Grundlagenwissen zur Stromversorgung in Rechenzentren, Teil 4

Batterien für Datacenter sind Sensibelchen

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Falsch oder richtig berechnet? Die Autonomiezeit

Die Autonomiezeit bei 100 Prozent Last wird in den USV-Systemen programmiert und aus der aktuellen Last (meist kleiner 100 Prozent) die Gesamtautonomiezeit errechnet. Dabei gilt ganz grob, dass bei 50 Prozent Last die doppelte Autonomiezeit vorhanden ist. Diese Formel hinkt zwar ein bisschen, da die Verluste auch berücksichtigt werden müssen, sie ist jedoch ein ganz guter Anhaltswert.

Das große Aber

Doch jetzt kommt das große „aber“; denn eine Batterie ist und bleibt ein chemisches Element und ist neben dem Kraftstoff für die Netzersatzanlagen eine weitere mehr oder weniger große Unbekannte in der Versorgungssicherheit. Insbesondere immer dann, wenn die Batterien nicht gewartet werden, sie ungünstigen Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind und von den USV-Anlagen nicht mit entsprechenden batterieschonenden Lade- und Entladezyklen versorgt werden.

Die Autonomiezeit kann sich bei Netzausfall und reiner Lastabnahme aus der Batterie sehr schnell nach unten korrigieren, da sie im Wesentlichen von der tatsächlichen Kapazität der Batterie abhängt. Je älter dabei die Batterien, desto mehr kann der Wert vom angezeigten Wert im Netzbetrieb abweichen. Die tatsächliche Autonomiezeit wird also nur angezeigt, wenn die Spannungsversorgung der USV-Anlage unterbrochen ist und die USV-Last aus der Batterie entnommen wird, auch wenn diverse USV-Anlagen-Hersteller Anderes behaupten.

Die Wartung von Batterien

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Um die Betriebssicherheit nicht dem Zufall zu überlassen, müssen neben den USV-Anlagen hauptsächlich auch die Batterien regelmäßig gewartet werden. Bei der Wartung von Batterien sind zunächst wichtige Sicherheitsregeln zu beachten, um möglichen Gefahren und Unfällen vorzubeugen:

  • Schutzbrille und Schutzkleidung tragen
  • Unfallverhütungsvorschriften beachten
  • Rauchen verboten! Von offenen Flammen und Funken fernhalten, da ansonsten
  • xplosions- und Brandgefahr besteht
  • aufgrund des großen Gewichts auf sichere Aufstellung und geeignete Transporteinrichtungen achten
  • gefährliche Spannungen von über 60 V sind zu erwarten
  • Kurzschlüsse vermeiden; keine metallischen Gegenstände oder Werkzeuge auf den
  • Batterien ablegen (Batterien stehen immer unter Spannung)
  • Elektrolyt ist stark ätzend
  • Säurespritzer im Auge oder auf der Haut mit viel klarem Wasser aus- oder abspülen. Unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Verunreinigte Kleidung mit Wasser auswaschen.

Die Prüfung - per Sichtung und durch Messen

Die Prüfungen finden in der Regel alle sechs Monate oder einmal jährlich statt. Neben den notwendigen Reinigungsarbeiten und den Sichtkontrollen auf ungewöhnliche Veränderungen, Verfärbungen und Säurestand sind auch Messarbeiten durchzuführen.

Diese sind neben der Messung der Gesamtspannung die Spannung an den einzelnen Zellen, die mittlere Zelltemperatur und die Säuredichte, falls es sich um geschlossene Batterien handelt. Zur Sichtkontrolle gehören ebenfalls die Pole auf Ausblühungen und das Gefäß selbst auf Risse, Verfärbungen, Sauberkeit und Säurespuren zu überprüfen. Die Sicht- und Messergebnisse sind zwingend zu protokollieren und mit früheren Werten zu vergleichen.

Wartungsschritte:

  • 1. Reinigung
  • 2. Sichtprüfung
  • 3. Funktionsprüfung der Einzelgeräte mit Kontrolle der Kennlinien
  • 4. Überprüfung der Messgeräte
  • 5. Kontrolle der spezifischen Messwerte einzelner Bauteile
  • 6. Funktionsprüfung
  • 7. Vorführung der funktionstüchtigen Anlage
  • 8. Erstellung eines Wartungsprotokolls

Wartungsfreie Batterien (verschlossene Batterien) benötigen bei bestimmungsgemäßen Betriebsbedingungen während der Brauchbarkeitsdauer oder einer spezifizierten Zeitdauer kein Nachfüllen von Wasser oder Elektrolyt (DIN 40739, Punkt 4.9). Bei wartungsarmen Batterien (geschlossene Batterien) ist Wasser oder Elektrolyt nachzufüllen.

Es empfiehlt sich immer, das Nachfüllmedium vom Hersteller der Batterien zu beziehen. Das Verwenden von destilliertem Wasser, wie bei Autobatterien üblich, wird hier nicht empfohlen; es kann zu Ausfällen der Batterien führen.

Wartungsparameter (visuell):

  • Elektrolyt: Füllhöhe, Farbe, Gasung
  • Elektroden: Farbe, Zustand, Abschieferungen, Schlamm
  • Kopfblei: Abschieferungen, Farbe
  • Verbinder / Pole: Ausblühungen, Temperaturverfärbungen, Undichtigkeit
  • Gefäß: Risse, Verfärbungen, Sauberkeit, Säurespuren

Wartungsparameter (Messung):

  • Spannung
  • Strom (nur, wenn Entladung erfolgt)
  • Temperatur im Raum und in bzw. an der Batterie
  • Impedanz (Widerstand

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