Auch die Rechenzentrumsbranche richtet ihren Blick auf das Jahr 2025 – ein Jahr, das von rasantem technologischem Wandel, zunehmendem Umweltbewusstsein und einer wachsenden Nachfrage nach Leistung und Effizienz geprägt sein wird. Christian Zipp vom Spezialisten für Edge-Rechenzentren Nlighten wagt einen Ausblick auf die kommenden Monate.
Die Entwicklungen in der Rechenzentrumsbranche erfordern strategische Weitsicht. Nlighten hat wichtige Trends der kommenden Monate zusammengefasst.
Rechenzentren stehen im Mittelpunkt der globalen digitalen Transformation und ermöglichen Fortschritte in den Bereichen KI, Cloud Computing und IoT. Doch mit diesen Chancen gehen auch Herausforderungen einher, die innovative Ansätze und strategische Anpassungen erfordern.
Drei Trends zeichnen sich dabei als entscheidende Treiber für künftige Entwicklungen ab. Diese Trends verdeutlichen nicht nur die technischen Fortschritte, die die Zukunft der Branche prägen, sie legen auch besonderes Augenmerk auf die strategischen Prioritäten, die für langfristigen Erfolg entscheidend sind.
KI-gestützte Optimierung
Die Verbreitung von KI-Anwendungen stellt immer neue Anforderungen an Rechenzentren – von der Verarbeitung immenser Datenmengen bis hin zur Bereitstellung einer Infrastruktur, die Entscheidungen in Echtzeit ermöglicht. Gleichzeitig wird KI zunehmend intern eingesetzt, um den Rechenzentrumsbetrieb kontinuierlich zu optimieren.
KI-gestützte Systeme steigern etwa die Effizienz, indem sie den Energieverbrauch eines Rechenzentrums dynamisch anpassen, Kühlmechanismen feinjustieren und Wartungsbedarfe vorausschauend erkennen. Diese Effizienzsteigerungen wirken nicht nur kostensenkend, sondern auch betriebsstabilisierend, gerade angesichts immer komplexerer KI-basierter Workloads.
Die Entwicklung einer Dezentralisierung von Rechenzentrumsinfrastrukturen, also der Trend hin zu Edge-Rechenzentren, die näher am Endnutzer sind, fördert die Echtzeit-KI-Verarbeitung in hohem Maße. Dieser lokale Ansatz unterstützt zudem nicht nur die Anforderungen an niedrige Latenz, sondern entlastet auch zentralisierter Einrichtungen – eine Entwicklung, die aufzeigt, wie sich die Branche an die wachsende Bedeutung von KI anpasst.
Nachhaltigkeit und Sektorenkopplung
Nachhaltigkeit ist nicht länger eine Option, sondern ein Muss für die Branche. Während der Energieverbrauch weiterhin ansteigen wird – siehe KI – wollen und sollen Rechenzentrumsbetreiber ihre Nachhaltigkeitsziele nicht aus den Augen verlieren. Ein bedeutender Trend ist die Sektorenkopplung – die Integration von Rechenzentren in lokale Energieinfrastrukturen. Praktiken wie die Abwärmenutzung für Fernwärme und das Setzen auf Erneuerbare Energien zeigen, dass sich Rechenzentren nicht weiter als isolierte Entitäten begreifen, sondern neue und moderne Wege der Kooperation beschreiten möchten.
eBook: Sektorenkopplung
eBook: Sektorenkopplung
Die Ampelkoalition will den Kohleausstieg auf das Jahr 2030 vorlegen. Um den Zeitrahmen einzuhalten, fördert sie den Ausbau der Sektorenkopplung. Die Verzahnung des Strom-, Wärme- und Verkehrssektors soll Synergien schaffen und die Klimaneutralität fördern. Denn sie ermöglicht etwa alternative Verwertung und Langzeitspeicherung von überschüssigen Strommengen aus erneuerbaren Energien.
Was sich daraus für die Datacenter-Branche ergibt sowie welche Vor- und Nachteile die Sektorenkopplung mitbringt, lesen Sie in unserem eBook: (PDF | ET 25.01.2022)
All dies verstärkt die Bindung zu lokalen Gemeinschaften und Interessengruppen, bei gleichzeitiger Reduzierung der Umweltbelastungen. Regulatorische Anreize und öffentlich-private Partnerschaften beschleunigen diesen Wandel zusätzlich und sorgen dafür, dass Nachhaltigkeit zunehmend zur messbaren Realität wird.
Edge-Rechenzentren: Die Antwort auf niedrige Latenz
Mit der zunehmenden Verbreitung von IoT, 5G und Cloud-Diensten wächst der Bedarf an ultra-niedriger Latenz. Traditionelle, zentralisierte Rechenzentren stoßen hier an ihre Grenzen, was den Aufstieg von Edge-Rechenzentren vorantreibt.
Edge-Rechenzentren verkürzen Datenübertragungswege und ermöglichen schnellere und zuverlässigere Reaktionszeiten. Besonders für Echtzeitanalysen, autonome Fahrzeuge oder Virtual-Reality-Erlebnisse sind diese kurzen Wege unverzichtbar. Wenn Edge-Rechenzentren neben niedrigen Latenzen gleichzeitig Unterstützung für lokale Energiestrategien bieten, werden sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer dynamischen und sich kontinuierlich wandelnden digitalen Infrastruktur.
Der Weg in eine resiliente und innovative Zukunft
Die Rechenzentrumsbranche wird sich auch in diesem Jahr in einer Phase des Wandels befinden, die von technologischen, ökologischen und betrieblichen Überlegungen und Herausforderungen angetrieben wird. Die genannten Trends verweisen nicht nur auf die Resilienz der Branche, sondern auch die erforderlichen Strategien, um weiterhin die Bedürfnisse einer vernetzten und nachhaltigen Welt zu erfüllen.
Mit KI-gestützten Innovationen, dem Fokus auf Nachhaltigkeit sowie der Notwendigkeit niedriger Latenzen wird die Branche auch in Zukunft für das Wachstum und die Stabilität der digitalen Wirtschaft unverzichtbar sein.
Über den Autor:
Christian Zipp ist Chief Sales Officer von Nlighten
(Bild: Nlighten)
Christian Zipp ist Chief Sales Officer bei nLighten. Er ist ein Veteran der europäischen Rechenzentrumsbranche und war in führenden Vertriebspositionen für einige der weltweit größten Rechenzentrumsunternehmen tätig.
Zuletzt war er Vice President Sales Dach & Niederlande bei Digital Realty und Regional Vice President Sales bei Equinix. Zuvor war er bei Verizon in verschiedenen Senior-Management-Rollen tätig.
Stand: 08.12.2025
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