Rechenzentrumsstandort Nordhessen Niestetal schließt Exklusivvertrag, Betreiber bleibt vertraulich

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Niestetal bindet sich für sechs Monate an einen Bewerber aus dem europäischen Ausland. Der Betreibername bleibt vertraulich. Die Kommune prüft Abwärme, Notstrom ohne Diesel und ein Klimagutachten als Maßstab für die Ansiedlung.

Symbolbild: Der Betreiber aus dem europäischen Ausland bleibt streng vertraulich. Die Gemeinde hat bereits ende letzten Jahres seine 11 Bedindungen für mögliche Kandidaten veröffentlicht.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Der Betreiber aus dem europäischen Ausland bleibt streng vertraulich. Die Gemeinde hat bereits ende letzten Jahres seine 11 Bedindungen für mögliche Kandidaten veröffentlicht.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

In Niestetal konkretisiert sich die Rechenzentrumsplanung am interkommunalen Gewerbegebiet Sandershäuser Berg. Die Gemeindevertretung stimmt mehrheitlich für einen Exklusiv Vermarktungsvertrag mit einem potenziellen Betreiber. Die Identität bleibt zunächst unter Verschluss. Bürgermeister Marcel Brückmann spricht von einem Betreiber aus dem europäischen Ausland, der Erfahrung mitbringt.

Mit dem Vertrag startet eine Due-Diligence-Phase, also eine Prüf- und Klärungsphase. Sie läuft laut Brückmann sechs Monate. In dieser Zeit platziert der Vertragspartner das Vorhaben am Markt und sucht einen passenden Mieter für ein standortspezifisch geplantes Rechenzentrum. Parallel führt Niestetal keine Gespräche mit weiteren Bewerbern.

Im Juli 2025 veröffentlichte die Gemeinde ihre Bedingungen an potentielle Bewerber

Die Rahmenbedingungen liegen seit Juli 2025 auf dem Tisch. Die Gemeindevertretung beschließt am 3. Juli 2025 ein Eckpunktepapier für den zweiten Bauabschnitt am Sandershäuser Berg, abgekürzt GSBII. Das Papier nennt elf Anforderungen an Betreiber oder Investoren.

Ein zentraler Punkt: Niestetal akzeptiert keine Konzepte, die nur von Immobilienentwicklern kommen, wenn der spätere Betreiber offen bleibt. Die Kommune setzt zudem auf rechtssichere Einnahmen, regionale Wertschöpfung und Synergien, auch bei Abwärme, Notstrom und Stromspeichern. Für die Notstromversorgung nennt das Eckpunktepapier ausdrücklich Alternativen zu Dieselaggregaten, etwa Batteriespeicher.

Beim Betrieb rückt die Wärmenutzung nach vorn. Das Papier verlangt eine möglichst hohe Ausnutzung der Abwärme und das Mitwirken des Investors an einer Konzeption, zudem steht ein geschlossenes Kühlsystem als Ziel im Text. Dazu kommen Vorgaben zur Flächeneffizienz, zu ökologischer Bauweise mit Regenrückhaltung, Grünfassaden und Biodiversitätsdächern, sowie ein unabhängiges Klimagutachten und geringe Lärmemissionen.

Fläche, Strom, Nachbarschaft

Zur verfügbaren Fläche nennt die „HNA“ 18,5 Hektar im interkommunalen Teil des Gewerbegebiets, ergänzt um eine Erweiterungsoption von 11 Hektar. Wie das Rechenzentrum am Ende aussieht, bleibt offen, eine Halle oder mehrere mehrgeschossige Gebäude stehen im Raum.

Auch die elektrische Leistung bleibt unbestimmt. Brückmann ordnet gegenüber der HNA ein, dass viel für ein Hyperscale-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) oder Cloud Dienste spricht. Den möglichen Strombedarf beziffert er als mehrere hundert Megawatt und verweist auf den Standortfaktor Stromnetz, weil am Sandershäuser Berg zwei Überlandtrassen aufeinandertreffen.

Zeitplan und Bewerber bleiben offen

Ob es zu einem finalen Vertrag kommt, hängt vom Ergebnis der sechsmonatigen Prüfphase ab. Brückmann kündigt an, die Bürger später über Bewerber, Vorhaben und Zeitschiene zu informieren. Eine finale Entscheidung sieht er, sofern Einigkeit entsteht, im Spätsommer oder Frühherbst 2026 als möglich.

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