Goldnuggets, Ethik und viel mehr Möglichkeiten ChatGPT-4 im Vergleich zu seinen Vorgängern

Ein Gastbeitrag von Maximilian Schmidt * 6 min Lesedauer

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Im März hat OpenAI die jüngste Version seines Textgenerators eingeführt: „ChatGPT-4“. Sie soll weitaus mehr können als ihre Vorgänger und weniger Fehler aufweisen. Für wen lohnt sich die neue Version? Inwiefern unterscheidet sich die Version 4 von den früheren Modellen? Und wie sieht die Zukunft mit weiteren OpenAI-Projekten aus?

In welchen Fällen ist der Einsatz von „ChatGPT-4“ ein echter Gewinn, so dass ein Unternehmen dafür zahlen sollte? (Bild:  frei lizenziert: Hans /  Pixabay)
In welchen Fällen ist der Einsatz von „ChatGPT-4“ ein echter Gewinn, so dass ein Unternehmen dafür zahlen sollte?
(Bild: frei lizenziert: Hans / Pixabay)

Künstliche Intelligenz (KI) ist eigentlich ein alter Hut, denn bereits seit den 1950er Jahren wird sie erforscht und entwickelt. Inzwischen gewinnt sie immer mehr an Qualität und Bedeutung. So werden KI-Tools immer häufiger in den globalen Arbeitsmarkt, das Bildungssystem und in weitere Branchen eingebaut.

Insbesondere ChatGPT revolutioniert seit der Veröffentlichung vor einigen Monaten viele Lebensbereiche. Mit jeder technischen Innovation werden die potenziellen Gefahren und Chancen debattiert, wie auch in diesem Fall. Viele stellen sich die Frage, wie die Zukunft weiterhin mit KI-Bots wie ChatGPT aussehen wird.

Technische Erfindungen haben kein Ende, sie können mit der Zeit immer wieder aktualisiert und optimiert werden. Somit haben auch ChatGPT-3 und 3.5. nun einen Nachfolger. GPT-4 soll mehr Funktionen anbieten, präzisere Antworten liefern und fehlerfreier arbeiten.

Das sind die Unterschiede zwischen den vorherigen GPTs und GPT-4

Sechs Monate lang hat OpenAI daran gearbeitet, das neue Modell auf den neuesten Wissensstand zu bringen und Defizite, die bei den früheren Modellen existierten, zu beheben. GPT-3 und 3.5. haben bereits für Begeisterung gesorgt.

Die Fähigkeit, kohärente Texte binnen Sekunden zu schreiben, setzte einen Meilenstein in der Welt der KI. Jetzt soll GPT-4 das Niveau der vorherigen Versionen übertreffen.

Mit ChatGPT-4 können nicht nur Texte, sondern auch Bilder, als Input eingegeben werden. Nutzer haben somit die Möglichkeit, das Programm unter anderem Webseiten erstellen zu lassen, die auf Bildern und Skizzen basieren. Auch kann GPT-4 auf diese Weise Rezepte oder Anweisungen vorschlagen oder Grafiken inhaltlich korrekt analysieren. Bei den Vorgängern gab es diese Funktion bisher nicht. Künftig ist auch zu erwarten, dass das Programm auch dazu fähig sein wird, Videos zu analysieren.

In puncto Aktualität

Auch hebt sich die neue Version deutlich von den vorherigen dadurch ab, dass es Zugriff auf Millionen von Online-Texten hat, die von Menschen erfasst wurden. Somit ist ihr Wissensstand weitaus aktueller und Nutzer haben die Chance, gegenwärtige Themen aufzugreifen. Zudem kann GPT-4 Fragen mit einem höheren Maß an Genauigkeit beantworten.

Grundsätzlich kommen diese Erneuerungen und Optimierungen durch die erhöhte Anzahl an Parametern zustande. Die Anzahl der Parameter bestimmt, wie die Informationsverarbeitung und die Interaktion verlaufen. Während die bisherigen Versionen bis zu 175 Milliarden Parameter aufweisen, arbeitet GPT-4 mit bis zu 100 Billionen Parametern.

Diese Zahl ist jedoch reine Spekulation, da es bisher keine offizielle Stellungnahme von OpenAI dazu gab. Dennoch kann man davon ausgehen, dass es sich bei der aktuellen Version um mindestens 10 Billionen Parameter handelt, also noch immer weitaus mehr als bei den früheren Modellen.

Inwiefern lohnt es sich, für GPT-4 mehr zu zahlen?

Auch wenn das Update bereits im März vorgestellt wurde, ist der Zugriff derzeit nur für ausgewählte Nutzer möglich. Interessenten können sich jedoch im Vorfeld auf die Warteliste von OpenAI eintragen, um schneller Zugang zu erhalten. Auch wird diese Version von ChatGPT kostenpflichtig sein.

User von ChatGPT Plus können von der Nutzung nach der Freigabe profitieren. Hierfür zahlen sie 20 Dollar monatlich. Dennoch wird das Abonnement nicht Zugriff auf alle Funktionen gewähren. Hier müssen User womöglich Token erwerben, um das volle Potenzial des Chatbots nutzen zu können. Noch ist nicht bekannt, wie genau die Bezahlungs- und Nutzungsmöglichkeiten aussehen werden.

Die neue Version des KI-Textgenerators klingt für zahlreiche Tech-Begeisterte verlockend. Doch für wen lohnt sich der Umstieg auf GPT-4? Hierfür sollten sich Interessierte die Frage stellen, in welchen Kontexten sie das Programm einsetzen wollen. Die Anwendungsmöglichkeiten von ChatGPT-4 sind äußerst vielfältig und finden bereits in vielen Arbeitsbereichen Anwendung - so auch vor Kurzem in einem Gerichtssaal in Pakistan. Bei einem Gerichtsverfahren wurde erstmalig Künstliche Intelligenz eingesetzt, um den Fall zu analysieren und das Urteil zu verkünden. Mithilfe von ChatGPT-4 könnte von diesem Zeitpunkt an der Rechtsweg beschleunigt und der Rückstau an Fällen, insbesondere in asiatischen Ländern, erheblich reduziert werden.

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Prüfen auf Effizienz

Das ist jedoch nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie die aktuelle Version von ChatGPT in vielen Branchen dazu verhelfen kann, die Arbeit effizienter zu gestalten. Auch im Bildungssystem wurde ein erstes Pilotprojekt in den USA gestartet, um zu testen, inwiefern GPT-4 Lehrmaterialien erstellen, Hausaufgaben der Schüler überprüfen und sie beim Lernprozess fördern kann.

In der Medizin wird ChatGPT eingesetzt, um schnelle Analysen von Krankheitsbildern zu erstellen, Arztbriefe zu verfassen und die besten Therapiemöglichkeiten für Patienten zu finden. Vornehmlich in der Medizinwelt bietet GPT-4 viele Vorteile: Es verfügt über ein hohes Urteilsvermögen und kann seltene Erkrankungen diagnostizieren.

Diese Anwendungsbeispiele machen deutlich, dass die neueste Version des KI-Chatbots bereits viele Branchen umkrempelt. Auch weiterhin wird sie viele weitere Arbeitsbereiche revolutionieren. Die Frage, ob es sich für Privatpersonen, Start-ups und andere Unternehmen lohnt, zukünftig auf das neue Modell umzusteigen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Einerseits handelt es sich um ein umfassenderes und länger trainiertes Datenmodell, andererseits sind die Fähigkeiten der vorherigen Versionen in vielen Fällen, wie beispielsweise bei einfachen Recherchen, ausreichend. Wer jedoch kreativere und präzisere Antworten erzielen möchte, sollte einen Umstieg in Betracht ziehen.

Auch das Wunder-Tool ChatGPT-4 hat seine Schattenseiten

OpenAI hat monatelang an dem Programm gefeilt, um Fehler zu beheben und Wissenslücken zu schließen. Doch genau wie andere KIs und seine vorherigen Versionen hat auch GPT-4 seine Grenzen und weist Fehler auf. Diese reichen von einfachen Schreib- bis hin zu mathematischen Fehlern. Auch wenn es sich meist eher um subtile Fehleinschätzungen handelt, können sie zum Beispiel zu falschen Diagnosen führen.

Zudem kann die neue Version von ChatGPT ebenfalls für unethische Zwecke missbraucht werden. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von Fake News oder die Manipulation von Menschen.

Ein Test von Open AI in Zusammenarbeit mit „Alignment Research Center“ hat bewiesen, dass GPT-4 in der Lage ist, Beschäftige im Kundenservice von Online-Dienstleistern zu täuschen und auf diese Weise Codes wie CAPTCHA zu erhalten. Somit ist es wichtig, dass die GPTs ausschließlich für ethisch-vertretbare Zwecke verwendet wird.

Was uns in Zukunft mit OpenAI erwartet

ChatGPT sorgte im vergangenen Jahr erstmalig für einen Durchbruch in der KI-Welt. OpenAI setzt das Niveau für seine Projekte äußerst hoch, weswegen im Laufe der Zeit Erneuerungen der Programme vorgestellt werden. Auch weiterhin zeigt sich das Unternehmen fleißig: Höchstwahrscheinlich werden in Zukunft immer mehr GPTs eingeführt.

Das Fazit des Autors

Erneut begeistert OpenAI Millionen Menschen mit der neuesten Version von ChatGPT. Dabei unterscheidet sich das aktuelle Modell von seinen Vorgängern insbesondere durch die sprachliche Präzision, die Genauigkeit der Antworten und die Möglichkeit, Bilder einzufügen.

Für KI-Fans und Unternehmer könnte sich das Abonnement lohnen. Wer einfache Recherchen betreiben will, kann weiterhin die vorherige Version in Anspruch nehmen. Auch in Zukunft werden weitere OpenAI-Projekte folgen. Fakt ist, dass ChatGPT nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wird.

Derzeit plant OpenAI, die Funktionen von ChatGPT massiv zu erweitern, indem Plug-ins eingebettet werden. Diese sollen erstmalig den Zugriff auf Live-Daten aus dem Web ermöglichen.

Somit wird ChatGPT in der Lage sein, im Internet zu surfen und gleichzeitig mit bestimmten Web-Seiten zu interagieren. Dadurch könnte ChatGPT zu einer weitreichenden Schnittstelle für verschiedene Dienste und Web-Seiten werden. User haben dann die Möglichkeit, beispielsweise Rezepte zu finden und die benötigten Zutaten mit wenigen Klicks in ihren Warenkorb zu befördern.

Auch hier bleibt der Zugriff erstmal nur für wenige Nutzer freigeschaltet, da sich das Projekt noch in einer Testphase befindet. Im Vorfeld wird es 11 Plug-ins für verschiedene Web-Seiten wie Expedia und Klarna geben. Im weiteren Verlauf werden auch eigene Plug-ins erscheinen, mit denen User Codes interpretieren und schneller im Internet browsen können.

* Der Autor
Maximilian Schmidt ist CEO der CPI Technologies GmbH. Die Firma ist spezialisiert auf Software-Entwicklung in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Blockchain und digitale Produktentwicklung.

Bildquelle: CPI Technologies GmbH

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