Die Industrie setzt bereits auf umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen monolithischen Systemen, um die Umweltkrise zu reduzieren. Diese Innovationen tragen nicht nur zur Reduzierung des Abfalls bei, sondern verbessern auch die Energie-Effizienz. Auch die Telekommunikationsbranche muss jetzt umsteuern und zum Beispiel ihre Herangehensweise an den Breitbandausbau anpassen.
Monolithische Systeme, wie sie insbesondere immer noch massenhaft in der TK-Branche vorkommen, sind auch Gift für die Umwelt!
Bis 2030 wird erwartet, dass das weltweite Aufkommen an Elektroschrott 74,7 Millionen Tonnen erreichen wird. Zum Vergleich: Das wiegt schwerer als die Chinesische Mauer. In den vergangenen Jahren haben verschiedene Faktoren und Branchen die Erzeugung von Elektroschrott vorangetrieben, und die Telekommunikation bildet hier keine Ausnahme.
Der Sektor trägt jedes Jahr zu erheblichen Mengen an Abfall bei, und leider haben die Telekommunikationsanbieter nicht die notwendigen Schritte unternommen, um dies zu minimieren. In der Tat ist der Ansatz der Telekommunikationsanbieter seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Stillstand gekommen – sie verfolgen seither denselben unflexiblen, kostenintensiven und nicht nachhaltigen Ansatz beim Breitbandausbau.
Die für die nächsten Jahre prognostizierten Mengen an Elektroschrott sind ein Weckruf für die Telekommunikationsbranche. Es ist an der Zeit, dass sich die Netzbetreiber zusammentun und ihren ökologischen Fußabdruck durch innovative, nicht-traditionelle Methoden verringern.
Ein genauerer Blick auf die E-Müllverursacher in der Telekommunikation
Seit der Erfindung des Internets werden Netzwerksoftware und -hardware stets vom selben Anbieter als monolithisches System verkauft. Herkömmliche Telekom-Router sind groß, kostspielig und lassen sich nur mit erheblichem Aufwand aufrüsten. Wenn Netzbetreiber ihre Software oder Hardware aufrüsten, was zwangsläufig immer wieder passiert, dann landen ihre alten Geräte auf Grund dieser Kopplungen oft auf Mülldeponien, wo sie giftige Chemikalien in die Atmosphäre abgeben und die Umwelt erheblich belasten.
Außerdem können die Betreiber, wenn sie zu einem neuen Software-Anbieter wechseln, ihre Hardware nicht wiederverwenden. Sie muss komplett ersetzt werden, und im Gegensatz zu Computern und anderen Techniken kann die alte Hardware hier nicht für etwas anderes verwendet werden. Stattdessen wird sie entsorgt.
Es liegt auf der Hand, dass nicht-disaggregierte, veraltete Netzwerke, in denen die Software an die Hardware gebunden ist, erheblich zum heutigen E-Müll-Problem beigetragen haben. Um den Abfall zu minimieren und ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, müssen die Netzbetreiber nach alternativen Methoden für den Aufbau ihrer Netze suchen.
Das zusätzliche Gewicht des Elektroschrotts reduzieren
Glücklicherweise werden bereits Anstrengungen unternommen, um dem Elektroschrott-Problem entgegenzuwirken. Die Betreiber beginnen damit, offene Bare-Metal-Switches anstelle der traditionellen monolithischen Router einzusetzen, da diese praktischer, kostengünstiger und vor allem umweltfreundlicher sind.
In der Vergangenheit wurden Systeme mit vielen voneinander abhängigen Teilen in einem Gehäuse integriert. Wenn ein Teil veraltet war und aufgerüstet werden musste, musste unter Umständen das gesamte System ausgetauscht werden.
Offene Bare-Metal-Switches können dagegen bei Bedarf granular erneuert werden, und die Geräte verschiedener Hersteller lassen sich sogar durch andere ersetzen. Außerdem ist nachhaltige Bare-Metal-Hardware im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen wiederverwendbar und hat eine längere Lebensdauer. Sie kann neu programmiert werden und mit einer anderen Software eine neue Funktion erhalten – und muss nicht sinnlos entsorgt werden.
Offene Bare-Metal-Switches
Offene Bare-Metal-Switches tragen nicht nur dazu bei, die Entstehung von Elektroschrott zu vermeiden, sondern verbessern dank der verwendeten Chips auch die Energie-Effizienz erheblich. Kommerzielle, handelsübliche Prozessoren bieten zwar die gleiche Leistung wie proprietäre Systeme, sind aber in Bezug auf den Stromverbrauch fortschrittlicher, da sie ein oder zwei Jahre früher auf den Markt gelangen. Dies kann den Betreibern helfen, die steigenden Stromkosten zu senken und ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit zu verstärken.
Es kann jedoch immer noch mehr getan werden. Während der Austausch von Hardware relativ einfach sein kann, müssen Telekommunikationsanbieter auch neue, kompliziertere Wege beim Breitbandausbau beschreiten.
Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass das bekannte Systemverhalten aus den Betriebssystemen proprietärer Anbieter übernommen und auf offene Systeme umgestellt werden muss. Darüber hinaus sind einzelne alte Funktionen in disaggregierten Strukturen möglicherweise nicht mehr verfügbar, so dass die Telekommunikationsunternehmen entscheiden müssen, ob diese noch benötigt werden und wie sie nachgebildet werden können.
Stand: 08.12.2025
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Ergreifen der notwendigen nächsten Schritte
Das Problem des Elektroschrotts hat sich in den letzten Jahren in alarmierendem Tempo verschärft. Zwischen 2014 und 2019 ist die Erzeugung von Elektroschrott weltweit um 21 Prozent gestiegen. Leider wird dieses Problem umso dringlicher, je mehr die Informations- und Kommunikationstechnik im täglichen Leben Einzug hält.
Auch wenn eine vollständige Abfallvermeidung derzeit vielleicht nicht möglich ist, kann die Telekommunikationsbranche bereits jetzt offensive Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen durch die Entsorgung von Altgeräten zu verringern. Ein wichtiger Teil davon ist, dass die Entscheidungsträger in den Telekommunikationsunternehmen damit beginnen, neue Technologien wie offene Bare-Metal-Switches zu integrieren, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.
*Der Autor Hannes Gredler ist Gründer und CTO bei Rtbrick . Er sagt: „Da Nachhaltigkeit und die Minimierung der Umweltauswirkungen zunehmend zu einem Hauptziel der Telekommunikationsbranche werden, müssen die Netzbetreiber die Art und Weise überdenken, wie sie ihre Netze aufbauen – sonst werden Fortschritte hier nicht schnell genug eintreten.“