Carbon Leakage Unerwünscht: Tech-Konzerne, die Emissionen ins Ausland abschieben

Quelle: Pressemitteilung Umweltbundesamt 2 min Lesedauer

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Das Wachstum von Rechenzentren für Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) außerhalb Europas birgt das Risiko für Carbon Leakage. Das heißt, dass KI-Berechnungen in Regionen mit günstiger, aber nicht CO₂-neutraler Energie verlagert werden könnten. Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt. Augen auf! Gefahr von Carbon Leakage beim Wachstum von KI-Rechenzentren.

Nach der vom UBA in Auftrag gegebenen Studie kümmert es den ein oder anderen Tech-Konzern nicht, ob die KI-Rechnerei in einem Land mit geringen Umweltauflagen stattfinden. (Bild:  The 2R Artificiality - stock.adobe.com / KI-generiert)
Nach der vom UBA in Auftrag gegebenen Studie kümmert es den ein oder anderen Tech-Konzern nicht, ob die KI-Rechnerei in einem Land mit geringen Umweltauflagen stattfinden.
(Bild: The 2R Artificiality - stock.adobe.com / KI-generiert)

Das rasante Wachstum von KI-Rechenzentren wirft Fragen zu den Folgen dieser Technologien für das ⁠Klima⁠ auf. Aus europäischer Perspektive birgt der Boom von Energie-intensiven KI-Anwendungen unter anderem die Gefahr von Carbon Leakage.

Damit wird der Effekt bezeichnet, wenn Unternehmen aufgrund von CO₂-Bepreisung oder anderer Klima-Auflagen – und damit potentiell höheren Strompreisen – ihre Tätigkeiten in Länder mit weniger strengen Klimapolitiken verlagern. Das ⁠Umweltbundesamt (UBA) hat dieses Risiko gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Infras und dem Roegen Centre for Sustainability im Kontext des europäischen Emissionshandels untersucht.

Die Studie zeigt, dass der KI-bedingte Energieverbrauch in Rechenzentren bis 2028 auf ungefähr 300 Terrawattstunden (TWh)ansteigen wird, das entspricht etwa einem Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Ein Großteil dieses Verbrauchs ist grundsätzlich geographisch flexibel. Das heißt, dass diese Berechnungen theoretisch von überall aus ausgeführt werden können. Dadurch gewinnt die Rechenzentrumsbranche einen enormen Spielraum, was die Wahl des Standorts anbelangt.

Europäische KI-Anfragen verursachen Emissionen im Ausland

Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass aktuelle KI-Rechenkapazitäten und das prognostizierte Wachstum vorwiegend in den USA und China konzentriert sind. Das sind zwei Rechtsräume mit weniger strengen Klimapolitiken als die der EU. Das heißt wiederum: Ein Teil der europäischen KI-Anfragen wird in anderen Ländern verarbeitet und verursacht dort Emissionen.

Ein Grund für eine geringere Zahl an Rechenzentren in Europa könnte Carbon Leakage sein. Das derzeitige Ausmaß scheint jedoch moderat zu sein.

Dies liegt hauptsächlich an der gegenwärtigen Expansion der KI-Branche: Der Fokus liegt eher auf der Erschließung neuer Rechenkapazitäten anstatt auf der Minimierung von Kosten. Vielmehr scheinen historisch gewachsene Cluster-Strukturen der IT-Branche sowie eine stabile Energieversorgung und Netzinfrastruktur bei der Standortwahl die größte Rolle zu spielen.

Die Studie im Auftrag vom UBA gibt es mit dem Titel „Carbon leakage in AI-driven data center growth?“  zum Download. (Bild:  Umweltbundesamt)
Die Studie im Auftrag vom UBA gibt es mit dem Titel „Carbon leakage in AI-driven data center growth?“ zum Download.
(Bild: Umweltbundesamt)

Carbon Leakage könnte zunehmen

Die Anreize für Carbon Leakage könnten sich jedoch in Zukunft ändern, zum Beispiel ist anzunehmen, dass der Kostendruck für die Rechenzentrumsbranche steigt. Weiter könnten zunehmende grenzüberschreitende Datenflüsse importierte Emissionen erhöhen, selbst wenn solche Datenflüsse nicht absichtlich die CO₂-Bepreisung umgehen.

Aus diesem Grund sind der Ausbau erneuerbarer Energien in KI-starken Regionen und die Einhaltung der von KI-Unternehmen angekündigten Klimaziele besonders wichtig. Beides verringert die Abschwächung europäischer Klimaziele durch Carbon Leakage und den Import von Emissionen in die EU.

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