Beim „Fsas Technologies Summit 2025“ präsentierte sich der japanische IT-Abkömmling von Fujitsu Fsas Technologies in München selbstbewusst als „Schweiz der IT“. Die Botschaft: Europa brauche technologische Unabhängigkeit – und das Unternehmen könne sie liefern. Mit einer Kombination aus Innovation, Nachhaltigkeit und Souveränität positioniert sich das Unternehmen als europäische Alternative zu den US-Hyperscalern.
Mit dem selbstbewussten Claim „Wir sind die Schweiz der IT“ positioniert sich Fsas Technologies als zentraler Akteur auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität in Europa.
(Bild: Fsas Technolgies)
Seit dem 1. April 2025 agiert der Server- und Storage-Bereich unter dem Firmennamen „Fsas Technologies“ als eigenständige Fujitsu-Tochter auf dem europäischen Markt. Das Ziel: verkürzte Entscheidungswege und mehr Nähe zu speziell europäischen Anforderungen. Die rund 8.000 Mitarbeitenden weltweit – davon über 600 in Deutschland – sollen schneller auf Marktveränderungen reagieren können.
Santosh Wadwa leitet die Fsas Technologies GmbH.
(Bild: Patrick Pollmeier)
„Wir müssen mutiger sein und neu denken – nicht umdenken, sondern wirklich neu denken“, betonte Santosh Wadwa, Vice President & Head of Platform Business Germany für Fsas Technologies, in seiner Keynote. „Wenn wir weltweit wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir jetzt investieren – in Digitalisierung, in Innovation, in sichere Partnerschaften.“
Souveränität als Verkaufsargument
Fsas positioniert sich gezielt gegen digitale Abhängigkeiten: Das Unternehmen erfülle alle europäischen Datenschutzstandards, unterliege etwa nicht dem US Cloud Act, speichere Daten ausschließlich in Europa – vorzugsweise in deutschen Rechenzentren – und arbeite mit vertrauenswürdigen Partnern wie Ionos, Mistral oder Netapp zusammen.
„Datensouveränität bedeutet Unabhängigkeit und damit bessere Wettbewerbsfähigkeit“, so Wadwa. Besonders betonte er die geopolitische Unsicherheit, etwa im Hinblick auf die USA: US-Präsident Donald Trump treffe seine Entscheidungen in die eine oder andere Richtung – maximal unberechenbar. Wadwa machte klar, dass Souveränität keine politische Floskel, sondern geschäftskritischer Faktor sei.
Ein Highlight des Summit war die Vorstellung von Fsas Private GPT – „Europas Antwort auf das weltweite KI-Wettrüsten“, so AI Evangelist Alexandra Ullbricht –, einer vollständig EU-konformen On-Premises-Lösung für generative künstliche Intelligenz (KI). Die Lösung basiert auf Sprachmodellen des französischen Partners Mistral und lässt sich modular in Unternehmenssysteme integrieren inklusive Konnektoren, Rechteverwaltung und API-Schnittstellen.
Zum zweitägigen „Fsas Technologies Summit 2025“ im Showpalast München kamen über 1.200 Gäste.
(Bild: Patrick Pollmeier)
Mit Version 1.3 soll 'Private GPT' die Brücke zur kommenden Ära der KI-Agenten schlagen: Über das Model Context Protocol (MCP) können externe Systeme wie IoT-Geräte, File-Systeme oder Maschinen angebunden werden. Unternehmen behalten dabei vollständige Datenhoheit und profitieren von flexiblen Lizenzmodellen – bis hin zum Pay-per-Use über den Infrastructure-as-a-Service „Uscale“. Version 1.4 sei zudem schon in den Startlöchern und soll ein verbessertes Dokumentenverständnis, mehr Sicherheit und Stabilität und intelligentere Interaktionen bieten sowie Audio- und Videointegration unterstützen.
Zudem baut Fsas am europäischen KI-Benchmarking-Center mit, das Unternehmen umsetzbare Blaupausen für die Auswahl und Bereitstellung von KI-Modellen und -Infrastrukturen an die Hand geben soll. In der ersten Projektphase entwickelt Fsas Technologies optimierte Blaupausen, um die Leistung verschiedener Infrastrukturen mit unterschiedlichen Large Language Models (LLMs) zu testen.
Zum Einsatz kommen dabei Methoden wie Datensynthese, Fine-Tuning und Wissensdestillation, ergänzt durch ein präzises Benchmarking zentraler Kriterien wie Reasoning-Fähigkeit und Retrieval-Augmented Generation (RAG). Diese Tests werden auch auf Private GPT angewendet, um mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Ergänzend entstehen KI-validierte Designs und reale Anwendungsszenarien auf Basis von „Primergy“-Hardware.
Infrastruktur, Rechenleistung und Nachhaltigkeit
Die Fujitsu-Tochter präsentierte sich in München aber nicht nur als KI-Innovator, sondern auch als Hersteller zukunftsfähiger IT-Infrastrukturen wie flüssigkeitsgekühlte Server („Greenline“ ab Oktober 2025), Hochleistungsrechenzentren mit Energie-Effizienz-Optimierung, nachhaltige Verpackungssysteme und langlebige Hardware sowie Compliance-Expertise für Rechenzentren nach CSRD, NIS-2 und Energie-Effizienzgesetz.
„Fugaku“: Der von Fujitsu und Riken entwickelte supraleitende Quantencomputer soll hybrides Quantencomputing ermöglichen.
(Bild: Patrick Pollmeier)
Im Auftrag des japanischen Forschungs- und Entwicklungsinstituts Riken entwickelt Fujitsu den Nachfolger des Supercomputers „Fugaku“. Das Projekt „Fugakunext“ basiert auf der neuen „Monaka-X“-CPU, einer Energie-effizienten 2nm-Plattform mit High-End-KI-Beschleunigung, die Fujitsu-Technologien unter anderem für fortschrittliches 3D-Packaging und den Betrieb mit ultra-low voltage optimierter Mikroarchitektur nutzt.
Das Ziel ist es, sowohl hohe Leistung als auch Energie-Effizienz für vielfältige Computing-Anwendungen der nächsten Generation zu bieten, von Edge-Computing bis hin zu Rechenzentren, und dabei Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Außerdem soll das Projekt dazu beitragen, eine weltweite technologische Führungsrolle Japans voranzubringen.
Stand: 08.12.2025
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Europa, wach auf!
Fsas Technologies sei kein Start-up, sondern ein etablierter Akteur mit 90 Jahren Industrie-Erfahrung und dem erklärten Willen, Europas Digitalagenda aktiv mitzugestalten, betonte Wadwa. Das Unternehmen liefere nicht nur Produkte, sondern ein Werteversprechen: Verlässlichkeit, Souveränität, Sicherheit und Nachhaltigkeit.
„Das Geld ist da – wir müssen uns nur trauen, es für Innovation einzusetzen.“ Mit diesem Appell schloss Wadwa seine Keynote und brachte damit die zentrale Botschaft des 2025er Summits auf den Punkt.