In ihrem zweiten Jahr hat die Corona-Pandemie einen deutlichen Schub bei der Digitalisierung des Mittelstands ausgelöst. Somit haben die Digitalisierungsausgaben des Mittelstands zum zweiten Mal nacheinander deutlich zugenommen und kletterten auf 23 Milliarden Euro: der Höchststand seit Beginn der Erhebung für den „KfW-Digitalisierungsbericht“. Allerdings hat sich auch die die Kluft zwischen großen und kleinen Mittelständlern sowie zwischen Vorreitern und Nachzüglern vertieft.
Der „KfW-Digitalisierungsbericht“ zeigt auf, dass sich im Mittelstand etwas bewegt, doch nicht alles steht zum Besten.
Nach Angaben des KfW-Digitalisierungsberichts ist zwar der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben leicht auf 31 Prozent zurückgegangen, das sei aber im Wesentlichen auf die Entwicklung bei den kleinen Unternehmen zurückzuführen.
Bei den Unternehmen mittlerer Größe nimmt dieser Anteil zum zweiten Mal in Folge von 32 Prozent vor Corona auf aktuell 43 Prozent (Unternehmen mit 5 bis unter 10 Beschäftigte) beziehungsweise von 44 auf 52 Prozent (Unternehmen mit 10 bis unter 50 Beschäftigte) zu. Auch die großen mittelständischen Unter-nehmen schließen mit aktuell 65 Prozent deutlich häufiger Digitalisierungsvorhaben ab als unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie (60 Prozent).
Im Ranking hinsichtlich der Integration digitaler Technologien gibt die deutschen Wirtschaft kein gutes Bild ab.
(Bild: DESI 2022)
Vor allem große mittelständische Unternehmen und Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung (FuE) geben mit durchschnittlich 174 beziehungsweise 73 Tausend Euro mehr als vor Ausbruch der Pandemie aus (2019: 139 beziehungsweise 43 Tausend Euro). Zurückzuführen ist der aktuelle Anstieg darauf, dass die Maßnahmen zur Krisenbewältigung weitgehend abgeschlossen sind und Unternehmen Digitalisierungsvorhaben nun verstärkt unter längerfristigen, zum Teil auch strategischen Erwägungen angehen.
Gerade Unternehmen mit strategischer Ausrichtung ihrer Vorhaben geben im Durchschnitt um bis zu 61 Prozent mehr für ihre Digitalisierung aus als Unternehmen, die Digitalisierungsvorhaben zur Krisenbewältigung durchführen. Abzulesen ist laut Bericht die Neuausrichtung der Digitalisierungsaktivitäten an den durchgeführten Vorhaben:
Die Art der Digitalisierungsvorhaben hat sich geändert.
(Bild: KfW-Mittelstandspanel)
Vorhaben, die typisch für die Krisenbewältigung sind, haben abgenommen. Dies betrifft etwa die Digitalisierung des Kontakts zu Kunden und Zulieferern sowie Einführung eines digitalen Vertriebs. Da-gegen wurden insbesondere Vorhaben, die die Reorganisation von Arbeitsabläufen und der Arbeitsorganisation betreffen, deutlich häufiger durchgeführt. „Die stärker strategische Ausrichtung der Digitalisierungsaktivitäten lässt hoffen, dass sich der Digitalisierungsschub als nachhaltig erweist“, heißt es in dem Bericht.
Über den KfW-Digitalisierungsbericht
Der „KfW-Digitalisierungsbericht“ basiert auf dem „KfW-Mittelstandspanel“, das seit dem Jahr 2003 als schriftliche Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro im Jahr durchgeführt wird. Das KfW-Mittelstandspanel liefert repräsentative Daten für sämtliche mittelständische Unternehmen aller Größenklassen und Branchen in Deutschland. An der aktuellen Befragungswelle vom Frühjahr 2022 haben sich 10.796 mittelständische Unternehmen beteiligt.
Die Kluft vertieft sich
Der Anteil der großen Unternehmen mit Digitalisierungsvorhaben liegt allerdings um das 2,4-fache höher als bei den kleinen Unternehmen. Sie geben rund das 21-fache der kleinen für ihre Digitalisierung aus. Bei den FuE-treibenden Unternehmen liegt der Anteil mit Digitalisierungsvorhaben das 2,2-fache und die durchschnittlichen Digitalisierungsausgaben das 3,6-fache höher als bei Unternehmen ohne FuE.
Mittelständische Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben nach Unternehmensgröße
(Bild: KfW-Mittelstandspanel)
Von zentraler Bedeutung sind nach Angaben des Berichts digitale Kompetenzen und Wissenstransfer in den Mittelstand. Die Empfehlung klingt aber lahm und angesichts des fehlenden Grundverständnisses, was die Bedeutung der Digitalisierung anbelangt absurd: Fehlende digitale Kompetenzen müssten durch verstärkte Aus- und Weiterbildung angegangen werden. Dazu zähle auch, dass die strategische Bedeutung der Digitalisierung noch stärker in den Blick genommen werde und Unternehmen generell ihre Strategiefähigkeit verbessern. Der Wissenstransfer in den Unternehmenssektor könne durch spezifische Maßnahmen zur Erkundung des Verwertungspotenzials und zur Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert werden.
Nicht zu vergessen: Die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben bei Vorreiter wie Nachzügler stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. Angesichts der Tatsache, dass gerade neue Technologien und Technik, lebendige Open-Source-Projekte Start-ups sowie etablierte Unternehmen einen Vorsprung verschaffen, erscheint dann doch der Rat der KfW-Gruppe seltsam: „Der Einsatz konkreter Förderinstrumente müsse sich am Reifegrad der Technologien orientieren und reiche von Zuschüssen und steuerlicher FuE-Förderung, über Beteiligungskapital und eigenkapitalähnliche Finanzierungen bis hin zu Förderkrediten.“
Es fehlen Manpower und Know-how
So entwickeln sich der IT-Fachkräftemangel und insgesamt das Fehlen digitaler Kompetenzen bei Mitarbeitern zum immer größeren Hemmnis für die Digitalisierung im Mittelstand. Jedes vierte Unternehmen nennt fehlende IT-Kompetenzen als Digitalisierungshemmnis, 22 Prozent beklagen einen Mangel an IT-Fachkräften.
Die Digitalisierer unter den mittelständischen Firmen erwarten zu 63 Prozent, dass sie in den kommenden drei Jahren Probleme bei der Stellenbesetzung haben werden. Im Vergleich zu Unternehmen ohne Digitalisierungsaktivitäten fehlen ihnen vor allem Bewerber und Bewerberinnen mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen (+66,2 Prozent), aber auch solche mit Grundlagenwissen in diesem Bereich (+31,3 Prozent) und mit mathematisch-statistischen Kenntnissen (+23,9 Prozent). Diese Unternehmen versuchen das Problem mit Investitionen in die Kompetenzen ihrer Beschäftigten durch Aus- und Weiterbildung (46 Prozent) in den Griff zu bekommen, zu einem geringen Teil auch mit der Einführung arbeitssparender Prozesse oder Unternehmensreorganisation (12 Prozent).
Stand: 08.12.2025
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