Anforderungen an moderne Anwendungen NoSQL – die Revolution der Datenverwaltung

Ein Gastbeitrag von Patrick Schnell* 4 min Lesedauer

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Die Komplexität moderner Datenstrukturen zeigt, dass SQL nicht mehr die universelle Lösung ist. In diesem Artikel beleuchten wir mögliche Gründe für den Wechsel zu NoSQL und stellen insbesondere objektorientierte Datenbanken wie MongoDB vor.

Besonders bei komplexen und flexiblen Abfragen unstrukturierter Daten spielen NoSQL-Lösungen ihre Vorteile aus.(©  profit_image - stock.adobe.com)
Besonders bei komplexen und flexiblen Abfragen unstrukturierter Daten spielen NoSQL-Lösungen ihre Vorteile aus.
(© profit_image - stock.adobe.com)

Seit über vier Jahrzehnten ist SQL (Structured Query Language) das Rückgrat der Verwaltung relationaler Datenbanken. NoSQL-Konzepte und objektorientierte Datenbanken wie MongoDB sind für wachsende und sich wandelnde Anforderungen besser geeignet, wie dieser Beitrag zeigen wird. Außerdem geben wir Einblicke in unsere langjährigen Erfahrungen mit NoSQL.

Was ist NoSQL?

NoSQL-Datenbanken bieten eine vielversprechende Alternative zu den traditionellen SQL-Datenbanken. Sie zeichnen sich durch Flexibilität, Skalierbarkeit und verbesserte Leistung aus. Hier sind drei grundlegende NoSQL-Konzepte und dazu passende und in der Praxis eingesetzte Produkte, die die Schwächen herkömmlicher SQL-Datenbanken adressieren:

Key-Value-Stores

Redis: Die treibende Kraft hinter Echtzeitanwendungen

Redis ist ein herausragendes Beispiel für einen Key-Value-Store, der einfache, aber wichtige Datenbeziehungen effizient handhaben kann. Es speichert Daten als Schlüssel-Wert-Paare, was es ideal für Aufgaben wie Caching und Echtzeitanalysen über große IT- und Softwaresysteme macht.

BLOB-Speicher

Amazon S3: Entfesselung skalierbarer Objektspeicherung

Amazon S3 ist ein Paradebeispiel für einen BLOB-Speicher, der für die skalierbare und sichere Speicherung großer Dateien entwickelt wurde. Es speichert Daten als Objekte in sogenannten Buckets und bietet nahtlose Skalierbarkeit und Funktionen zur Archivierung und der Regelung von Compliance.

Objektorientierte Datenbanken

Mongo DB: Allzweckwaffe der Datenverwaltung

Objektorientierte Datenbanken, insbesondere MongoDB, haben sich als vielseitige Lösung für die Verwaltung dynamischer und komplexer Datenstrukturen etabliert. Die folgenden Aspekte verdeutlichen, warum diese Datenbanken in modernen Anwendungen so wertvoll sind:

Weniger Schema-Updates

Eine der größten Stärken von MongoDB ist die schemalose Umsetzung der Datenmodelle. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies die Einführung von Updates in Datenmodellen wesentlich beschleunigt und vereinfacht. Bei Kundenprojekten ermöglicht dies, neue Felder oder Eigenschaften hinzuzufügen, ohne dass eine Downtime erforderlich ist oder umfangreiche SQL-Updateskripte ausgeführt werden müssen. Dadurch lassen sich Aktualisierungen vornehmen, ohne befürchten zu müssen, dass an anderer Stelle etwaige negative Seiteneffekte auftreten.

Spezialisierte Funktionen

MongoDB bietet integrierte Funktionen zur Verarbeitung von geografischen Daten und Zeitreihen, die Anwendungsfälle erheblich vereinfachen, die sonst eine komplexe Geschäftslogik erfordern würden. Diese spezialisierten Funktionen erleichtern es, Datenanalysen durchzuführen und spezifische Anwendungsbedürfnisse zu erfüllen, was in traditionellen SQL-Datenbanken oft nur mit erheblichem Mehraufwand möglich ist.

Clusterbetrieb ist Standard

Im Gegensatz zu traditionellen SQL-Datenbanken, bei denen der Aufbau eines Clusters oft mit hohen Kosten und großem Wartungsaufwand verbunden ist, bieten moderne NoSQL-Systeme wie MongoDB eine einfache und kosteneffiziente Möglichkeit zur Clusterbildung.

Diese Systeme sind „Kinder der Cloud“ und profitieren von der nativen Unterstützung für verteilte Systeme. Dies ermöglicht eine höhere Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, ohne die Komplexität und Kosten, die bei traditionellen Datenbanken üblich sind.

Warum NoSQL? Die Macht der Flexibilität

Die oben genannten Beispiele zeigen, wie NoSQL-Datenbanken sich an die Anforderungen moderner Datenstrukturen anpassen. Die Flexibilität, die sie in Bezug auf Datenmodellierung, Skalierbarkeit und Leistung bieten, ist in der heutigen Softwarelandschaft unverzichtbar geworden. Datenmanagement spielt eine zentrale Rolle bei der Erstellung robuster Softwarelösungen. Unsere Expertise in NoSQL-Konzepten, wie in unseren NoSQL-Datenbankdienstleistungen hervorgehoben, befähigt Unternehmen, die Komplexität moderner Daten zu bewältigen.

Unsere Praxiserfahrungen mit NoSQL-Technologien

Als Softwareagentur für individuelle und technologieorientierte Softwareprojekte haben wir bei der schnell.digital GmbH die Kraft von NoSQL-Technologien genutzt, um transformative Lösungen für eine vielfältige Kundschaft zu entwickeln. Hier sind einige Praxisbeispiele, in denen wir MongoDB nahtlos implementiert haben, um einzigartige Herausforderungen zu meistern.

Weniger Schema-Updates

Für einen E-Commerce-Kunden haben wir MongoDB eingesetzt, um flexible Datenmodelle zu implementieren, die Modelländerungen von Artikelstammdaten und Varianten ohne Ausfallzeiten ermöglichen. Dies ermöglichte es uns, neue Produktattribute und Kundeninformationen hinzuzufügen, ohne die bestehenden Datenbankstrukturen anpassen zu müssen. Die schemalose Natur von MongoDB ermöglichte es uns, schnell auf Marktanforderungen zu reagieren und gleichzeitig die Systemstabilität zu gewährleisten.

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Verarbeitung von Geodaten in der Logistik

In einem Logistikprojekt haben wir MongoDB verwendet, um Geodaten effizient zu verarbeiten und zu speichern. Die integrierte Unterstützung für geografische Daten ermöglichte es uns, komplexe Standortanalysen durchzuführen, ohne zusätzliche Middleware oder komplexe Geschäftslogik. Dies führte zu erheblichen Kosteneinsparungen und einer verbesserten Leistung der Anwendung.

Zeitsensitive Datenanalyse in der Industrie

In der Industrie, wo Zeitreihenanalysen entscheidend sind, haben wir MongoDB genutzt, um zeit-sensitive Daten effizient zu verwalten und zu analysieren. Durch die Nutzung der Timeseries-Index-Funktion konnten wir über 50 Millionen Transaktionsdatensätze innerhalb weniger Millisekunden durchsuchbar machen. Dies verbesserte die Datenabfrageeffizienz und ermöglichte schnellere Analysen der kleinteiligen Informationen, was zu wesentlich verbesserten Betriebsabläufen und einer höheren Nutzerakzeptanz der Lösung führte.

Diese Praxisbeispiele zeigen die Möglichkeiten, NoSQL-Technologien zu nutzen, um vielfältige Herausforderungen in verschiedenen Sektoren zu lösen. Durch innovative Ansätze und die Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse lassen sich hochmoderne, skalierbare und effiziente Softwarelösungen bereitstellen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir uns von der Ära der relationalen, in Tabellen gefestigten Datenlösungen verabschieden und die Vielfalt und Flexibilität der NoSQL-Konzepte annehmen werden. Die objektorientierten Datenbanken, hier beispielhaft durch MongoDB, bieten eine robuste und vielseitige Lösung für heutige und zukünftige Datenanforderungen. Als einer von weniger als einer Handvoll deutschen zertifizierten MongoDB-Partnern befähigt die schnell.digital GmbH Unternehmen, die wahre Kraft ihrer Daten in einer sich ständig weiterentwickelnden digitalen Landschaft zu nutzen.

* Über den Autor
Patrick Schnell ist seit über 17 Jahren in der Software- und Digitalisierungsbranche tätig. Als Gründer der schnell.digital GmbH unterstützt er mit seinem Team Unternehmen aus dem Industrie-, Finanz-, NGO- und Handelssektor bei der Umsetzung und Begleitung individueller Software- und Digitalisierungsprojekte. Als zertifizierter Partner von Technologie-Produkten (wie z.B. MongoDB oder Ionic) setzt schnell.digital fortwährend auf neue technische Ansätze, die für die kommende Generation von Systemen Einsatz finden.

Bildquelle: schnell.digital GmbH

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