IKT-Produkte im Spannungsfeld von Preis und Nachhaltigkeit TÜV-Studie zeigt: Nachhaltigkeit ja, aber nur wenn der Preis stimmt

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Die „TÜV Digital Sustainability Studie 2025“ verdeutlicht: Verbraucher achten zunehmend auf Nachhaltigkeit bei Smartphones und IT-Geräten, doch der Preis überwiegt. Rechenzentren und Ökostrom rücken in den Fokus, unabhängige Prüfzeichen geben Orientierung.

Prüfzeichen werden wichtiger, Preis bleibt entscheidend. So lässt sich die TÜV-Studien-Ergebnisse zusammenfassen. Befragt wurden etwa 1000 Personen.(Bild: ©  Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Prüfzeichen werden wichtiger, Preis bleibt entscheidend. So lässt sich die TÜV-Studien-Ergebnisse zusammenfassen. Befragt wurden etwa 1000 Personen.
(Bild: © Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Die Ergebnisse der „TÜV Digital Sustainability Studie 2025“ zeigen ein klares Spannungsfeld: Während 74 Prozent der Befragten Langlebigkeit von IT-Produkten für sehr wichtig halten und die Hälfte auch Energie-Effizienz als entscheidendes Kriterium nennt, geben nur 17 Prozent Nachhaltigkeit als ausschlaggebend für den Kauf an. Für 59 Prozent haben Preis, Funktionalität und Design Vorrang.

Die Studie verweist auf den steigenden Energieverbrauch digitaler Infrastrukturen. Rechenzentren benötigen aufgrund von Künstlicher Intelligenz (KI), Cloud Computing, Streaming-Diensten und Kryptowährungen immer mehr Strom. Hier gewinnt die Frage nach grünem Strom und energie-effizienter Hardware für Betreiber und Kunden an Bedeutung.

Elektroschrott und Gebrauchtmarkt

Parallel steigt das weltweite Aufkommen von Elektroschrott von 62 Millionen Tonnen (2022) auf voraussichtlich 82 Millionen Tonnen im Jahr 2030. Immerhin hat gut ein Drittel der Verbraucher in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren gebrauchte oder generalüberholte Smartphones und IT-Geräte gekauft. Zugleich verzichten vier von zehn Betroffenen auf die Reparatur eines defekten Smartphones, und zwar vor allem wegen zu hoher Kosten.

Ein zentrales Ergebnis: Verbraucher vertrauen unabhängigen Prüfzeichen. Fast zwei Drittel achten beim Kauf auf Zertifizierungen zur Nachhaltigkeit oder Sicherheit. 85 Prozent halten unabhängige Prüfungen für notwendig, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu gewährleisten. Neue Label wie das seit Juni 2025 verpflichtende Energielabel für Smartphones und Tablets, das auch Reparierbarkeit und Robustheit ausweist, sollen zusätzliche Transparenz schaffen.

Die Mehrheit der Befragten unterstützt gesetzliche Vorgaben wie die Ökodesign-Verordnung oder das EU-weite Recht auf Reparatur. Der TÜV-Verband fordert zudem, Direktimporte unter 150 Euro aus Drittstaaten stärker zu regulieren, da viele dieser Produkte Umwelt- und Sicherheitsstandards nicht erfüllen. Ein geplantes Prüfzeichen „Ready for Repair“ sowie der digitale Produktpass sollen künftig Orientierung bieten.

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