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Große Pläne nach der Übernahme des deutschen Cloud-Spezialisten

ASG-Chef Arthur L. Allen: „Visionapp wird zur Säule unseres Geschäfts“

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Wie geht es mit Visionapp weiter? Wird der Markenname verschwinden?

Arthur L. Allen: Nein, die Visonapp-Marke bleibt bestehen. Ich behalte stets den Markennamen der Firmen bei, die ich übernehme. Aber das Unternehmen selbst wird vollständig in ASG eingegliedert.

Was heißt das für die Visionapp-Entwickler, die derzeit noch in Eschborn arbeiten. Wird das Team dort bleiben?

Arthur L. Allen: Ja, die Entwicklung bleibt in Eschborn. ASG unterhält Entwicklungslabors über die ganze Welt verteilt – überall dort, wo ich Firmen gekauft habe. Inzwischen sind es an die 20 Standorte.

So arbeiten beispielsweise die Rochade-Entwickler nach wie vor in Chemnitz. Ich könnte sicher Geld sparen, wenn ich die Software-Entwicklung an zwei, drei Standorten zusammenziehen würde. Aus Kundensicht hat sich die dezentrale Struktur aber bewährt. Kunden schätzen es nicht, wenn ein Entwickler für eine Software-Anpassung erst vom anderen Ende der Welt anreisen muss.

Wie koordinieren Sie die Zusammenarbeit, wenn verschiedene Entwickler-Teams beispielsweise Schnittstellen programmieren müssen, um Produkte miteinander zu verbinden?

Arthur L. Allen: Wir beschäftigen einen Senior Development Manager, der sämtliche Management-Produkte für verteilte Plattformen betreut. Seine Aufgabe ist es, die Entwickler-Teams zu koordinieren. In seine Zuständigkeit fällt auch das Visionapp-Portfolio. Dieser Mitarbeiter sitzt übrigens in Toulouse und stammt von einer Firma, die wir dort vor acht Jahren gekauft haben.

Was sind Ihre nächsten Pläne für Visionapp?

Arthur L. Allen: Visionapp betreibt unter der Marke „Vivio“ ein Public-Cloud-Angebot. Unter anderem hosten wir dort Microsoft-Produkte sowie CRM-, Content-Management- und Back-up-Tools.

Wo es Sinn ergibt, werden wir geeignete Tools aus dem ASG-Portfolio nehmen und sie als Cloud-Service über die Plattform bereitstellen. Außerdem planen wir etwa zehn weitere Akquisitionen von Software-as-a-Service-Unternehmen, deren Angebote wir dort ebenfalls einbinden werden.

Im ersten Schritt möchte ich das Public-Cloud-Angebot innerhalb von drei, vier Monaten verdoppeln. Ich bin davon überzeugt, dass im Public-Cloud-Geschäft am Ende derjenige erfolgreich sein wird, der den Content, den er hostet, auch besitzt. Alle anderen werden nur Zwischenhändler sein.

Einige Kunden werden ASG-Software nicht mehr kaufen, sondern mieten und als Service nutzen. Rechnen Sie damit, dass sich das Modell der Software-Nutzung in den kommenden Jahren dramatisch ändern wird?

Arthur L. Allen: Das Nutzungsmodell wird sich ändern, allerdings nicht bei großen Unternehmen. Die werden die Bereitstellung von Anwendungen über Private Clouds automatisieren, aber Public-Cloud-Angebote nur sehr selektiv nutzen.

Mit unserer Public-Cloud-Plattform richten wir uns an kleine und mittelgroße Unternehmen. Wir haben bereits 25.000 Nutzer, und pro Monat kommen im Durchschnitt etwa 4.000 neue Nutzer hinzu. Alles in allem rechne ich damit, dass sich Visionapp zu einer schnell wachsenden Säule unseres Geschäfts entwickelt.

Der Autor:

Michael Hase ist freier Autor.

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