Suchen

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 52

Relevante Standards für das Carrier Ethernet im Überblick

Seite: 4/4

Provider Bridge Network und QoS

Topologie und Adress-Scaling sind wichtige Problembereiche. Eine weitere wichtige Entwicklung innerhalb von IEEE 802.1ad PB ist die Möglichkeit, Pakete zum Wegwerfen qualifizieren zu können und sie zu markieren. Im Gegensatz zu einer fixen Interpretation des 3-Bit Prioritätsfelds in den alten IEEE 802.1Q VLANs erlaubt PB eine Reihe von Priority Code Point (PCP) Codierungen. Wie man in Abbildung 5 sieht, sind vier unterschiedliche Priority/Drop Interpretationen möglich. Z.B liefert 6P2D sechs Dienstklassen, wobei zwei der Klassen unterstützen, dass Pakete zum Wegwerfen ausgewählt werden (gelbe Markierungen). Diese Einfärbungsmethode unterstützt effektive Mechanismen zur Behandlung von Congestions, ohne L3-Header-Information auswerten zu müssen.

Carrier Ethernet mit IEEE 802.1ah PBB

Man hat in den letzten Jahren kräftig an der Thematik gearbeitet, wie ja schon weiter oben dargestellt. Ein wesentlicher Punkt ist dabei immer die Vernetzung von Netzen.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 9 Bildern

Auf der Grundlage von PB hat man sich bei IEEE 802.1 mit PBB beschäftigt, dem Provider Backbone Bridging. Dieser Standard ist 2008 fertig geworden. Im Gegensatz zu MPLS benutzt PBB MAC-Header Encapsulation, um Effekte durch MAC-Adressen zu mildern und Bedenken hinsichtlich der Skalierbarkeit zu zerstreuen.

Abbildung 6 zeigt ein typisches PBB-Netz und Abbildung 7 stellt den Aufbau des PBB-Frames dar.

Der ursprüngliche PB-Frame bleibt dabei intakt. Jedes der Felder, beginnend mit der Kunden-Ziel- und der Kunden-Quell-Adresse (C-DA und C-SA) wird ohne Modifikation durch das PBB-Netz übertragen.

IEEE 802.1Qay Provider Backbone Bridging – Traffic Engineering

PBB-TE wurde entworfen, um die Begrenzungen hinsichtlich Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit zu adressieren. PBB-TE kann anstelle von PBB installiert werden oder parallel dazu laufen. In beiden Fällen eliminiert PBB-TE die Notwendigkeit, dass Backbone Core Geräte Learning und Flooding durchführen müssen. Stattdessen werden durch eine entsprechende Management-Plattform Tunnel zum Transport von L2 VPNs bereitgestellt. Die Management Plattform benutzt Traffic Engineering anstelle von MSTP oder RSTP um Schleifen zu vermeiden. Damit wird die Kapazität eines zugrundeliegenden technischen Übertragungsnetzes wesentlich besser ausgenutzt. Abbildung 8 zeigt die bessere Ausnutzung des Backbones durch PBB-TE. Es gibt Primary und Backup-Wege für Tunnel.

IEEE 802.1 hat ein Projekt gestartet, um diese innovative und zunehmend populäre Transporttechnik zu standardisieren. Ein internationaler Standard fördert Multi-Vendor-Support und Interoperabilität. IEEE802.1Qay nutzt das existierende IEEE 802.1 PBB Frame Format ohne Modifikation.

Bild 9 zeigt zwei PB-Netze, die durch ein PBB-TE-Netz miteinander verbunden sind. Man sieht zwei Kunden L2-VPNs, die primäre und Backup PBB-TE-Tunnel durch das Kernnetz benutzen. Der Verkehr von Kunde A (rot) kommt von Site 1. PB enkapsuliert den Kundenverkehr durch Hinzufügung eines S-Tags, welches den S-VID-Wert 100 hat, der für den Kunden A in dessen Domäne reserviert ist. Der Verkehr wird zur PB-Kantenbrücke A (PBEB-A) geschickt. PBEB-A wurde so konfiguriert, dass dem Verkehr von Kunde A (S-VID = 100) ein 24 Bit Instanz Service Identifier I-SID mit dem Wert 10.000 zugeordnet wird. Der gleiche I-SID-Wert wird den primären und Backup PBB-TE-Tunneln zugeordnet. Jeder Primär- und Backup-Tunnel wird durch die Kombination einer PBEB Ziel-MAC-Adresse und einer Backbone-VID (B-VID) eindeutig identifiziert.

Das stellt einen signifikanten Unterschied zwischen PBB und PBB-TE dar. Erinnern wir uns daran, dass bei PBB B-VIDs Flooding Domänen repräsentieren, die multiple PB-Netze untereinander verbinden. Bei PBB-TE definieren B-VIDs mit B-Tags den Tunnel.

Die Tatsache, dass PBB-TE weder lernt noch flutet, ist sehr wichtig.