeit, auf Daten zuzugreifen und sie zu analysieren, wo auch immer sie sich befinden, ist eine der wichtigsten Prioritäten für Unternehmen – insbesondere angesichts von Vorschriften wie Schrems II. Aus diesem Grund werden Unternehmen im Jahr 2022 vermehrt in eine Hybrid Data Cloud investieren.
Das gilt besonders für Unternehmen, die sehr dynamische und differenzierte Workloads aufweisen. Das bestätigt auch der EDC Maturity Index Report: Die Mehrheit der befragten IT-Entscheidungsträger in Deutschland (89 Prozent) ist der Meinung, dass Unternehmen, die eine hybride Architektur als Teil ihrer Datenstrategie implementieren, einen Wettbewerbsvorteil haben werden.
Stand: 08.12.2025
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Trend #4: Nachhaltigkeit – Gutes tun und dabei Kosten sparen
Mit zunehmenden Umweltbelastungen und deren Auswirkungen in vielen Lebensbereichen rückt das Thema Nachhaltigkeit weiter in den Fokus. Der Betrieb von Rechenzentren leistet hier einen erheblichen Beitrag. Vor allem die Speicherung der enormen Datenmengen, die täglich generiert werden, treibt den Energieverbrauch und somit die Umweltbelastungen in die Höhe. Auf der anderen Seite zeigen aktuelle Studien, dass ein Großteil der bereits generierten Daten nicht mehr genutzt werden.
Wir erwarten, dass sich Unternehmen im kommenden Jahr verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Durch eine effizientere Ressourcennutzung können Unternehmen nicht nur Kosten einsparen, sondern gleichzeitig ihre CO2-Bilanz verbessern. Firmen sollten daher genau eruieren, welche Daten sie wirklich benötigen und wie sie diese effektiv lagern können. Werden Daten nicht benötigt, dann sollten sie auch nicht gespeichert werden.
Trend #5: Data Governance als Schlüsselfaktor
Data Governance, also Datenverwaltung und -Management, war für Unternehmen schon immer ein wichtiges Thema. Angetrieben durch rasant steigende Datenmengen, welche beispielsweise von Internet-of-Things (IoT)-Geräten, KI-Systemen und Machine Learning generiert werden, sowie durch die steigende Cloud-Nutzung wird Data Governance auch 2022 weiter an Bedeutung gewinnen.
Gesetze und Regulatorien wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verschärfen das Thema zusätzlich. 2022 werden Unternehmen sich daher stärker mit der Verwaltung ihrer Datenauseinandersetzen müssen. So verlagern viele Cloud-Anbieter ihre Rechenzentren mehr und mehr nach Europa, um den regulatorischen Vorgaben entgegenzutreten.
Unternehmen stehen dabei gerade bei der Migration in die Cloud vor der Herausforderung ihre Datenhoheit zu sichern. Im Fokus steht deshalb die Verfügbarkeit der Daten – und, wie bekommen Unternehmen ihre Daten zurück, wenn sie den Anbieter wechseln wollen? Hier bedarf es einer flexiblen Data-Platform, die Data Governance und Data Security einheitlich und umfassend regeln kann, egal wo sich die Daten befinden – ob in der Cloud oder On-Premises und unabhängig vom jeweiligen Cloud-Provider.
* Daniel Metzger ist Regional Vice President Central & Eastern Europe bei Cloudera.