Sicherheit im Entwicklungsprozess DevSecOps Integration – Security von der Basis her

Ein Gastbeitrag von Alok Uniyal 4 min Lesedauer

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In den letzten Jahren veränderten Agile und DevOps-Methoden die Art und Weise, wie Unternehmen Software entwickeln und einsetzen. DevOps ermöglichte Unternehmen, schnellere Entwicklungszyklen, einen erhöhten Automatisierungsgrad und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams.

DevSecOps können Compliance-Richtlinien als Code implementieren und so Sicherheits- und Datenschutzanforderungen von Anfang an berücksichtigen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
DevSecOps können Compliance-Richtlinien als Code implementieren und so Sicherheits- und Datenschutzanforderungen von Anfang an berücksichtigen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die digitale Landschaft entwickelte sich jedoch weiter und damit wurde es notwendig, Security in jede Phase des Entwicklungsprozesses zu integrieren. DevSecOps bettet Security in DevOps ein und gewährleistet, dass die Sicherheit kein nachträglicher Gedanke, sondern von Anfang an eine wichtige Komponente darstellt.

Warum „Sec“ bei DevSecOps wichtig ist

In der schnelllebigen digitalen Welt können Sicherheitsverletzungen katastrophale Folgen für Unternehmen haben. Das „Sec“ in DevSecOps bedeutet: Es ist wichtig, Security-Maßnahmen bereits in den frühen Phasen der Softwareentwicklung zu berücksichtigen. Auf diese Weise reduzieren Unternehmen Risiken, schützen sensible Daten und gewährleisten Compliance. Dieser proaktive Sicherheitsansatz schützt das Unternehmen und schafft gleichzeitig Vertrauen bei Kunden und anderen Interessengruppen.

Die Integration von Security in die DevOps-Pipeline erfordert einen Kulturwandel. Darüber hinaus müssen Unternehmen spezifische Praktiken einführen, die die Sicherheit in jeder Phase priorisieren. Sicherheitsschulungen und Sensibilisierungsprogramme für Entwicklungs- und Betriebsteams sind ein wichtiger Ansatz. So erhalten sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um Schwachstellen zu erkennen und beheben. Das Ergebnis ist eine auf Security ausgerichtete Denkweise im gesamten Unternehmen.

Außerdem spielt die Integration automatisierter Sicherheitstests eine entscheidende Rolle. Die Einbettung von Tools wie Static Application Security Testing (kurz: SAST) und Dynamic Application Security Testing (kurz: DAST) in die CI/CD-Pipeline gewährleistet konsistente und effiziente Sicherheitsprüfungen. Diese Tools unterstützen dabei, Schwachstellen in einem frühen Stadium des Entwicklungsprozesses zu identifizieren.

Sie ermöglichen es Teams außerdem, Probleme sofort zu beheben, bevor sie eskalieren. Mechanismen für eine kontinuierliche Kontrolle erlauben es, Bedrohungen und Anomalien in Echtzeit zu erkennen. Dank Feedback-Schleifen können IT-Teams die Sicherheitslage kontinuierlich verbessern und an neue Bedrohungen anpassen.

Auch die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb der Organisation sind von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist, dass die Mitglieder von Entwicklungs-, Betriebs- und Sicherheitsteams zusammenarbeiten und offen miteinander kommunizieren. Regelmäßige Besprechungen und funktionsübergreifende Teams helfen, potenzielle Sicherheitsrisiken zu identifizieren und Strategien zur Behebung dieser zu entwickeln.

Vorteile von DevSecOps ausschöpfen

Die Einführung eines DevSecOps-Ansatzes bietet aber zahlreiche Vorteile, die über eine verbesserte Sicherheit hinausgehen. Einer der wichtigsten Vorteile ist eine kürzere Markteinführungszeit. Durch die Integration von Sicherheitsaspekten in den Entwicklungsprozess können Unternehmen ihre Arbeitsabläufe rationalisieren und neue Funktionen und Produkte schneller als bisher veröffentlichen. Diese Agilität bietet einen Wettbewerbsvorteil in einem sich kontinuierlich verändernden Geschäftsumfeld.

Ein weiterer entscheidender Vorteil stellt die verbesserte Compliance dar. Gesetzliche Vorschriften einzuhalten ist für viele Branchen von enormer Bedeutung. DevSecOps ermöglicht es Unternehmen, Compliance-Richtlinien als Code zu implementieren. Dadurch wird gewährleistet, dass Sicherheits- und Datenschutzanforderungen über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg konsistent erfüllt werden. Dies bewahrt Unternehmen vor möglichen rechtlichen und regulatorischen Fallstricken.

Auch Kosteneinsparungen spielen eine wichtige Rolle. Erkennen die Teams Security-Schwachstellen frühzeitig im Entwicklungsprozess, lassen sie sich beheben, bevor sie einen erheblichen und teuren Schaden verursachen. In einem späteren Stadium oder nach der Bereitstellung kann dies deutlich teurer sein und dem Ruf des Unternehmens schaden. Ein frühes Eingreifen ist daher sowohl wirtschaftlich als auch strategisch sinnvoll.

Schließlich fördert eine robuste DevSecOps-Strategie das Vertrauen der Kunden. In einer Zeit, in der Datenschutzverletzungen und Cyberangriffe an der Tagesordnung sind, kann ein starkes Security-Engagement das Vertrauen und die Loyalität der Kunden erheblich stärken. Ein proaktives Sicherheitskonzept gibt den Kunden die Gewissheit, dass ihre Daten geschützt sind, und fördert so langfristige Geschäftsbeziehungen sowie Markentreue.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der DevSecOps-Ansatz nicht nur die Sicherheit stärkt, sondern auch Prozesse rationalisiert, die Einhaltung von Vorschriften gewährleistet, Kosten spart und das Vertrauen der Kunden stärkt – eine unverzichtbare Strategie im digitalen Zeitalter.

Einbettung von Security in DevOps: Erfolgsstrategien

Obwohl die Vorteile von DevSecOps deutlich sind, muss die Umsetzung sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Ein wichtiger Aspekt ist der kulturelle Wandel, denn die Umstellung auf einen DevSecOps-Ansatz erfordert eine Veränderung der Unternehmenskultur: Security muss Priorität haben. Die Führungsebene sollte die Teams unterstützen. Nur so lässt sich der Wandel vorantreiben und sicherstellen, dass Security eine gemeinsame Verantwortung ist.

Die passenden Tools zu integrieren, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Die Auswahl der richtigen Tools für automatisierte Sicherheitstests, Kontrolle und Reaktion auf Vorfälle ist entscheidend. Diese Werkzeuge sollten sich nahtlos in bestehende DevOps-Workflows einfügen. So lassen sich Unterbrechungen vermeiden und die Effizienz maximieren.

Auch die Skalierbarkeit ist eine wichtige Überlegung. Wenn Unternehmen wachsen, entwickeln sich auch ihre Security-Anforderungen entsprechend weiter. Daher ist es wichtig, ein DevSecOps-Framework zu entwickeln, das mit dem Wachstum des Unternehmens mitwächst und sich an veränderte Sicherheitsanforderungen anpasst.

Die Security sollten Unternehmen kontinuierlich verbessern. Es handelt sich nicht um eine einmalige Investition, sondern um einen fortlaufenden Prozess. Sicherheitspraktiken sollten regelmäßig überprüft und Audits durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass Teams sich über neue Bedrohungen informieren müssen – nur so ist ein umfassender Schutz gewährleistet.

Die Integration von Sicherheit in den Prozess der Softwareentwicklung und -bereitstellung ist keine Option mehr, sondern vielmehr eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg von Unternehmen. DevSecOps stellt einen Paradigmenwechsel dar, der Security in den Kern der Entwicklung und des Betriebs einbettet. Damit lässt sich die Sicherheit von Daten und Anwendungen gewährleisten, ohne die Agilität und Innovation zu beeinträchtigen.

Ein DevSecOps-Ansatz ermöglicht Unternehmen eine schnellere Markteinführung, verbesserte Compliance, Kosteneinsparungen und erhöhtes Kundenvertrauen.

Der Autor: Alok Uniyal
Alok Uniyal ist Senior Vice President & Head of the IT Process Consulting Practice bei Infosys. Er unterstützt Organisationen dabei, neue Arbeitsweisen durch den Einsatz von Lean, Agile, DevSecOps, und SRE einzuführen. Darüber hinaus begleitet er Firmen bei der Umstellung auf kunden- und produktzentrierte Plattformen und Business-Modelle. Er leitet auch die Agile-, DevSecOps- und SRE-Transformation innerhalb von Infosys, wobei der Schwerpunkt derzeit auf AI-unterstütztem Software-Engineering liegt.

Bildquelle: Infosys

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