Rechenzentrumspläne im Saalekreis Entsteht in Bad Lauchstädt ein Datacenter?

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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In Milzau bei Bad Lauchstädt plant die Leipziger FAB den Bau eines großen Rechenzentrums. Während die Nähe zu Stromtrassen und Glasfaserleitungen für den Standort spricht, regt sich Widerstand in Bürgerschaft und Bauausschuss.

Auf einem Acker bei Milzau soll ein Datacenter entstehen. Was hat es mit dem Vorhaben auf sich?(Bild: ©  Corona Borealis - stock.adobe.com)
Auf einem Acker bei Milzau soll ein Datacenter entstehen. Was hat es mit dem Vorhaben auf sich?
(Bild: © Corona Borealis - stock.adobe.com)

Wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet, hält die Leipziger Projektentwicklungsgesellschaft FAB ein Feld bei Milzau für geeignet, um dort ein Rechenzentrum zu errichten.

Entscheidend seien die unmittelbare Nähe zum Umspannwerk in Bad Lauchstädt, die Anbindung an eine Höchstspannungsleitung sowie drei Internet-Hauptleitungen, die die Region kreuzen. Der Standort war ursprünglich für ein Batteriewerk vorgesehen, unter anderem für Porsche AG, die sich später für Schwarzheide in Brandenburg entschied.

Planung und technische Eckpunkte

Das Vorhaben trägt intern den Namen „Blue Future Datacenter“ und soll aus mehreren Hallen mit Rechentechnik bestehen. Laut MZ plant FAB zusätzlich Notstromaggregate, die bei Stromausfällen ein kontrolliertes Herunterfahren ermöglichen. Für den Regelbetrieb reicht diese Infrastruktur nicht aus, sodass ein Anschluss an die Höchstspannungsleitungen südlich von Milzau vorgesehen ist. Das Rechenzentrum könnte entweder von einem einzelnen Nutzer betrieben oder in Teilflächen an mehrere Unternehmen vergeben werden.

FAB möchte im Herbst mit der Aufstellung des Bebauungsplans beginnen und das Rechenzentrum bis 2028 fertigstellen. Voraussetzung ist ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt, in dem unter anderem Kostenregelungen festgelegt werden.

Im Bauausschuss erhielt das Vorhaben jedoch kein positives Votum: Die Abstimmung endete laut MZ mit 2 zu 2 Stimmen. Damit liegt die Entscheidung nun beim Stadtrat von Bad Lauchstädt.

Finanzielle Zusage und Bürgerproteste

Um das Projekt attraktiver zu machen, kündigte FAB-Geschäftsführer Thomas Bergler an, im Falle einer Realisierung eine kommunale Stiftung mit einem Vermögen von drei Millionen Euro aufzulegen. Dennoch bleibt das Projekt umstritten: Die Bürgerinitiative „Industriegebiet Milzau – Nein danke!“ hat sich nach Angaben der MZ neu formiert. Kritiker befürchten Auswirkungen auf Ortsbild und Lebensqualität, während Bürgermeister Christian Runkel (CDU) betont, die Gebäude könnten Lärm von der A38 abfangen und seien aus der Ortslage kaum sichtbar.

Konkurrenz und regionale Entwicklung

Neben Milzau sind im Saalekreis weitere Rechenzentrumsprojekte in Krumpa, Schraplau und Bad Lauchstädt in Planung. FAB sieht darin keine Konkurrenz, sondern einen möglichen Standortvorteil: Mehrere Einrichtungen in räumlicher Nähe könnten sich im Betrieb gegenseitig absichern. Runkel verweist auf die Rolle der Region als Energiestandort mit Windparks, Batteriespeichern und Umspannwerk – Faktoren, die Investoren derzeit anziehen.

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