Gas soll den Stromhunger im KI-Einsatz lindern Vertiv erweitert das Portfolio um Kältemaschinen, die Erdgas statt Strom mögen

Quelle: Pressemitteilung Vertiv 2 min Lesedauer

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Vertiv nimmt erdgasbetriebene Kältemaschinen von Tecogen in sein Portfolio für Datacenter auf. Angesichts des rasant wachsenden Energiebedarfs durch KI-Einsatz soll Erdgas helfen, lokale Engpässe bei der Stromversorgung zu lindern.

Erdgasbetriebene Kältemaschinen von Tecogen wie das Produkt  „Tecochill CH-400x“ (abgebildet) erweitern das Vertiv-Portfolio für Rechenzentren. (Bild:  Vertiv)
Erdgasbetriebene Kältemaschinen von Tecogen wie das Produkt „Tecochill CH-400x“ (abgebildet) erweitern das Vertiv-Portfolio für Rechenzentren.
(Bild: Vertiv)

Der Spezialist für Datacenter-Infrastruktur Vertiv hat eine Kooperation mit Tecogen, einem Hersteller von Erdgas-Kältemaschinen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, angekündigt. Vertiv wird erdgasbetriebene Kühltechnologien von Tecogen für Rechenzentren weltweit anbieten. Ziel sei es, angesichts rapide steigender KI-Lasten in Datacenter eine Alternative anzubieten, die Energie-Engpässe lindern könne.

Erdgas soll Stromengpässe durch KI-Bedarfe vorbeugen

Der hohe Strom- und Kühlbedarf von Rechenzentren wird mit der zunehmenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz (KI) und der so erforderten Rechenleistung weiter ansteigen – laut aktuellen Prognosen um 160 Prozent bis 2030.

Die ins Vertiv-Portfolio aufgenommene Alternative von Tecogen – den Einsatz von Erdgas – präsentieren die Kooperationspartner als Lösung zur Vermeidung von „Engpässen“. Der steigende Bedarf durch KI-Einsatz könne, so Vertiv, „in einigen Regionen zu einer Überlastung des Stromnetzes führen“. Erdgasbetriebene Kältetechnik böte hier eine tragfähige und marktreife Alternative.

In Krankenhäusern und der Industrie im Einsatz

Vertiv verweist insbesondere auf die jahrzehntelange Erfahrung von Tecogen mit Kühlungstechniken in der Industrie und im Gesundheitswesen. Die erdgasbetriebenen Kältemaschinen würden sich so besonders für anspruchsvolle Umgebungen eignen, welche eine durchgehende und ausfallsichere Energieversorgung benötigen.

Laut George Hannah, Senior Director für Kaltwassersysteme bei Vertiv, ermögliche eine Erdgaskühlung „Betreibern von Rechenzentren, Stromversorgungsbeschränkungen zu überwinden, die Energienutzung zu optimieren und ihre KI-Kapazitäten zu erweitern“. Vertiv positioniert die Portfolio-Erweiterung mit Erdgas-Kältemaschinen explizit als „Engagement von Vertiv und Tecogen für […] den Einsatz alternativer Energiequellen“.

Erdgas für Rechenzentren – eine Brückentechnologie?

Die Ankündigung von Vertiv und Tecogen verzichtet darauf, die Erdgas-Technik mit ihrer Umweltbilanz oder im Vergleich mit alternativen, allerdings regulär weniger marktreifen Energienutzungskonzepten (an denen sich auch Vertiv beteiligt) zu kontextualisieren. Auch Szenarien zur Nutzung der Wärmerückgewinnung, welche die Tecogen-Kältemaschinen serienmäßig unterstützen, sind nicht Teil der Meldung. In Krankenhäusern etwa wird die durch die Kältemaschinen generierte Wärme zur Warmwasseraufbereitung eingesetzt.

Ist Erdgas eine tragfähige Übergangslösung auf dem Weg zu klimaneutralen Rechenzentren? Im Automobilsektor konnte sich Erdgas, obwohl lange als Brückentechnologie beworben, trotz besserer CO2-Werte nur punktuell halten, in der Heizungsversorgung und der Industrie (hier stärker rückläufig) spielt Erdgas trotz Bedeutungszugewinn von Alternativen weiterhin eine entscheidende Rolle.

Wird Erdgas als fossiler Brennstoff direkt zur Stromerzeugung eingesetzt, verursacht es etwa 600 Gramm CO2/kWh, während Steinkohle bei rund 800 Gramm CO2/kWh liegt. Es gibt allerdings auch wesentlich weniger ausstoßlastige Erdgasquellen. So nutzt Microsoft für seine Datacenter-Notstromgeneratoren im kalifornischen San Jose Erdgas anstelle von Diesel, welches ausschließlich aus Bioabfällen statt fossilen Quellen erzeugt werden soll.

Tatsächlich sieht auch die Energie-Effizienz-Richtlinie der Europäischen Union für Erdgas als einzigen fossilen Brennstoff eine Förderung für Energieversorgungsanlagen noch bis 2030 vor.

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