Energie für Rechenzentren Warum Mikroreaktoren schneller werkeln könnten, als so mancher denkt

Von Ulrike Ostler 2 min Lesedauer

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Kaum zu glauben, aber die Kernenergie ist als Zukunftstechnologie zurück. Tony Grayson, unter anderem Vordenker Richtung ‚grüne‘ Rechenzentren, ansonsten Distinguished Business & Technology Leader, Ex-U-Boot-Kommandant, anerkannter Top 10 Datacenter Influencer auf Linkedin…., berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium einen Auftrag für die Konstruktion eines neuen Mikroreaktors erteilt hat.

Wäre das auch für Rechenzentren in Deutschland denkbar - Micro-Reaktoren, die Datacenter mit Energie versorgen? (Bild:  Idaho National Laboratory)
Wäre das auch für Rechenzentren in Deutschland denkbar - Micro-Reaktoren, die Datacenter mit Energie versorgen?
(Bild: Idaho National Laboratory)

Rechenzentren benötigen viel Energie, aber gleich einen kompletten Kernerneriereaktor? Jedenfalls ist der jüngste Auftrag des Department of Defense, DoD, ist an das Unternehmen X-Energy gegangen. Diese Entwicklung ist Teil des Projekts „Pele“ des Strategic Capabilities Office (SCO), das auf die Entwicklung einer transportablen Energiequelle abzielt, die sowohl für den militärischen als auch für den kommerziellen Energiesektor eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Das Verteidigungsministeriums will zunächst ein Jahr lang mit X-Energy zusammenzuarbeiten. Die Zusammenarbeit wird sich laut Grayson auf eine Analyse verschiedener Designoptionen konzentrieren, die zu einem vorläufigen technischen Design und der Einleitung eines behördlichen Vorantragsverfahrens führen wird. Seiner Einschätzung zufolge ist diese Phase ist von entscheidender Bedeutung, um das Projekt der Verwirklichung näher zu bringen und das Potenzial von Mikroreaktoren als widerstandsfähige und kohlenstofffreie Energiequelle zu erforschen.

Das Projekt Pele

Das Projekt Pele begann mit der Vision, den wachsenden Energiebedarf des Verteidigungsministeriums mit kleinen, transportablen Kernreaktoren zu decken. Diese Vision nahm mit einer ersten Anfrage nach Lösungen im April 2019 Gestalt an. Bis März 2020 erhielten drei Unternehmen - BWX Technologies, Westinghouse und X-Energy - Aufträge. Im folgenden Jahr wurden BWXT und X-Energy ausgewählt, um mit der Entwicklung des endgültigen Entwurfs für einen Prototyp eines mobilen Mikroreaktors fortzufahren.

Im April 2022 wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, als das SCO die Entscheidungsunterlagen für das Projekt Pele veröffentlichte. Auf der Grundlage einer umfassenden Umweltverträglichkeitserklärung bestätigte diese Entscheidung die Ausrichtung des Projekts und schuf die Voraussetzungen für künftige Entwicklungen. Derzeit ist BWXT federführend am Bau eines Prototyps eines Mikroreaktors beteiligt und plant, die Konstruktionsphase abzuschließen und bis 2025 mit den Tests im Idaho National Laboratory zu beginnen.

Die Beteiligung von X-Energy, insbesondere an der Entwicklung des „Xe-Mobile“-Designs, sei ein Beispiel für das Interesse, das das Engergiepotenzial beim DoD weckt. Nach bisherigem Wissensstand, könne es eine elektrische Leistung von 2 bis 7 Megawatt erzeugen kann. Verwendet werde zudem einen TRISO-Brennstoff - laut Wikipedia Abkürzung für TRistructural-ISOtropic, eine Verarbeitungsform von Kernbrennstoff, die aus dreifach ummantelten Pac-Kügelchen besteht, und biete mehrere Spannungsausgänge. Das dokumentiere die Vielseitigkeit und das Potenzial von Mikroreaktoren, so Grayson.

Er schreibt auf Linkedin zudem, dass die Unterstützung des Verteidigungsministeriums über das Projekt Pele hinausgehe und Investitionen in verschiedene Mikroreaktorkonzepte umfasst, darunter „

Aurora“ von Oklo und das Projekt „Draco“, bei dem die NASA beteiligt ist.

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