Anbieter zum Thema
Andere Netzwerktechnik ist gefragt
Doch Carrier Ethernet 2.0 allein ist nicht genug. Die Provider wollen auch neue Netzwerktechnik, um schneller und einfacher Verbindungen auf- oder abbauen zu können. „Es geht heute einfach nicht mehr, dass es mehrere Wochen oder gar Monate dauert, bis ein Carrier einen Service zur Verfügung stellen kann“, moniert Carol Wilson, Chief Editor Events beim Marktforschungsunternehmen Light Reading.
Software Defined Networking (SDN)
Die Technologie, die hier helfen könnte, ist Software Defined Networking (SDN). Dessen Grundidee ist einfach und spiegelt das derzeit überall herrschende Virtualisierungsparadigma wieder. Statt Funktionen aufwändig auf jedem einzelnen Gerät zu definieren und in Hwardware zu gießen, wird die diesbezügliche Intelligenz komplett auf eine übergeordnete Ebene ausgelagert. Der zentrale Controller steuert dann die nunmehr ziemlich dummen Systeme am Netzwerkpfad. Derzeit tüftelt die Industrie an unterschiedlichen Varianten.
Die ITU favorisiert dabei einen Weg, bei dem der Router als Kernelement quasi unverändert bleiben kann. Er wird im Netz nur durch eine überlagerte Softwareschicht ergänzt, die dann die Funktionen der einzelnen Systeme koordiniert und steuert. Die verzwickte Protokollarchitektur der Router und ihre Routingtabellen bleiben gleich. In der ITU sind alle großen Routerhersteller stark vertreten. Daher darf es nicht verwundern, dass man diesem Gerätetyp seine dominierende Rolle in diesem Gremium eher belassen möchte.
OpenFlow
„Provider finden eher OpenFlow überzeugend“, stellt Wilson fest. Zu dessen Protagonisten gehören Internet-Firmen wie Yahoo, Google oder Facebook. OpenFlow ist ebenfalls eine Spielart von SDN, relativiert aber die Rolle der Router. Zentrale Steuerinstanz dabei ist eine Controllersoftware, die auf einer separaten Hardwareeinheit außerhalb des Datenpfades residiert.
Alle Verbindungen werden logisch nach dort hinterlegten Regeln auf– und wenn sie nicht mehr benötigt werden – abgebaut. Mehrere Verbindungen können so über dieselbe Infrastruktur laufen, ohne sich zu stören.
Anwender beantragen bei der Steuerinstanz eine Verbindung mit ganz bestimmten Qualitäten, die auch zeitlich eng begrenzt sein kann. Der Controller definiert nun eine entsprechende Verbindung und informiert die Router, wie die Pakete dieser Verbindung zu behandeln sind. NEC hat schon einen Controller auf dem Markt.
Bezeichnenderweise investieren in OpenFlow, eine Entwicklung der Universität Stanford, vor allem Unternehmen wie HP, die bisher auf dem Routermarkt wenig zu sagen hatten. Den Providern und ihren Kunden wäre das sicher nur recht. Ihnen ist vor allem an schnellen, zuverlässigen, günstigen Services gelegen. Das Logo auf der Box des Routers scheint sie weniger zu interessieren.
(ID:33762830)