Für KI-Workloads optimiert und ohne Wasser für die Kühlung Neues Design für Microsoft-Rechenzentren

Quelle: Pressemitteilung Steve Solomon* 3 min Lesedauer

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Bereits im August dieses Jahres hat Microsoft ein Rechenzentrumsdesign vorgesetllt, das für KI-Workloads optimiert ist und kein Wasser für die Kühlung verbraucht. Ermöglicht wird das durch den Einsatz von Kühltechnik auf Chip-Ebene.

Das neue Rechenzentrumsdesign von Microsoft setzt auf einen geschlossenen Kühlkreislauf sowie Chip-Cooling. (Bild:  Microsoft)
Das neue Rechenzentrumsdesign von Microsoft setzt auf einen geschlossenen Kühlkreislauf sowie Chip-Cooling.
(Bild: Microsoft)

Ab Ab 2026 sollen in den USA Pilotrechenzentren mit einer neuen Technik in Betrieb gehen, die auf Kühlung setzt, die sich auf Chipebene abspielt. Damit erübrigt sich eine Wasserverdampfung, vielmehr sind die Kühlkreisläufe geschlossen. Auch die in Deutschland geplanten Rechenzentren werden über das neue Design verfügen. Letztlich kann das Design mehr als 125 Millionen Liter Wasser pro Jahr und Rechenzentrum einsparen - Basierend auf unserem globalen durchschnittlichen Entnahme-WUE von 0,30 Lizer pro Kilowattstunde (l/kWh) im Geschäftsjahr 2024. Dazu schreibt Steve Solomon, Vice President Datacenter Infrastructure Engineering bei Microsoft:

„In diesem Sommer haben wir unseren Datacenter Community Pledge veröffentlicht („Microsoft’s Datacenter Community Pledge: To build and operate digital infrastructure that addresses societal challenges and creates benefits for communities“), der unterstreicht, wie sehr wir uns für die lokale Wirtschaft und die Gemeinden einsetzen, in denen wir unsere Rechenzentren betreiben. Der Schutz lokaler Wassereinzugsgebiete ist ein wichtiger Teil dieses Versprechens, insbesondere in Gebieten mit zunehmender Wasserknappheit.“

Dieses Kühlkonzept für die Microsoft-Rechenzentren kommt ohne Wasserverlust aus. Stattdessen gibt es ein Recycling des Wassers in einem geschlossenen Kreislauf.(Bild:  Microsoft)
Dieses Kühlkonzept für die Microsoft-Rechenzentren kommt ohne Wasserverlust aus. Stattdessen gibt es ein Recycling des Wassers in einem geschlossenen Kreislauf.
(Bild: Microsoft)

Dieses Design, das ohne Wasserverlust zur Kühlung auskommt, recycelt Wasser in einem geschlossenen Kreislaufsystem. Sobald das System während der Bauphase befüllt ist, zirkuliert das Wasser kontinuierlich zwischen den Servern und Kühlern, um Wärme abzuleiten, ohne dass eine Frischwasserversorgung erforderlich ist.´

Die Effizienzmessung

Solomon erläutert: „Wir messen die Wassereffizienz anhand der Water Usage Effectiveness (WUE), die den jährlichen Gesamtwasserverbrauch für die Befeuchtung und Kühlung durch den Gesamtenergieverbrauch für IT-Geräte dividiert.“ Microsoft investiere kontinuierlich in die Verbesserung des Designs und des Betriebs der Rechenzentren, um den Wasserverbrauch zu minimieren. „Im letzten Geschäftsjahr arbeiteten unsere Rechenzentren mit einer durchschnittlichen WUE von 0,30 l/kWh," so Solomon.

Dies entsprieche einer Verbesserung von 39 Prozent im Vergleich zu 2021, als der Konzern einen globalen Durchschnitt von 0,49 l/kWh gemeldet hatte. „Diese WUE-Reduzierung ist auf unsere kontinuierlichen Bemühungen zurückzuführen, die Wasserverschwendung aktiv zu reduzieren, unseren Betriebstemperaturbereich zu erweitern und den Betrieb unserer Rechenzentren zu überprüfen. Wir haben auch die Nutzung alternativer Wasserquellen, wie aufbereitetes und recyceltes Wasser, in Texas, Washington, Kalifornien und Singapur ausgeweitet“, berichtet der Microsoft-Manager.

Seit Anfang der 2000er Jahre arbeite das Unternehmen daran, den Wasserverbrauch zu senken, und habe diesen pro Einheit seit der ersten Datacenter-Generation um 80 Prozent verbessern können. „Da die Herausforderungen im Zusammenhang mit Wasser immer anspruchsvoller werden, wissen wir, dass wir noch mehr tun müssen“, lautet die Einsicht. Solomon Kündigt an: „Der Umstieg auf Rechenzentren der nächsten Generation wird dazu beitragen, unseren Wasserverbrauch pro Einheit auf nahezu Null zu senken, da jedes Rechenzentrum ohne Wasserverdunstung funktioniert.“

Er setzt hinzu: „Da unser Portfolio im Laufe der Zeit wächst, wird diese Umstellung dazu beitragen, den Wasserverbrauch von Microsoft im gesamten Portfolio noch weiter zu senken.“

Reduktion im Energieverbrauch

Bisher wurde das Wasser üblicherweise vor Ort verdunstet, um den Stromverbrauch der Kühlsysteme zu reduzieren. „Unsere neuesten Kühllösungen auf Chip-Ebene ermöglichen es uns jedoch, wärmere Temperaturen für die Kühlung zu nutzen als frühere Generationen von IT-Hardware, so dass wir den Stromverbrauch mit hocheffizienten, sparsamen Kühlern mit höheren Wassertemperaturen senken können“, erläutert der Microsoft-Mann.

Das Ergebnis sei ein nominaler Anstieg des jährlichen Energieverbrauchs im Vergleich zu den Verdunstungsrechenzentren im globalen Portfolio. Weitere Innovationen für eine gezieltere Kühlung seien in der Entwicklung und würden auch den Stromverbrauch voraussichtlich weiter senken.

Pilotprojekte und Umsetzung

Nicht alles und nicht sofort wird umgestellt. „Während unsere aktuelles Portfolio weiterhin aus einer Mischung von luft- und wassergekühlten Systemen besteht, werden neue Projekte in Phoenix, Arizona, und Mt. Pleasant, Wisconsin, im Jahr 2026 als Pilotprojekte die neuen Kühltechniken einführen, kündigt Solomon an. Dazu gehört wasserfreie Verdunstung.

Er sagt: „Wir arbeiten daran, die wasserverlustfreie Verdunstung zur primären Kühlmethode unseres gesamten Portfolios zu machen. Die neuen Standorte werden ab Ende 2027 in Betrieb genommen.“

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