Das in 2021 gestartete Forschungsvorhaben „PeerDC“ (Public Energy Efficiency Register of Data Centres), in dem ein Energie-Effizienzregister für Rechenzentren und ein System für die Bewertung der Energie-Effizienz entwickelt werden, befindet sich im Schlussspurt. Wir* haben viel erreicht und neue Erkenntnisse gewonnen, die wir mit diesem Artikel teilen.
Die Entwicklung der Digitalisierung führt zu einem deutlichen Anstieg des Energie- und Ressourcenverbrauchs für die Bereitstellung der erforderlichen Rechenleistung. Gemessen an den wachsenden Stromverbräuchen der Rechenzentren gibt es bisher jedoch nur wenig verfügbare Information über Anzahl, Größe und Effizienz der Rechenzentren und auch über den effizienten Betrieb der Informationstechnik (IT) in den Rechenzentren, sowohl in Deutschland als auch darüber hinaus.
Dieser Befund war der Auslöser für das Forschungsvorhaben PeerDC. Ziele des Projektes PeerDC sind, Kennzahlen und Methode für eine verlässliche Bewertung der Effizienz von Rechenzentren zu entwickeln und ein raumbezogenes Informationssystem zu entwickeln, in dem Rechenzentren ihre Leistungsindikatoren veröffentlichen können.
Das Projekt hat dabei stets die Vorteile für die Rechenzentrum-Branche und die Nutzer von IT Systemen im Blick. Eine öffentliche Plattform über Energie-Effizienz von Rechenzentren ermöglicht es, umweltfreundliche Rechenzentren sichtbar zu machen, die als Vorbild für die Branche fungieren können. Die selbstgesteckten Branchenziele können glaubwürdig mit Daten untermauert und vermarktet werden.
Der Projektverlauf
Die Ausführung des Projektes erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertreter der Rechenzentrumsbranche. Zwischenergebnisse des Projektes wurden regelmäßig mit dem Projektbeirat, den Branchenverbänden Bitkom, ECO und German Datacenter Association (GDA) geteilt und diskutiert. Anregungen wurden geprüft und sinnvolle Empfehlungen wurden bei der weiteren Umsetzung der Arbeiten berücksichtigt.
Im Rahmen des Projektes wurden einige insbesondere kleinere Rechenzentren bei der Erfassung und Ermittlung der erforderlichen Daten begleitet und unterstützt. Für das Projektteam war dies gleichzeitig eine gute Möglichkeit zu prüfen, welche praktischen Schwierigkeiten und Herausforderungen mit der Erfassung der Daten einhergehen. Nach weniger als zwei Jahren Laufzeit sind fast alle der geplanten Arbeitspakete abgeschlossen.
Die erreichten Ziele
Dabei wurde folgende Ziele erreicht: Die Methode zur Kategorisierung von Rechenzentren ist die Grundlage des Bewertungssystems der Energie-Effizienz. Sie stellt sicher, dass nur vergleichbare Rechenzentren miteinander verglichen werden.
Das Bewertungssystem ist sowohl auf die Infrastruktur als auch auf die eigentliche IT anwendbar und berechnet nachvollziehbar und transparent eine Kennzahl für die Gesamteffizienz. Diese wird mit einem farblichen Schema visualisiert, ähnlich wie Verbraucher und Verbraucherinnen es von Elektrogeräten kennen.
Zudem wurden das Register als Datenbankapplikation und die Landkarte zur Visualisierung der Daten als Prototyp fertiggestellt. Alle wichtigen Informationen und Kennzahlen zur Leistungsfähigkeit und Effizienz von Rechenzentren und IT Systemen sind enthalten, die sowohl geografisch visualisiert als auch tabellarisch angezeigt werden können. Für den öffentlichen Teil sind entsprechende Such- und Filterfunktionen für unterschiedliche Nutzeranforderungen implementiert.
Das Register im Gesetz
Während der Laufzeit des Forschungsprojektes gab es politische Entwicklungen, die mit dem Kabinettsbeschluss zum Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland (Energie-Effizienzgesetz – EnEfG) am 19. April 2023 das Thema Energie-Effizienz in Rechenzentren in den Fokus rückten. So wurden im Abschnitt 4 des Gesetzentwurfs erstmalig bestimmte Anforderungen für Rechenzentren formuliert.
Im §14 des Gesetzentwurfs steht der Aufbau eines Energie-Effizienzregisters für Rechenzentren in Deutschland und im §13 die Pflicht der Betreiber jährlich Informationen über ihr Rechenzentrum zu veröffentlichen und an den Bund zu übermitteln. So wurden die Erfahrungen und Ergebnisse des Forschungsprojektes relevant für die praktische Umsetzung von geplanten gesetzlichen Regelungen.
Und in Zukunft?
Stand heute wurde das Gesetz noch nicht durch das Parlament beschlossen. Anpassungsbedarf könnte sich beispielsweise aus der Konkretisierung der beschlossenen Europäischen Energie-Effizienzrichtlinie ergeben, denn auch in dieser finden sich erstmals Regelungen und Berichtspflichten für Rechenzentren, die von der Bundesregierung in nationales Recht überführt werden müssen.
Stand: 08.12.2025
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Im weiteren Verlauf, voraussichtlich im September 2023 zusammen mit dem Beschluss des EnEfG, werden das Energie-Effizienzregister des Forschungsprojektes und die entwickelten Tools für die Umsetzung der Berichtspflichten zur Verfügung stehen. Wie im Projekt PeerDC geplant, können Betreiber von Rechenzentren die Daten dann an zentraler Stelle veröffentlichen. Die Kennzahlen zur Energie-Effizienz von Rechenzentren werden dann öffentlich transparent sein – ein großer Schritt hin zu einer klimaneutralen Rechenzentrums-Branche.
*Das Autorenteam Marina Köhn ist Informatikerin und seit 1992 im Umweltbundesamt tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte bilden umweltbezogene Systemvergleiche, insbesondere im Aktionsfeld Informations- und Kommunikationstechnik.
Bildquelle: J. F. Klam / Berlin
Professor Dr. Peter Radgen Nach einer Tätigkeit beim Bundesamt für Energie übernahm Peter Radgen 2016 den Lehrstuhl Energie-Effizienz am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Wie die Uni-Website verrät, steht im Zentrum seiner Forschung die rationelle Energienutzung bei industriellen Prozessen und im Bereich der Querschnittstechnologien. Dies schließt auch energetische Aspekte im Zusammenhang mit der Digitalisierung ein. Neben dem zentralen Thema der Energie-Effizienz geht es hierbei insbesondere um die Bereiche Druckluft, Elektromotoren, Kompressoren, Pumpen, Ventilatoren sowie um Fragen des Energie Audits und der Kostensenkung.
Bildquelle: Universität Stuttgart
Felix Behrens ist wissenschaftlicher Assistent Produkte & Stoffströme beim Öko Institut e. V.. Sein Forschungsschwerpunkt bilden nachhaltige Produkte und Konsum. Seine Themen beschäftigen sich mit Informations- und Kommunikationstechnik, Green Software sowie Umweltzeichen.