„Enterprise AI Infrastructure Survey 2026“ Unternehmen holen KI-Workloads aus der Cloud zurück

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Die Cloudian-Studie „Enterprise AI Infrastructure Survey 2026“ zeigt: Fast vier von fünf Unternehmen haben KI-Workloads bereits aus der Public Cloud abgezogen oder tun es gerade. Datensouveränität, Kostenüberschreitungen und Latenzanforderungen treiben die Verlagerung meist in Richtung Hybrid-Infrastruktur.

Die Public Cloud bleibt für Künstliche Intelligenz wichtig. Doch für produktionsnahe und sensible Anwendungen bevorzugen Unternehmen privatere Infrastrukturen.(Bild: ©  Deemerwha studio - stock.adobe.com)
Die Public Cloud bleibt für Künstliche Intelligenz wichtig. Doch für produktionsnahe und sensible Anwendungen bevorzugen Unternehmen privatere Infrastrukturen.
(Bild: © Deemerwha studio - stock.adobe.com)

Der Speicherhersteller Cloudian hat 203 IT-Entscheidungsträger zu ihrer KI-Infrastrukturstrategie befragen lassen. Das Ergebnis des „Enterprise AI Infrastructure Survey 2026" ist eindeutig: Die Phase des uneingeschränkten Cloud-first-Ansatzes bei KI-Workloads ist für viele Unternehmen vorbei.

79 Prozent der Befragten haben in den vergangenen 24 Monaten bereits KI-Workloads aus der Public Cloud auf eigene oder private Infrastruktur verlagert oder sind dabei, dies zu tun. Weitere 13 Prozent prüfen einen solchen Schritt aktiv.

Die Mehrheit der befragten Unternehmen befindet sich längst nicht mehr im Experimentierstadium. 63 Prozent skalieren KI bereits unternehmensbreit oder betreiben produktive Anwendungen. Hier fallen Infrastrukturentscheidungen also unter realen Produktionsbedingungen.

Datenschutz schlägt Cloud-Komfort

Haupttreiber der Verlagerung ist die Datensouveränität. Für KI-Anwendungen mit sensiblen Unternehmensdaten würden 91 Prozent der Befragten On-premises-, Private-Cloud- oder Hybrid-Infrastrukturen bevorzugen. Nur neun Prozent würden die Public Cloud wählen.

Ein wesentlicher Auslöser: Die unkontrollierte Nutzung Cloud-basierter KI-Tools durch Mitarbeitende, in der Studie als „Shadow AI" bezeichnet. 74 Prozent stufen sie als erhebliches oder kritisches Sicherheitsrisiko ein.

Bei 24 Prozent der Unternehmen sind dokumentierte Vorfälle bekannt, bei denen vertrauliche Daten in externe Tools wie „ChatGPT“ hochgeladen wurden. Die Hälfte der Befragten hat daraufhin bereits Zugriffskontrollen eingeführt. 58 Prozent gaben an, dass Bedenken rund um den Datenspeicherort mindestens eine KI-Initiative verzögert oder blockiert haben.

Cloud-Kosten höher als geplant

Neben Sicherheitsbedenken spielt die Kostentransparenz eine wachsende Rolle. Bei 40 Prozent der Unternehmen übersteigen die tatsächlichen Cloud-Ausgaben für KI das ursprünglich geplante Budget, davon liegt ein Teil um mehr als 30 Prozent darüber. Fast die Hälfte der Befragten nennt die schwer vorhersehbaren Gesamtbetriebskosten Cloud-basierter KI-Dienste und verbrauchsabhängige Preismodelle als Hindernis für eine weitere Ausweitung des KI-Einsatzes.

KI-Workloads und Performance

Der dritte Faktor ist Performance. 75 Prozent der Befragten sagten, dass aktuelle oder geplante KI-Workloads für eine akzeptable Ausführungsgeschwindigkeit On-Premises-Infrastruktur erfordern oder davon profitieren würden. Genannt werden KI-Anwendungen, wie Echtzeit-Videoanalyse, Qualitätskontrolle in der Fertigung und latenzarme Transaktionsverarbeitung. Cloud-Infrastruktur stößt bei diesen Szenarien durch die Netzwerklatenzen an ihre Grenzen.

Hybridmodell: Der bevorzugte Weg

Die KI-Infrastruktur-Strategie verschiebt sich laut Umfrage-Ergebnissen in Richtung hybride Infrastrukturen.(Bild:  Cloudian)
Die KI-Infrastruktur-Strategie verschiebt sich laut Umfrage-Ergebnissen in Richtung hybride Infrastrukturen.
(Bild: Cloudian)

Die Studie zeichnet kein Bild einer vollständigen Abkehr von der Cloud. Das mit Abstand meistgenannte Zukunftsmodell ist die Hybrid-Infrastruktur mit erweiterter On-Premises-Kapazität. Gut die Hälfte der Befragten planen diesen Weg für die nächsten 24 Monate. Weitere 22 Prozent wollen Workloads vollständig auf eigene oder private Infrastruktur verlagern. Nur zehn Prozent beabsichtigen, ihre Public-Cloud-Nutzung auszubauen.

Die finanziellen Voraussetzungen für entsprechende Investitionen sind vorhanden: 86 Prozent der Unternehmen erwarten für 2026 ein steigendes KI-Budget, 40 Prozent rechnen mit einer Budget-Erhöhung um mindestens 25 Prozent.

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