„Libvirt“ ist ein Virtualisierungs-Management-Layer, über den Tools wie „Virt Manager“ einheitlich mit „KVM“, „Xen“, „VMware“ und anderen Hypervisor-Typen kommunizieren können. Die leistungsfähigste Benutzerschnittstelle ist das CLI-Interface „virsh“. Nachfolgend geht es darum, eine „Windows-7“-VM mit virtio-Treibern unter Linux/KVM über die Kommandozeile einzurichten und zu administrieren.
Thomas Drilling zeigt, wie mit der Schnittstelle virsh umzugehen ist.
Während sich Administratoren mit Virt Manager einen ersten Eindruck von der Leistungsfähigkeit der libvirt verschaffen können, sollten sie im Alltag zur virsh-Schnittstelle greifen. virsh verhilft nicht nur zu mehr Funktionen, wie „Live-Migration“, sondern ermöglicht auch das Automatisieren der Virtualisierung. Und so geht`s:
Tipp: Das Steuern der virtuelle Netzwerkkarte
Problem: Ich habe beim Kunden einen Host mit KVM und eine VM mit Debian-Linux aufgesetzt. Nachdem ich im Nachhinein das virtuelle Netzwerk-Interface getauscht und zudem den Netzwerkmodus von NAT auf Bridge umgestellt habe, kennt Debian das Device „eth0“ nicht mehr, sondern besitzt nur noch das „Loopback“-Device.
Lösung: Das Zuordnen der Netzwerkkarte an ein Netzwerk-Device erfolgt unter Debian-Linux in der „udev“-Konfigurationsdatei
„/etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules“.
Statt mühsam in den Log-Dateien der VM nach der vorherigen „alten“ MAC-Adresse der Netzwerkkarte zu suchen und diese in den Einstellungen der virtuellen Netzwerkkarte (etwa in Virt Manager) des Hosts anzupassen, löschen man einfach diese Datei in der VM. Debian erzeugt sie dann beim nächsten Systemstart neu und weist der Netzwerkkarte die neue MAC-Adresse zu.
Schritt 1: Das Login
Admins verbinden sich zuerst als Benutzer „root“ via „ssh“ mit dem Host, der als KVM-Hypervisor dient, es sei denn, sie arbeiten lokal mit dieser Maschine:
ssh –l root <IP oder Hostname>
Schritt 2: Die virtio-Treiber
Mit diesem Befehl lassen sich die Red-Hat-virtio-Treiber von der Fedora-Seite herunter laden:
Der Standardbefehl zum Anlegen von VMs unter KVM virt-install verlangt zahlreiche Optionen. Einfacher ist es, virsh zum Sammeln erster Erfahrungen zu nutzen, und zwar durch den Befehl virsh (ohne Parameter); im interaktiven Modus, zu erkennen an der Ausgabe „vish #“.
Jetzt geben Admins der Reihe nach weitere Befehle ein:
-n winsp1
Das ist der Name ihrer VM.
Schritt 4: Die RAM-Ausstattung
-r 4096
So weisen sie der Virtuellen Maschinen 4 GB Arbeitsspeicher zu.
Mit dieser Option lässt sich eine virtuelle Festplatte im qcow2-Format mit 100 GB erzeugen und das Gerät an den virtuellen virtio-SCSI-Bus anbinden.
Schritt 7: Das Windows-7-Installationsmedium
-c /<Pfad-ISO-Store>X17-59885.iso
Mit diesem Parameter bindet man eine vorhandene ISO-Datei einer Windows-7-Installations-DVD ein, so dass der virtuelle PC direkt von diesem ISO bootet. Wahlweise könnten ISO auch als virtuelles CD-ROM-Laufwerk zur Verfügung gestellt werden.
Die vorhandene ISO-Datei mit den aktuellen virtio-Treibern für Windows-Gastsysteme lässt sich ebenfalls als virtuelles CD-ROM-Laufwerk einbinden, sofern die virtio-Treiber nicht gezeigt direkt in das Boot-Medium injizieren.
Schritt 9: Virtuelle Netzwerkkarten erzeugen
-w network=default,model=virtio
Mit dieser Option erzeugen Admins eine virtuelle virtio-Netzwerkkarte.
Zum Verwalten der VMs mit virsh stehen folgende grundlegende Kommandos (und darüber hinaus noch viele mehr) zur Verfügung:
Alle laufenden VMs auflisten:
virsh list
Mit einem angehängten -all werden nicht nur die laufenden, sondern alle vorhandenen VMs angezeigt.
Starten der VM
virsh start <name>
Neustart der VM
virsh reboot <name>
Ausschalten der VM mittels ACPI
virsh shutdown <name>
Pausieren oder Einfrieren einer VM
virsh suspend <name>
Aufheben des Suspend-Modus (Resume)
virsh resume <name>
Löschen von VMs
virsh destroy <name>
Migrieren einer VM von Host 1 auf Host 2
Virsh beherrscht auch die Live-Migration einer auf Host 1 laufenden VM „<vmname>“ auf Host 2. Voraussetzung ist, dass Host 2 läuft, was sichmit virsh list prüfen lässt. Mit /system weist man libvirt an, dass ein umfassenden Zugriff benötigt wird:
Ein Shutdown mit ACPI funktioniert nur, wenn ACPI auch in der VM installiert und aktiviert ist. Bei Linux-VMs müssen Admins das Paket acpid installieren. Bei Red Hat erledigen sie dies durch Eingeben von
yum install acpi
Steuerung der VMs mit dem Qemu-Monitor
Eine weitere Möglichkeit zum Steuern von KVM-VMs bietet die Qemu-Konsole, auch Qemu-Monitor genannt. In den Monitor wechseln Admins aus dem Gast heraus mit S+A+2. Zurück aus dem Monitor in den Gast geht’s mit S+A+1.
Da Qemu nicht automatisch feststellen kann, ob der Admin eine DVD einlegen will, können sie den Qemu-Monitor verwenden, um mit dem Kommando change ein bestehendes Wechselmedium austauschen. Ein weiteres nützliches Qemu-Monitor-Kommando ist info <Gerät>. Der Befehl liefert nützliche Infos über das angegebene virtuelle Gerät, etwa eine virtuelle Festplatte.
So greift man direkt auf die VM-Konsole zu
Mitunter kann es auch nützlich sein, direkt auf die Konsole einer laufenden VM zuzugreifen, insbesondere bei Linux-VMs, etwa zu Diagnosezwecken. Doch Achtung! Die VM-Konsole ist nicht mit dem Qemu-Monitor zu verwechseln.
Der Zugriff erfolgt mit virsh console <vmname>, es sei denn, der Administrator hat eine virtuelle serielle Konsole beim Eingeben von virsh oder bei virt-install mit der Option -noautoconsole deaktiviert. Verlassen kann man die Konsole mit S+G+9.
Stand: 08.12.2025
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o konfiguriert man VMs via XML-Datei
Wie auch immer die Konfiguration der KVM-VMs erzeugt wurden, per virt-install, mit virsh oder Virt Manager, Qemu speichert die Konfiguration jeder VM in je einer XML-Datei im Verzeichnis „/etc/libvirt/qemu“. Durch Bearbeiten der XML-Datei wird demenstprechend die Konfiguration einer VM verändert.
*Das Original und der Autor:
Thomas Drilling bloggt in „Drillings OpenSource-Eck“. Sein Artikel erschien zuerst in der Publikation „
“, Ausgabe Juli 2014. Aufgrund einer Kooperationsvereinbarung darf DataCenter-Insider Ihnen diesen Artikel kostenfrei zur Verfügung stellen.