Das Rechenzentrum 2025

Datacenter - hidden champions und Bremsklötze

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Der Energiebedarf steigt

Kein Wunder also, dass sich im Ganzen der Stromverbrauch der Rechenzentren erhöht hat (siehe: Abbildung 2), trotz zunehmender Effizienz. Ursprünglich hatte sich die Verbrauchskurve ab 2008 abgeflacht, steigt nun aber, entgegen den damaligen Prognosen seit 2011 steil an und liegt 2015 über 14,2 Tera Wattstunde (1 TWh = 1 Milliarde kWh).

Abbildung 2: Aus der Keynote von Dr. Peter Koch, Emerson Network Power. Trotz zunehmender Effizienz der IT und der Rechenzentrumstechnik steigt der Stromverbrauch seit Jahren.
Abbildung 2: Aus der Keynote von Dr. Peter Koch, Emerson Network Power. Trotz zunehmender Effizienz der IT und der Rechenzentrumstechnik steigt der Stromverbrauch seit Jahren.
(Bild: Dr. Peter Koch/Borderstep)

Doch der steigende Stromverbrauch von Rechenzentren ist nur ein Grund, warum sich Wirtschaft und Politik damit auseinandersetzen sollten: Die Datacenter verfügen auch über große Stromreserven, die etwa zum Ausgleich von Stromschwankungen hergenommen werden könnten. So steht in Batterien von USV-Anlagen der Rechenzentren eine Kapazität von 150 Mega Wattstunden zur Verfügung (siehe: Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Rechenzentrum könnte als Stromquelle fungieren.
Abbildung 3: Das Rechenzentrum könnte als Stromquelle fungieren.
(Bild: Hintemann)

Laut Hintemann haben tatsächlich fast 40 Prozent der Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland bereits in Erwägung gezogen, aktiv am Strommarkt teilzunehmen. Zumindest ließen sich die Generatoren- und Batterietests, die die Rechenzentren regelmäßig durchführen, tatsächlich für den Betrieb oder zur Einspeisung nutzen, statt die erzeugte Energie quasi zu verpulvern.

Bedeutung von Rechenzentren für die Stromnetze

Das könnte sich unter Umständen für die Rechenzentrumsbetreiber rechnen. Die informations-und kommunikationstechnische Anbindung würde Kosten von etwa 3.000 bis 5.000 Euro verursachen. Doch käme der Betreiber von einer Anlage mit 1 Megawatt elektrischer Leistung umgekehrt derzeit auf einen Erlös von zirka 25.000 Euro pro Jahr.

Abbildung 4: Aus dem Vortrag von Energie-Experte Staffan Revemann: Strom ist in Deutschland teuer. Das macht das Energiesparen für hierzulande angesiedelte Datacenter dringlich.
Abbildung 4: Aus dem Vortrag von Energie-Experte Staffan Revemann: Strom ist in Deutschland teuer. Das macht das Energiesparen für hierzulande angesiedelte Datacenter dringlich.
(Bild: BDEW / Eurostat)

Viele Betreiber befürchten jedoch eine Reduktion der eigenen Versorgungssicherheit. Doch die gehe nicht verloren, so Hintemann, da die Schalthoheit dem Betreiber des Rechenzentrums erhalten bleibt. Zudem wird das Rechenzentrum im Falle einer Netzinstabilität in der Regel ohnehin schon durch die Notstromaggregate versorgt.

Das Fazit von Hintemann ist demnach: „Wir müssen mehr über Rechenzentren reden! Wir sollten die Chancen nutzen, Rechenzentren als einen Erfolgsfaktor für die Energiewende zu platzieren.“

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin Datacenter-Insider, Vogel IT-Medien GmbH/ DataCenter-Insider