Einweihung des Petaflop-Rechners Jugene, Clustercomputer Juropa und Fusionsrechner HPC-FF Forschungszentrum Jülich nimmt drei neue Supercomputer in Betrieb

Redakteur: Florian Karlstetter

Das Forschungszentrum Jülich hat drei neue Supercomputer in Betrieb genommen, darunter Jugene von Typ IBM Blue Gene / P, mit dem eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde möglich sind. Der Supercomputer der Petaflop-Klasse ist der derzeit schnellste Rechner Europas.

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Der von IBM gefertigte Supercomputer Jugene erreicht eine Spitzenrechenleistung von bis zu 1 Petaflop/s, dies entspricht einer Billarde Rechenoperationen pro Sekunde. Anders ausgedrückt müssten eine Milliarde Menschen jeweils pro Sekunde eine Million Berechnungen mit einem Taschenrechner ausführen, um auch nur annähernd so schnell zu sein.

Jugene wird für rechenintensive hochskalierbare Projekte aus ganz Europa eingesetzt. Zusammen mit den anderen Jülicher Supercomputern hat er Zugriff auf rund 6 Petabyte Festplattenspeicher. Dies entspricht dem Speicherplatz von mehr als einer Million DVDs. In dem aus 72 Racks bestehendem Rechnerverbund sind insgesamt 73.728 PowerPC-Prozessoren verbaut, hinzu kommen 144 Terabyte Arbeitsspeicher.

Neben Jugene sind noch zwei weitere Supercomputer an den Start gegangen: der Clustercomputer Juropa und der Fusionsrechner HPC-FF. Juropa ist für besonders datenintensive Anwendungen optimiert und basiert auf einer Cluster-Konfiguration aus NovaScale-Servern von Bull und Blade-Servern von Sun Microsystems. Das System besteht aus 2.208 Rechenknoten mit einer Gesamtrechenleistung von 207 Teraflop/s. Erreicht wird dies mit Hilfe der aktuellen Xeon-Quadcore-Prozzesoren von Intel (Nehalem-EP).

Der dritte im Bunde ist der Fusionsrechner HPC-FF, der speziell für die Fusionsforschung konzipiert ist. HPC-FF besteht aus 1.080 Rechenknoten, die jeweils mit zwei Nehalem-EP-Quadcore Prozessoren von Intel ausgestattet sind. Die insgesamt 8.640 wassergekühlten Prozessorkerne besitzen eine Taktrate von je 2,93 GHz, sie können auf circa 24 Terabyte Gesamt-Hauptspeicher zugreifen. Da Juropa und HPC-FF technisch verwandt sind lassen sich beide Systeme bei Bedarf zusammen betreiben.

Über das Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich bildet zusammen mit dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), dem Leibniz-Rechenzentrum in Garching das „Gauß Centre for Supercomputing“ (GCS), auf das Forscher aller Fachrichtungen zugreifen können. Die Supercomputer werden beispielsweise dafür eingesetzt, um zu klären, wie das Klima sich wandelt, wie sich Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleister funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind.

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