Siemens-Studie zum Management „Behind the Meter“ Energieversorger tun sich schwer bei der Sichtbarkeit dezentraler Energieressourcen

Quelle: Pressemitteilung Siemens Smart Infrastructure 4 min Lesedauer

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Trotz vorhandener Systeme zum Management dezentraler Energieressourcen (DERMS) erfolgt die Anpassung bei den Energieversorgern nur langsam. Das ist Teil einer von Siemens in Auftrag gegebenen Studie, in der 100 Entscheidungsträger aus der US-amerikanischen und kanadischen Versorgungsbranche befragt wurden, wie sie sich auf die Zunahme dezentraler Energieressourcen (DER) einstellen.

Netztransparenz „Behind the Meter“ ist eine zentrale Herausforderung für Energieversorger. (Bild:  Siemens SI)
Netztransparenz „Behind the Meter“ ist eine zentrale Herausforderung für Energieversorger.
(Bild: Siemens SI)

Insgesamt lässt sich wohl festhalten, dass mangelnde Transparenz und begrenztes Verständnis des DER-Verhaltens zu Herausforderungen im Betrieb und einer Beeinträchtigung der Netzleistung führen. Der Bericht von Siemens, der in Zusammenarbeit mit Oxford Economics, einer Beratungsfirma in den Bereichen Thought Leadership, globale Wirtschaftsprognosen und ökonometrische Analysen entstanden ist, - ,„Seeing behind the meter: How electric utilities are adapting to the surge in distributed energy resources“ - gibt zwar nur direkt Aufschluss darüber, wie Stromversorger in den USA und Kanada die rasante Zunahme von Energieressourcen „Behind the Meter“, also hinter dem Netzverknüpfungspunkt, handhaben, doch die grundsätzlichen Überlegungen und Risiken lassen sich übertragen.

Aus der Studie geht hervor, welche Herausforderungen dezentrale Energieressourcen, „Behind the Meter“, für Versorgungsunternehmen darstellen und welche Vorteile eine erhöhte Sichtbarkeit bieten könnte. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, in Technologien zu investieren, um die Transparenz zu verbessern, DER-Management-Programme für ein zuverlässigeres und stabileres Netz zu priorisieren, das Vertrauen der Kunden zu stärken und damit die Teilnahme an Management-Programmen zu fördern.

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Marcus McCarthy, SVP Siemens Grid Software, USA und Mexiko, fasst zusammen: „Die Komplexität, die sich aus ‚Behind the Meter‘ DERs ergibt, stellt für Stromversorger in Nordamerika eine große Herausforderung dar. Mit Technologie lassen sich die mit diesen Ressourcen verbundenen Chancen und Hürden besser einschätzen, um die Netzresilienz zu verbessern.“

Über Siemens SI

Siemens Smart Infrastructure (SI) zielt auf die Herausforderungen der Urbanisierung und des Klimawandels durch die Verbindung von Energiesystemen, Gebäuden und Wirtschaftsbereichen mit einem Portfolio aus einer Hand – Produkten, Systeme, Anwendungen und Services vom Punkt der Erzeugung bis zur Nutzung der Energie. Der Hauptsitz befindet sich in Zug in der Schweiz. Zum 30. September 2023 hatte das Geschäft weltweit rund 75.000 Beschäftigte.

Auch jenseits des Teichs: Zunahme aktiver Energie-Erzeuger

Der Bericht zeigt die kontinuierliche Transformation von passiven Energieverbrauchern in Erzeuger und die damit verbundene Veränderung des Energiemarktes auf. Dieser Wandel ermöglicht es, alternative Energiequellen zu erschließen und die Resilienz des Netzes zu verbessern, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Der Studie zufolge stellt die „Behind the Meter“-Transparenz jedoch eine Herausforderung bei der Entwicklung kosteneffizienter Programme und der Überwachung dar.

Mehr als die Hälfte der befragten Versorgungsunternehmen verzeichneten in den letzten drei Jahren eine Zunahme bei der Einführung von Photovoltaikanlagen (64 Prozent) und Elektrofahrzeugen (50 Prozent). Es wird erwartet, dass sich Batterien immer mehr durchsetzen: Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Befragten rechnet in den nächsten drei Jahren mit einer verstärkten Marktdurchdringung.

Insgesamt scheinen die betriebliche Herausforderungen bekannt zu sein, allerdings aufgrund mangelnder Transparenz schwer zu bewältigen. So geht aus der Umfrage hervor, dass Unklarheit herrscht, was Standort, Größe und Aktivität von DER betrifft. 70 Prozent der Befragten verlassen sich eigenen Angaben zufolge auf Zusammenschaltungsanforderungen und/oder auf Integrationen mit Plattformen wie Management-Systemen für dezentrale Energieressourcen (DERMS), um Informationen über den Standort von DER „Behind the Meter“ zu erhalten.

Es fehlt der Durchblick

Nach Einschätzung der befragten Versorgungsunternehmen haben sie über Plattformen wie DERMS nur Einblick in durchschnittlich 36 Prozent aller DER im Netz. Daher stellen laut Bericht ein betriebliches Problem für Versorgungsunternehmen dar. Nahezu drei Viertel der Versorgungsunternehmen geben an, dass die Nutzung durch Kunden Herausforderungen mit sich bringt – beispielsweise hinsichtlich Spannungssichtbarkeit und -steuerung, Rückkopplung, Schutz und Steuerungskoordinierung, Überlastung von Verteilertransformatoren und Leitern sowie verdeckte oder versteckte Lasten.

Eine Lösung sind laut Studie Programme zur Nachfragesteuerung, die Anreize für Kunden schaffen, den Energieverbrauch zu reduzieren. Mehr als zwei von drei befragten Versorgungsunternehmen haben bereits Programme zur Nachfragesteuerung eingeführt und planen, diese in den nächsten fünf Jahren weiter auszubauen.

Aber lediglich 37 Prozent der Befragten hingegen haben derzeit DER-Management-Programme implementiert ( beinhaltet Kommunikation und Management von DER durch Netzbetreiber, um Netzleistungen zu erbringen und die Nachfrage mit dem Angebot in Einklang zu bringen) – da dies die Zustimmung der Kunden als eine weitere Hürde erfordert. Wie aus den Umfrageergebnissen hervorgeht, nehmen durchschnittlich nur 35 Prozent von Kunden an DER-Management-Programmen teil, 54 Prozent jedoch an nachfrageseitigen Anreizprogrammen.

Die Zukunft des Netzes hängt von Transparenz ab

Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass sich stärkere Transparenz zu Verhalten und Standort aller „Behind the Meter“-DER positiv auf den Betrieb auswirkt, da sich hierdurch die Kennzahlen für SAIDI (System Average Interruption Duration Index) und SAIFI (System Average Interruption Frequency Index) reduzieren lassen und die Produktivität gesteigert wird. Im Hinblick auf die Zukunft autonomer Netze dürften drei wesentliche Ergebnisse der Studie von Bedeutung sein.

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  • Erstens sollte in Technik investiert werden, die die Transparenz erhöhen kann – eine Notwendigkeit für Versorgungsunternehmen, um die Energiewende erfolgreich zu bewältigen und das Netz zukunftssicher zu machen.
  • Zweitens sollte Strategien wie Nachfragesteuerungs- und DER-Management-Programme höhere Priorität eingeräumt werden, um mehr Flexibilität zu erreichen.
  • Und drittens muss das Kundenvertrauen gestärkt werden, um die Teilnahme an Management-Programmen zu fördern.

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