Revolution im Rechenzentrumsbau Ein Co-Location-Datacenter im 3D-Druck für Heidelberg IT von der Kraus Gruppe

Von Kraus Gruppe 3 min Lesedauer

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Die Kraus Gruppe errichtet auf der Konversionsfläche ‚Campbell Heidelberg‘ das bislang größte 3D-Gebäude. Mieter wird der Cloud- und Rechenzentrumsanbieter Heidelberg IT Management GmbH & Co. KG sein, die das Gebäude ab Ende 2023 als IT-Serverhotel nutzen.

So soll das gedruckte Co-Location-Gebäude einmal vom Süden her aussehen(Bild:    SSV-Architekten)
So soll das gedruckte Co-Location-Gebäude einmal vom Süden her aussehen

Rund 54 Meter lang, 11 Meter tief und 9 Meter hoch soll das Gebäude auf einem Gesamtareal von rund 500 Quadratmetern Gewerbefläche werden. Der Andruck des Gebäudes hat am 31. März 2023 begonnen und wird voraussichtlich bis Ende Juli dieses Jahres in Anspruch nehmen. Errichtet wird es von der Kraus-Gruppe gemeinsam mit Peri 3D Construction, einem Pionier auf dem Gebiet des 3D-Baudrucks, und Heidelberg Materials, einem der weltweit größten Baustoffunternehmen.

Bauherr Hans-Jörg Kraus, geschäftsführender Gesellschafter der Kraus Gruppe, sagt zu seiner Motivation: „Als unabhängiges Familienunternehmen mit Tradition und Zukunft möchten wir in Heidelberg innovative Bauweisen voranbringen und einen positiven Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten. Deshalb habe ich mich bewusst für dieses Bauverfahren entschieden, wobei es für mich wichtig war, auch lokale Partner für dieses Projekt zu gewinnen.“

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Der Projektpartner Peri 3D Construction liefert das Know-how zum 3D-Druckprozess und erstellt mit seinem „Cobod BOD2“-3D-Baudrucker die vertikalen Elemente des künftigen Rechenzentrums. Fabian Meyer-Brötz, Geschäftsführer der Peri 3D Construction GmbH „Wir sind sehr stolz, mit diesem Projekt unser bisher größtes Gebäude realisieren zu können. Die besondere Formgebung (siehe: Bilder und Video) liefert mit dem parametrischen Design Einblicke in die immense Gestaltungsfreiheit, die der Cobot BOD2 3D-Drucker ermöglicht.“Er weist zudem darauf hin, dass zeitnah in Nordrhein-Westfalen auch das erste öffentliche Gebäude Deutschlands gedruckt wird. Er sieht darin einen Beweis, dass „der 3D-Baudruck an Fahrt gewinnt.“

Das besondere Plus

Heidelberg Materials setzt für den Rechenzentrumsbau einen 3D-Druckbeton als Hightech-Baustoff ein, der als mineralischer Baustoff zu 100 Prozent recyclebar ist. Darüber hinaus beinhaltet dieser 3D-Druckbeton ein Bindemittel mit etwa 55 Prozent CO₂-Reduktion gegenüber einem reinen Portlandzement.

Jörg Dietrich, Leiter Engineering & Innovation bei Heidelberg Materials Deutschland, erläutert: „Durch eine gezielte Entwurfsplanung ergibt sich zudem hohes Potenzial für einen effizienten

Materialeinsatz. Das Material ist gut pumpbar und besitzt gleichzeitig sehr gute Extrusionseigenschaften. Die zielsichere Festigkeitsentwicklung sorgt zudem für ein Druckbild mit hoher Formtreue.“

Auch die weiteren Projektbeteiligten Mense-Korte Ingenieure+Architekten, SSV Architekten, DAW (Caparol, Alpina) sowie Heidelberg IT zeigen sich von der neuen 3D-Druck-Technik überzeugt – nicht zuletzt wegen der Chance, damit den drei Kernherausforderungen der Baubranche zu begegnen: Fachkräftemangel, stagnierende Produktivität und Nachhaltigkeit.

Quelle: Kraus Gruppe

Ist die Gebäudehülle erstellt, kommt für die Malerarbeiten im Innenraum ein Malroboter von DAW Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn zum Einsatz - bekannt durch die Marken 'Caparol' und 'Alpina Weiß'.

Der künftige Rechenzentrumsbetrieb

Für die Heidelberg IT Management GmbH ist der Bau und Betrieb eines Rechenzentrums nichts Neues - genausowenig wie der Nachhaltigkeitesgedanke beim Bau und im Betrieb. Zum Beispiel hat Geschäftsführer Matthias Blatz das Konzept 'Gebäudebeheizung mit Serverabwärme' entwickelt. Das Wärme- und Energiekonzept ist ein zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie der Heidelberg IT.

Wir sind sehr stolz, dass unser Serverhotel im größten gedruckten Gebäude Europas entsteht.

Matthias Blatz

Der Cloud- und Rechenzentrumsanbieter wurde für diese Form der Nutzung von Serverabwärme mehrfach ausgezeichnet und ist mit seiner Maßnahme auf der Best Practice Plattform „nachhaltigkeitsstrategie.de“ vertreten, die Leuchtturmprojekte von Unternehmen aus Baden-Württemberg vorstellt. Blatz sagt über seinen Neubau: „Für das Rechenzentrum am Standort Campbell Heidelberg streben wir das Umweltzeichen 'Blauer Engel' (Kategorie „Klimaschonendes Co-Location-Rechenzentrum“) an. Zudem wird der Energie-effiziente und ressourcenschonende Rechenzentrumsbetrieb die Nachhaltigkeit des 3D-Druck-Gebäudes ergänzen“, sagt Blatz.

Über die Heidelberg IT Management GmbH

Mit einem 70-köpfigen Team unterstützt Heidelberg IT Firmenkunden bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten sowie bei Aufgaben der Informationssicherheit und IT-Sicherheit. Zum Leistungsrepertoire gehören individuell zugeschnittene Services in den Bereichen Cloud-Computing, Managed-Services und IT-Outsourcing sowie IT-Beratung und IT-Dienstleistungen rund um Infrastruktur, Netzwerk, WLAN-Netz, Internet und Business-Telefonie.

Lüftungsrohr mit Luftfilter im Rechenzentrum „Serverhotel 2“.(Bild:  Heidelberg IT Management GmbH)
Lüftungsrohr mit Luftfilter im Rechenzentrum „Serverhotel 2“.
(Bild: Heidelberg IT Management GmbH)

Darüber hinaus übernehmen die IT-Experten die Beschaffung von Hardware, Software und Zubehör. Für diesen Rundumdienst betriebt das Unternehmen hochverfügbare Rechenzentrumseinheiten, darunter das „Serverhotel 2“ mit TSI-Zertifikat der TÜV-IT GmbH am Firmenhauptsitz in Heidelberg. Der IT-Infrastrukturdienstleister betreibt zudem ein eigenes Glasfasernetz mit Anbindung an den DE-CIX Frankfurt.

Seit 2022 ist das Unternehmen mit der Tochtergesellschaft Heidelberg IT Corporation in den Geschäftsbereichen Rechenzentren, Smart Metering, Vernetzung, Informationssicherheit und IT-Security in den USA vertreten.

Kunden von Heidelberg IT sind mittelständische Unternehmen aller Branchen, gemeinnützige Organisationen und soziale Einrichtungen, Dienstleister mit hohem Datenaufkommen sowie IT-Abteilungen von Konzernen. Zu den Referenzkunden zählen das 'Technoseum' in Mannheim und die TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH.

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