Ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bedeutet für Datacenter-Betreiber unter anderem, ihren Energiebedarf zu minimieren. Pruning kann nicht nur einen Beitrag dazu leisten, sondern gleichzeitig auch die Effizienz und Leistung im Rechenzentrum steigern.
Mittels Pruning lässt sich der Rechenbedarf künstlicher neuronaler Netzwerke reduzieren, ohne dass die Genauigkeit des KI-Modells darunter leidet.
Auch der Strombedarf ist deutlich gestiegen. Lag er im Jahr 2012 noch bei 11 Milliarden Kilowattstunden, waren es 2022 bereits 18 Milliarden Kilowattstunden.
Gestiegen sind allerdings auch die Effizienz und die Rechenleistung im Datacenter. Erstere hat sich laut den Analysten des Borderstep-Instituts in den vergangenen Jahren insgesamt versechsfacht, während die Leistung der Rechenzentren im Studienzeitraum sogar um den Faktor 10 zugelegt hat.
Der Strombedarf der Rechenzentren in Deutschland stieg zwischen 2010 und 2022 um 7,5 Milliarden Kilowattstunden.
(Bild: Borderstep Institut/Bitkom)
Gleichzeitig sind die Datacenter-Betreiber bemüht, EU-seitige und nationale Klimaziele hin zu einem nachhaltigeren Betrieb umzusetzen. So bezieht mindestens die Hälfte der größeren kommerziellen Rechenzentren in Deutschland regenerativ erzeugten Strom über Ökostrom-Verträge.
Effizienzsteigerung durch Pruning
Pruning kann ebenfalls einen Beitrag zum ressourcenschonenden Umgang mit Energie und Rechenzentrums-Equipment leisten. In der Botanik bezeichnet dieser Begriff das Ausästen und Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern, um ein optimales Wachstum zu erreichen.
Angewendet auf künstliche neuronale Netzwerke ist Pruning ein Datenkompressions-Verfahren, um einen bereits bestehenden Entscheidungsbaum beziehungsweise KI-Algorithmus hinsichtlich Modellgröße und Komplexität so zu reduzieren, dass sich der Bedarf an Rechenleistung verringert. Pruning kann damit zu einer erheblichen Einsparung von Ressourcen führen und gleichzeitig die Effizienz und Leistung im Datacenter steigern.
Pruning eignet sich auch dafür, Overfitting zu reduzieren. Das Problem der Überanpassung kann beim Training von KI-Modellen bei sehr großen Datenmengen auftreten. Dabei verlernt die KI einmal gelerntes wieder oder baut aus den Trainingsdaten falsches Wissen auf. Erkennen lässt sich ein Overfitting häufig daran, dass die KI kleinere Datensätze zuverlässig beurteilt, bei größeren Datensätzen aber keine zuverlässigen Ergebnisse mehr liefert.
Nur der relevante Input zählt
Ein Entscheidungsbaum beziehungsweise KI-Algorithmus besteht aus vielen kleinen Teilen, die ähnlich wie Neuronen in einem menschlichen Gehirn funktionieren. Mittels Pruning lassen sich deren Berechnungen beschleunigen, indem Teile des Algorithmus weggelassen oder mit Null gewichtet werden.
Dazu klassifiziert man mittels Pruning die Netzwerk-Neuronen dahingehend, wie viel sie zum Gesamtergebnis beitragen. Ist ihr Input unerheblich oder vergleichsweise gering, lässt man sie mitsamt ihren Verbindungen weg. Während des Trainings nicht aktivierte Netzwerkknoten können ebenfalls ausgeklammert werden.
Mittels Pruning verschlankte neuronale Netzwerke arbeiten im Idealfall Energie-effizienter und performanter.
(Bild: Cornell University)
Beim Pruning haben sich mit dem Botton-Up-Pruning und Top-Down-Pruning zwei Verfahren etabliert. Das Botton-Up-Pruning startet am letzten Knoten des Entscheidungsbaums und analysiert nach oben folgend die Relevanz jedes einzelnen Knotens für das Gesamtergebnis. Nicht relevante Knoten werden dabei durch ein Blatt ersetzt. Das Top-Down-Pruning startet an der Wurzel des Entscheidungsbaums und führt die gleiche Überprüfung nach unten folgend durch.
Diese Verschlankungsprozesse finden üblicherweise nach der Trainingsphase statt, lassen sich aber auch ausführen, während das Netz noch lernt. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Genauigkeit des Rechenmodells möglichst hoch bleibt. Dazu gilt es ein gesundes Verhältnis zwischen der Reduzierung der Verbindungen und der Aufrechterhaltung der Netzwerkleistung zu finden.
Sparsification hat das das gleiche Ziel
Neben Pruning ist Sparsification (auch Sparsifizierung genannt) eine weitere Methode, um die Leistungsfähigkeit und die Effizienz von künstlichen neuronalen Netzwerken zu verbessern. Dabei setzen sie an unterschiedlichen Stellen an.
Während mittels Pruning nicht notwendige oder redundante Verbindungen innerhalb eines bereits bestehenden Netzwerks entfernt werden, zielt Sparsification darauf ab, die Netzwerk-Architektur von Anfang an spärlich zu gestalten, was den Speicher- und Rechenbedarf im Datacenter ebenfalls deutlich reduzieren kann.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.