In der Betrachtung der Zukunftsaussichten für 2025 hat das Marktforschungsunternehmen Gartner sechs Trends hervorgehoben, die 2025 einen erheblichen Einfluss auf Infrastruktur und Betrieb (I&O) haben werden. Zu den für Rechenzentrumsbetreiber wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass flüssigkeitsgekühlte Infrastruktur dominieren wird, da die nächste Generation von GPUs und CPUs den Energieverbrauch und die Wärme-Entwicklung noch steigern werden.
Gartner-Analysten bennen die Trends für 2025, die für Infrastruktur und Betrieb im Rechenzentrum relevant sind und geben Empfehlungen.
Jeffrey Hewitt, Vice President Analyst bei Gartner, sagt, warum die Prognosen bedeutsam sind: „Diese Trends bieten I&O-Führungskräften die Möglichkeit, zukünftige Kompetenzanforderungen zu identifizieren und Einblicke zu gewinnen, die bei der Erfüllung der Implementierungsanforderungen helfen. Sie werden die Differenzierung bieten, die Unternehmen benötigen, um die optimalen Vorteile aus ihren I&O-Aktivitäten im Jahr 2025 zu ziehen.“
Trend Nr. 1: Revirtualisierung/Devirtualisierung
Die jüngsten Lizenzänderungen für bestimmte herstellerbasierte Anwendungen haben viele I&O-Teams dazu gezwungen, ihre Virtualisierungsentscheidungen neu zu bewerten. Das führt dazu, dass einige mehr in die öffentliche Cloud, andere in die verteilte Cloud und wieder andere in die private Cloud wechseln. Dies beinhaltet mehrere Optionen, die über einen einfachen Wechsel des Hypervisors hinausgehen.
Gartner hat sechs Trends hervorgehoben, die 2025 einen erheblichen Einfluss auf Infrastruktur und Betrieb (I&O) haben werden.
(Bild: Gartner (Dezember 2024))
Der Rat von Hewitt: „I&O-Führungskräfte müssen alle aktuellen Virtualisierungsimplementierungen und alle damit verbundenen Abhängigkeiten inventarisieren. Sie sollten alternative Wege evaluieren, einschließlich Hypervisoren, Hyperkonvergenz, verteilte Cloud, Containerisierung, private Cloud und Devirtualisierung. Vor allem sollten die Entscheider die vorhandenen I&O-Fähigkeiten identifizieren und überlegen, wie diese weiterentwickelt werden müssen, um die besten Entscheidungen zu unterstützen.“
Trend Nr. 2: Programme für Sicherheitsverhalten und -kultur
Da die Angriffe immer ausgefeilter und vielfältiger werden, müssen Sicherheitsprogramme auf Verhalten und Kultur ausgerichtet werden, um ihre Wirksamkeit zu optimieren. Programme für Sicherheitsverhalten und -kultur (SBCPs) sind unternehmensweite Ansätze zur Minimierung von Cyber-Sicherheitsvorfällen im Zusammenhang mit dem Verhalten der Mitarbeiter.
SBCP-Programme führen zu einer verbesserten Annahme von Sicherheitskontrollen durch die Mitarbeiter und zu einer Verringerung von Verhaltensweisen, die nicht als sicher gelten. Sie ermöglichen es I&O, die effektivere Nutzung von Cyber-Sicherheitsressourcen durch die Mitarbeiter zu unterstützen.
Trend Nr. 3: Cyberstorage
Cyberstorage-Systeme nutzen einen Dataport, der aus Daten besteht, die fragmentiert und über mehrere Speicherorte verteilt sind. Die fragmentierten Daten können sofort wieder zusammengesetzt werden, wenn sie benötigt werden. Gartner leifert eine Definition gleich mit, da es sich nicht um eine Produktkategorie handelt: Bei Cyberstorage kann es sich um eine dedizierte Lösung mit umfassenden Funktionen handeln, um ein plattformspezifisches Service-Angebot mit integrierten Lösungen oder um eine Sammlung eigenständiger Produkte, die die Speicheranbieter um Cyber-Schutzfunktionen ergänzen.
„Damit Cyberstorage erfolgreich sein kann, sollten I&O-Führungskräfte die Risiken von kostspieligen und störenden Speicherbedrohungen in Verbindung mit steigenden regulatorischen und versicherungstechnischen Ausgaben erkennen, um einen Business Case für die Einführung von Cyberstorage zu entwickeln."
Trend Nr. 4: Flüssigkeitsgekühlte Infrastruktur
Flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen bestehen aus einem Wärme-Austauscher an der Rückseite oder Eintauch-Systeme oder Direct-to-Chip-Cooling beziehungsweise Kombinationen dieser Technologien. Sie ermöglichen es I&O, neue Chip-Generationen, Dichte und KI-Anforderungen zu unterstützen, und bieten gleichzeitig die Möglichkeit, die Infrastruktur flexibel zu platzieren, um Edge-Anwendungsfälle zu unterstützen.
Hewitt kommentiert: „Die Flüssigkeitskühlung hat sich von der Kühlung der breiteren Rechenzentrumsumgebung zu einer näheren und gleichmäßigeren Kühlung der Infrastruktur entwickelt. Flüssigkeitsgekühlte Infrastrukturen sind heute noch ein Nischendasein in Bezug auf Anwendungsfälle, aber sie werden sich durchsetzen, wenn die nächsten Generationen von GPUs und CPUs mehr Strom verbrauchen und mehr Wärme produzieren.“
Datacenter-Insider würde den Trends eine weitere Prognose den generellen Aussichten auf 2025 hinzusetzen:
Der rapide Anstieg des Energieverbrauchs für GenAI übersteigt die Kapazität der Stromversorger
Künstliche Intelligenz (KI) und generative Künstliche Intelligenz (GenAI) lassen den Stromverbrauch rasch ansteigen. Nach der Gartner-Prognose vom November 2024 wird für Rechenzentren in den nächsten zwei Jahren ein Wachstum von bis zu 160 Prozent vorausgesagt. Deshalb geht Gartner davon aus, dass bis 2027 rund 40 Prozent der bestehenden KI-Rechenzentren aufgrund der Stromverfügbarkeit in ihrer Betriebsfähigkeit eingeschränkt sein werden.
Stand: 08.12.2025
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Dazu äußert Bob Johnson, Vice President und Analyst bei Gartner: „Das explosionsartige Wachstum neuer Hyperscale-Rechenzentren zur Implementierung von GenAI führt zu einem unstillbaren Energiebedarf. Das wird die Fähigkeit der Versorgungsunternehmen, ihre Kapazitäten schnell genug zu erweitern, übersteigen.“ Und weiter ergänzt der Experte: „Dies könnte die Energieverfügbarkeit stören und zu Engpässen führen, was das Wachstum neuer Rechenzentren für GenAI und andere Anwendungen ab 2026 einschränken wird.“
„Neue, größere Rechenzentren sind in Planung, um die riesigen Datenmengen zu bewältigen, die zum Trainieren und Implementieren der rasch wachsenden großen Sprachmodelle (LLMs) benötigt werden, die die Grundlage für GenAI-Anwendungen bilden“, so Johnson. „Kurzfristige Stromengpässe werden jedoch wahrscheinlich noch jahrelang andauern, da es Jahre dauern könnte, bis neue Stromübertragungs-, -verteilungs- und -erzeugungskapazitäten in Betrieb genommen werden, die die aktuellen Probleme nicht lindern werden.“
Das hat zur Folge, dass in naher Zukunft die Anzahl der neuen Rechenzentren und das Wachstum von GenAI durch die Verfügbarkeit von Strom für deren Betrieb bestimmt werden. Gartner empfiehlt Unternehmen, die Risiken zu ermitteln, die potenzielle Stromengpässe für alle Produkte und Dienstleistungen haben werden.
Die Strompreise werden steigen
Interessant für die Rechenzentrumsbetreiber, die unter den hohen Strompreisen hierzulande leiden, dass Gartneranlaysten als „unvermeidliche Folge“ der drohenden Stromknappheit weltweit AI-Halbleiter-Umsatz nach Kategorie der elektronischen Gerätevon einem Anstieg der Strompreise ausgegangen werden darf, der auch die Kosten für den Betrieb von LLMs erhöhen wird.
Laut Johnson arbeiten bedeutende Stromverbraucher mit großen Erzeugern zusammen, um sich langfristig garantierte Stromquellen unabhängig von anderen Netzanforderungen zu sichern. Trotzdem sieht auch er voraus: „In der Zwischenzeit werden die Stromkosten für den Betrieb von Rechenzentren erheblich steigen, da die Betreiber wirtschaftliche Hebel einsetzen, um die benötigte Energie zu sichern. Diese Kosten werden auch an die Anbieter von KI/GenAI-Produkten und -Dienstleistungen weitergegeben werden.“
Die Empfehlung der Gartner-Analysten für Unternehmen lautet daher, ihre Zukunftspläne zu evaluieren, die höhere Stromkosten vorsehen, und langfristige Verträge für Rechenzentrumsdienste zu angemessenen Strompreisen auszuhandeln. In jedem Fall sollten sie auch erhebliche Kostensteigerungen einkalkulieren.
Nachhaltigkeitsziele werden darunter leiden
Steigende Energiekosten sind schlecht für die Umwelt. Die Ziele der kohlenstofffreien Nachhaltigkeit werden auch durch kurzfristige Lösungen zur Bereitstellung von mehr Energie beeinträchtigt, da die steigende Nachfrage die Versorger zwingt, die Produktion mit allen Mitteln zu erhöhen. In einigen Fällen bedeutet dies, dass fossile Kraftwerke, die eigentlich stillgelegt werden sollten, über ihre geplante Abschaltung hinaus in Betrieb bleiben.
Johnson: „Die Realität sieht so aus, dass die zunehmende Nutzung von Rechenzentren zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führen wird, um den kurzfristig benötigten Strom zu erzeugen. Dies wiederum wird es den Betreibern von Rechenzentren und ihren Kunden erschweren, die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele in Bezug auf die CO2-Emissionen zu erreichen.“
Gartner schätzt, dass der Strombedarf von Rechenzentren für den Betrieb von KI-optimierten Servern im Jahr 2027 ungefähr 500 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erreichen wird, was dem 2,6-fachen des Wertes von 2023 entspricht.
(Bild: Gartner (November 2024))
Rechenzentren benötigen nun einmal eine 24/7-Stromverfügbarkeit, die erneuerbare Energien wie Wind- oder Solarenergie ohne eine Form der alternativen Versorgung in Zeiten, in denen kein Strom erzeugt wird, nicht bieten können. Zuverlässiger Strom rund um die Uhr kann nur durch Wasserkraftwerke, fossile Brennstoffe oder Kernkraftwerke erzeugt werden. Laut Gartner wird das dazu führen, dass langfristig neue Technologien zur verbesserten Batteriespeicherung, zum Beispiel Natrium-Ionen-Batterien, oder zur Erzeugung sauberer Energie, etwa kleine Kernreaktoren, zur Verfügung stehen und zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen.
Der Gartner-Rat an die Rechenzentrumsbetreiber oder auch Nutzer lautet: Überprüfen der Nachhaltigkeitsziele in Bezug auf CO2-Emissionen - im Hinblick auf die künftigen Anforderungen an Rechenzentren und Energiequellen für die nächsten Jahre. Bei der Entwicklung von GenAI-Anwendungen sollten sie sich darauf konzentrieren, so wenig Rechenleistung wie möglich zu verbrauchen, und die Machbarkeit anderer Optionen wie Edge Computing und kleinere Sprachmodelle prüfen.
Die Umsätze der AI-Chip-Produzenten
Derzeit ganz wesentlich sind die Grafikprozessoen, die das Rechnen großer KI-Modelle ermöglichen. Zur Computermesse „CES“, die in dieser Woche in Las Vegas stattgefunden und wo Nvidia mit „Geforce RTX 50“eine neue PC-GPU vorgestellt hat, die auf dem AI-Chip „Blackwell“ basiert, präsentiert Gartner seine Prognose zu den Umsätzen der Hersteller von AI-Halbleitern für das Jahr 2025:
Gartner: AI-Halbleiter-Umsatz nach Kategorie der elektronischen Geräte, 2022 – 2025 ($M)