Data Center Group zu Holz, Beton und Dämmstoffen Standards, nachhaltige Baustoffe und Recycling für den Rechenzentrumsbau

Von Martin Hensel 3 min Lesedauer

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Das Thema Nachhaltigkeit steht immer mehr im Fokus von Rechenzentrumsprojekten. Die Data Center Group fasst zusammen, wie unter anderem umweltfreundliche Baustoffe, das Recycling von Baumaterial, Energie-Effizienz und Lebenszyklusanalysen in dieser Hinsicht zusammenspielen.

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe und Recycling des Materials igehört nach Darstellung der Data Center Group zu einem zukunftsträchtigen Rechenzentrumskonzept. (Bild:  Data Center Group)
Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe und Recycling des Materials igehört nach Darstellung der Data Center Group zu einem zukunftsträchtigen Rechenzentrumskonzept.
(Bild: Data Center Group)

Die Data Center Group weist darauf hin, dass vor allem der Einsatz nachhaltiger Baustoffe und Recycling beim Bau von Rechenzentren einen zukunftsweisenden Schritt zur Reduzierung der Umweltauswirkungen darstellt. Studien zeigen, dass die Baubranche sowie die Produktion der verwendeten Rohstoffe eine beachtliche Rolle bei den globalen CO2-Emissionen spielen. Umso wichtiger sind nachhaltige Konzepte, die den Einsatz fossiler Rohstoffe minimieren und ökologisch sinnvoll handeln.

Um einen Überblick über aktuelle Möglichkeiten zu erhalten, hat die Data Center Group das Thema in den folgenden wichtigsten Punkten zusammengefasst:

Was sind nachhaltige Baustoffe?

  • CO2-reduzierter Beton
    Im Beton können industrielle Nebenprodukte wie Steinkohlenflugasche, Silikastaub und Hochofenschlacke weiterverwendet werden. Statt herkömmlichen Beton zu verwenden, kann außerdem recycelter Beton aus Abbruchmaterialien eine nachhaltige Alternative darstellen. Das recycelte Material wird zerkleinert und zu einem neuen Beton verarbeitet. Dies reduziert die Notwendigkeit von neu abgebauten Ressourcen und minimiert den CO2-Ausstoß bei der Produktion von Zement.
  • Nachwachsender Rohstoff Holz
    Der Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft für den Bau von Rechenzentren ist eine umweltfreundliche Option. Holz ist erneuerbar und hat eine geringere CO2-Bilanz im Vergleich zu Beton oder Stahl. Es ermöglicht eine kürzere Bauzeit, da es im Gegensatz zu Stahlbeton nicht austrocknen muss und eine modulare Bauweise ermöglicht.
  • Grüne Dämmstoffe
    Die Verwendung von umweltfreundlichen Dämmmaterialien und nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Schafwolle oder recyceltem Glas minimiert den CO2-Fußabdruck und trägt zur Energieeffizienz des Gebäudes bei.

Weitere nachhaltige Baustoffe sind Ziegel aus Lehm, Natursteine, Reet, Jute, Zellulose Kokosfaser, Schilf oder Napiergras, Schafwolle und Stroh.

Wie geht Recycling von Baustoffen?

Beim Abbruch von bestehenden Gebäuden sollten wo möglich die verwendeten Baustoffe recycelt und in Neubauten wiederverwendet werden. Dies reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und sorgt dafür, dass keine neuen CO2-Emissionen erzeugt werden. Einrichtungen zur Sortierung und Trennung von Abfallmaterialien wie beispielsweise Stahl von Beton helfen dabei, wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen.

  • Gebäudepass zur Listung der Baustoffe
    Der Einsatz von Simulationen und BIM („Building Information Modeling“) helfen beim Recycling: Simulationen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes können den generellen Materialverbrauch und Recyclingmöglichkeiten kalkulieren. Durch die Gegenüberstellung von Beton- und Stahlverbrauch beispielsweise kann so ein möglichst nachhaltiger Materialeinsatz bestimmt werden.
  • Maximale Energie-Effizienz
    Die Wahl nachhaltiger Baustoffe sollte mit einem Energie-effizienten Gebäudedesign einhergehen. Dies umfasst die optimale Platzierung von Fenstern, Wärmedämmung und die Verwendung von erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarenergie. Anhand eines digitalen Zwillings können CFD Berechnungen („Computational Fluid Dynamics“ oder numerische Strömungssimulation) zur Optimierung der Thermik und Temperaturen durchgeführt werden. Dadurch lassen sich Einhausungen und damit die Temperaturen in den verschiedenen Bereichen des Rechenzentrums optimieren. Das spart bare Energie.
  • Sparsame Wassernutzung und smartes Wasser-Management
    Die Implementierung von Wassersparmaßnahmen und ein effizientes Wasser-Management sind ebenfalls wichtig. So wird etwa Regenwasser für die Kühlung oder die Bewässerung von Grünflächen wiederverwendet.
  • Zertifizierungen und Standards für mehr Nachhaltigkeit
    Um sicherzustellen, dass nachhaltige Praktiken beim Bau und späteren Betrieb von Rechenzentren eingehalten werden, können Zertifizierungen wie LEED („Leadership in Energy and Environmental Design“) oder BREEAM („Building Research Establishment Environmental Assessment Method“) in Betracht gezogen werden. Laut der German Green Building Association (GGBA) waren im Jahr 2022 in Deutschland 516 LEED-Zertifikate vergeben, womit Deutschland damit auf Platz 10 weltweit liegt.
  • Verlängerung des Lebenszyklus eines Gebäudes
    Eine Lebenszyklusanalyse („Life Cycle Analysis“, LCA) hilft, die Umweltauswirkungen eines Rechenzentrums von der Planung über den Bau bis zum Betrieb zu bewerten. Dies ermöglicht die Identifizierung von Bereichen, in denen Nachhaltigkeitsverbesserungen vorgenommen werden können.
  • Verantwortungsvoller Abfallabbau
    Das Recycling der Elektronik, welche im Rechenzentrum anfällt, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Im Elektronikrecycling werden wertvolle Metalle zurückgewinnen und gefährliche Substanzen ordnungsgemäß entsorgt.

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe und Recyclingpraktiken beim Bau von Rechenzentren kann dazu beitragen, die Umweltauswirkungen dieser Einrichtungen zu minimieren und gleichzeitig ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Die Data Center Group hält es für wichtig, dass diese Prinzipien von Beginn an in die Planung und Gestaltung von Rechenzentren einbezogen werden.

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