Marktentwicklung rund um KI-Infrastruktur Datacenter Physical Infra­struc­ture legt 17 Prozent zu

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Der Markt für Datacenter Physical Infrastructure (DCPI) wächst im ersten Quartal 2025 um 17 Prozent.KI-Workloads boomen oomen und treiben das Wachstum an. Flüssigkeitskühlung und leistungsfähige Stromversorgungssysteme setzen neue Maßstäbe. Vertiv und Schneider Electric führen den Wettbewerb an.

Symbolbild: Vertiv und Schneider Electric setzen auf Referenzdesigns mit Flüssigkeitskühlung und 800-Volt-Gleichstrom für effiziente, skalierbare Infrastrukturen.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Vertiv und Schneider Electric setzen auf Referenzdesigns mit Flüssigkeitskühlung und 800-Volt-Gleichstrom für effiziente, skalierbare Infrastrukturen.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Laut Dell'Oro Group ist der weltweite Markt für Datacenter Physical Infrastructure (DCPI) im ersten Quartal 2025 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Das vierte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum geht vor allem auf Investitionen von Hyperscalern und Co-Location-Anbietern zur Bewältigung rechenintensiver Workloads für Künstliche Intelligenz (KI) zurück.

Besonders deutlich zeigt sich das in Nordamerika: Mit einem Plus von 23 Prozent ist die Region Spitzenreiter. EMEA und China folgen mit Wachstumsraten im niedrigen zweistelligen Bereich. Der Boom führt dazu, dass sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern zuspitzt.

Infrastrukturanbieter wie Schneider Electric und Vertiv dominieren das globale Geschäft. Beide Unternehmen liegen laut Dell’Oro nahezu gleichauf, getrennt durch nur einen Zehntelprozentpunkt Marktanteil.

Flüssigkeitskühlung auf dem Vormarsch

Die technischen Anforderungen der KI-Fabriken bringen neue Kühlkonzepte hervor. Laut Dell’Oro hat sich der Umsatz mit Direct Liquid Cooling (DLC) im ersten Quartal 2025 mehr als verdoppelt. Bis Jahresende soll das Gesamtvolumen dieser Kategorie 2,5 Milliarden US-Dollar überschreiten. Verantwortlich hierfür: Rack-Dichten von über 100 Kilowatt, die sich mit herkömmlicher Luftkühlung nicht mehr effizient bewältigen lassen.

Alex Cordovil, der Forschungsdirektor der Dell‘Oro Group sagte, dass die KI zu einem Umdenken in Sachen Infrastruktur führe. Und hierbei komme die Flüssigkeitskühlung ins Spiel, denn „die Architekturen mit hoher Leistungsdichte entwickeln sich rasch weiter, wobei erwartet wird, dass die Racks bald 600 Kilowatt (kW) erreichen und Konfigurationen mit 1 Megawatt (MW) bereits in Betracht gezogen werden.“

Vertiv: Referenzdesign für 142-kW-Racks und 800-VDC

Ein Beispiel für die technische Ausrichtung liefert Vertiv mit einer neuen Referenzarchitektur für Nvidia-Rechenzentren der „GB300-NVL72“-Klasse. Die Lösung unterstützt Leistungsdichten bis zu 142 kW pro Rack und gehört zur Plattform „360AI“. Sie ist als 3D-Modell in Nvidias „Omniverse Blueprint“ integriert und zielt auf zentrale Herausforderungen in der Kühlung, Stromversorgung und Planungszeit ab.

Das Design ist für hybride Kühlarchitekturen vorbereitet, und zwar auch Flüssigkeitskühlung. Ab 2026 sollen zudem Vertiv-Produkte für eine zentralisierte 800-VDC-Stromversorgung (VDC steht kurz für Volts of Direct Current ) verfügbar sein – eine Infrastruktur, die auf 1-MW-Racks ausgerichtet ist. Damit reagiert Vertiv auf die Anforderungen an Energie-Effizienz und Skalierbarkeit in KI-Fabriken.

Schneider Electric und Nvidia präsentieren Referenzdesign für KI-Datacenter

Schneider Electric hat gemeinsam mit Nvidia ein Referenzdesign entwickelt, das speziell auf die Anforderungen von KI-Datacenter zugeschnitten ist. Die Lösung basiert auf der „Nvidia Accelerated Computing Cluster“-Plattform und integriert Flüssigkeitskühlung, um den Betrieb hochleistungsfähiger AI-Cluster zu optimieren.

Das modulare Design erlaubt den Einsatz in unterschiedlichen Größenordnungen – vom Nachrüsten bestehender Rechenzentren bis hin zu dedizierten AI-Serverräumen. Für die Kühlung bietet das Konzept mehrere Optionen, darunter luftbasierte Ventilatorwände sowie Flüssigkeitskühlung mit Coolant Distribution Units (CDUs), die direkt am Rack oder im Raum positioniert werden können.

Die Stromversorgung ist auf hohe Anforderungen ausgelegt: Drei redundante Antriebsstränge mit insgesamt 7,5 MW Leistung sichern den Betrieb von Servern, Kühlung und Peripherie. Zudem sind flexible Kaltwassernetze vorgesehen, um die Kühlkreisläufe je nach Szenario optimal zu versorgen.

Power-Architekturen im Wandel

Parallel zur Kühlung verändert sich auch die Stromversorgung grundlegend. Die Nachfrage nach leistungsfähigen, skalierbaren Verteilstrukturen lässt laut Dell’Oro den Bereich Power Distribution um über 40 Prozent wachsen. Besonders Busway-Systeme legen stark zu. Anbieter wie Eaton, Legrand, Siemens und Vertiv bauen ihre Kapazitäten entsprechend aus.

Vertiv verfolgt hier eine klare Strategie in Richtung Hochvolt-Gleichstrom (HVDC). Die 800-VDC-Infrastruktur, die gemeinsam mit Nvidia entwickelt wird, ist ausgelegt für Rechenzentrum-Rack-Leistungsdichten von 1 Megawatt und mehr.

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