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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 52

Relevante Standards für das Carrier Ethernet im Überblick

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RSTP und MSTP im Carrier Umfeld

Während man in kleineren Netzen durchaus RSTP und MSTP benutzen kann, sind Carrier hinsichtlich dieser Verfahren in größeren Netzen skeptisch, weil sie eine zu lange Reaktionszeit für das Wiederaufsetzen nach Fehlern befürchten. Diese Befürchtung teile ich, weil große Netze signifikant mehr Verbindungen und MAC-Adressen zu verwalten haben und damit die Fähigkeiten von RSTP und MSTP schnell ausreizen können.

Carrier möchten die Quellen von Service-Unterbrechungen soweit wie möglich minimieren.

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Der Standard PBB-TE stellt einen Ansatz hierfür dar.

Transparente Dienste für die Kunden

Eine Motivation für die Schaffung von L2-VPNs ist die Anforderung von Kunden, mehrere Sites transparent miteinander zu verbinden. Kunden möchten billige, transparente LAN-Services hoher Leistung. Es ist dabei egal, ob es sich um Kunden eines MAN-Providers oder um Abteilungen eines Unternehmens handelt. Zusätzlich möchten die meisten Kunden (beider Sichtweisen) nicht unbedingt eine zusätzliche Komplexität hinsichtlich der Switch- oder Router-Konfigurationen. Aus Sicherheitsgründen und zur Senkung der betrieblichen Komplexität weigern sich Kunden auch mit Recht, Routing-Tabellen an die Carrier weiterzugeben. Natürlich wollen alle eine möglichst native Ethernet-Verbindung über das Kern- oder Carrier-Netz, das ist ja grade der Sinn der Sache.

Die Verbindung von zwei Sites im Rahmen der betreffenden MEF- und IEEE-Standards kreiert einen Ethernet-Line-Service (E-Line), der eine virtuelle Punkt-zu-Punkt Ethernet-Verbindung (EVC) schafft.

MEF E-LAN-Service

Kunden mit mehr als zwei Lokationen, und das ist ja der Standard-Fall in einem Corporate Core Netzwerk, möchten Verbindungen zwischen unterschiedlichen Lokationen und wählen deshalb einen E-LAN-Service, der virtuelle Multipoint-zu-Multipoint-Verbindungen (EVCs) unterstützt

Der im Dezember 2005 fertig gestellte Standard IEEE 802.1ad PB ist das erste Ethernet Bridging Projekt speziell für Provider Netze. PB standardisiert die Benutzung multipler VLAN-Tags im gleichen Frame.

Die L2 VPNs trennen die Kunden vollständig voneinander. Alle Kunden können nach Belieben eine interne VLAN-Struktur (Customer VLAN, C-VLAN) benutzen.

Im Kern selbst kann man natürlich auch wieder 4.000 VLANs definieren, denn die Kern-VLANs sind von den Kunden-VLANs völlig unabhängig.

Insgesamt kann die Konstruktion des Corporate Core Netzes also 16 Millionen VLANs unterstützen, das dürfte auch den allerhöchsten Strukturierungsansprüchen genügen.

Aus der Perspektive des Providers stellen die 4.000 VLANs normalerweise keine wirkliche Begrenzung dar. Vielmehr zwingen die Gesamtzahl von MAC-Adressen und/oder topologische Überlegungen, die auf die RSTP und MSTP-Protokolle einwirken, den Provider zur Segmentierung oder zum Einsatz alternativer Transportmöglichkeiten wie PBB-TE.

weiter mit: Provider Bridge Network und QoS

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